Study-Board.de
  1. Magazin
    1. Hochschulen
    2. Häufige Fragen
  2. Forum
    1. Dashboard
    2. Unerledigte Themen
    3. Datenbanken
    4. Semantische Suche
  3. Mediathek
  4. Umfragen
  5. Studium
    1. Welches Fernstudium?
    2. Hochschulfinder
    3. Studiengänge
    4. Hochschulen
  • Anmelden
  • Registrieren
  • Suche
Dieses Thema
  • Alles
  • Dieses Thema
  • Dieses Forum
  • Forum
  • Artikel
  • Seiten
  • Galerie
  • Datenbank-Einträge
  • Umfragen
  • Erweiterte Suche
  1. Study-Board.de
  2. Forum
  3. Fachforen Wirtschaftswissenschaften
  4. Volkswirtschaftslehre
Anzeige
SGD Fernstudium – WM-Vorteile 2026

Öffentliche Güter und das Trittbrettfahrer-Problem – warum baut der Markt einen Deich nicht einfach selbst?

  • OleNordwind
  • 14. Juli 2026 um 15:45
  • Erledigt
  • OleNordwind
    BWL Bachelor
    Beiträge
    37
    • 14. Juli 2026 um 15:45
    • #1

    Moin! Im Skript stehen bei öffentlichen Gütern die zwei Begriffe Nichtrivalität und Nichtausschließbarkeit, und dann kommt der Satz „deshalb liegt Marktversagen vor“. Genau da steige ich aus. 🤯

    Als Kieler ist mir der Deich ja durchaus sympathisch, aber warum kann den nicht einfach eine Firma bauen und Geld dafür nehmen? Und was hat das mit Trittbrettfahrern zu tun? Kann das jemand für einen Erstsemester runterbrechen?

  • Anzeige
    Hochschule FreseniusBerufsbegleitend studieren – Infomaterial kostenlos anfordern.
    Mehr erfahren →
  • KathiVWL
    VWL
    Beiträge
    52
    • 14. Juli 2026 um 17:30
    • #2

    Kein Problem – am schnellsten geht es, wenn du die beiden Begriffe erstmal sauber trennst, denn sie sagen wirklich zwei verschiedene Dinge:

    • Nichtrivalität im Konsum: Wenn ich das Gut nutze, bleibt für dich genauso viel übrig. Der Deich schützt dich kein bisschen schlechter, nur weil er auch mich schützt. Gleiches beim Licht eines Leuchtturms oder bei der Landesverteidigung. Gegenbeispiel: Ein Apfel ist rival – esse ich ihn, ist er weg.
    • Nichtausschließbarkeit: Man kann niemanden von der Nutzung abhalten, auch wenn er nicht zahlt. Du kannst hinter dem Deich nicht selektiv die Flut für die Nichtzahler durchlassen. 🌊

    Und jetzt der Trick, der in fast jeder Klausur drankommt: Kombiniere die beiden Merkmale zu einer Vier-Felder-Matrix, dann kannst du jedes Gut einordnen:

    • rival + ausschließbar = privates Gut (Apfel, Auto)
    • nicht rival + ausschließbar = Klubgut (Pay-TV, Schwimmbad, mautpflichtige Autobahn ohne Stau)
    • rival + nicht ausschließbar = Allmendegut (Fischbestand im Meer)
    • weder noch = öffentliches Gut (Deich, Landesverteidigung)

    Merk dir: Die Nichtausschließbarkeit ist die Zutat, die dein Deich-Problem auslöst – die erklärt Kevin dir gleich sicher noch. Die Nichtrivalität sorgt zusätzlich dafür, dass ein Ausschluss auch gar nicht wünschenswert wäre: Ein zusätzlicher Nutzer verursacht ja keine Zusatzkosten.

  • KevinFernuni
    FernUni Hagen
    Beiträge
    47
    • 14. Juli 2026 um 19:50
    • #3

    Genau da hakt es ein. Stell dir vor, die Deichbau GmbH klingelt bei allen 500 Haushalten im Ort und will je 2.000 € einsammeln.

    Was denkst du dir als rationaler Anwohner? „Wenn die anderen 499 zahlen, wird der Deich gebaut – und schützen tut er mich dann trotzdem, weil man mich nicht ausschließen kann. Also spare ich mir die 2.000 €.“ Das ist der Trittbrettfahrer (free rider). Das Problem: Diese Überlegung ist für jeden Einzelnen rational, also machen es alle – und am Ende kommt zu wenig oder gar kein Geld zusammen. Der Deich wird nicht gebaut, obwohl er allen zusammen viel mehr wert wäre, als er kostet.

    Das ist der Kern des Marktversagens: Der Markt lebt davon, dass Leute ihre Zahlungsbereitschaft über den Preis offenbaren. Wenn ich aber auch ohne Zahlung konsumieren kann, habe ich einen Anreiz, meine Zahlungsbereitschaft zu verschweigen. Der Preis kann seine Funktion als Knappheitssignal nicht mehr erfüllen, das Gut wird systematisch unterbereitgestellt.

    Und deshalb macht es der Staat – finanziert über Steuern. Steuern sind ja genau der Mechanismus, dem man sich nicht individuell entziehen kann. Damit ist das Trittbrettfahren praktisch abgeschaltet. Merksatz für die Klausur: Kein Ausschluss möglich → keine Zahlungsbereitschaft offenbart → keine Marktbereitstellung → Staat.

  • LisaVWL
    VWL Master
    Beiträge
    48
    • 14. Juli 2026 um 21:35
    • #4

    Ich hänge noch die Abgrenzung dran, weil die in Klausuren gern verwechselt wird – und zwar das Allmendegut (Kathis drittes Feld).

    Beim Allmendegut ist ebenfalls kein Ausschluss möglich, aber es ist rival: Jeder gefangene Fisch fehlt den anderen. Daraus wird ein anderes Problem, die Tragik der Allmende – nicht Unterbereitstellung, sondern Übernutzung. Jeder fischt so viel er kann, weil der Ertrag privat ist, die Kosten der Bestandsvernichtung aber alle tragen. Also: Öffentliches Gut → es wird zu wenig bereitgestellt; Allmendegut → es wird zu viel verbraucht. Beides Marktversagen, aber mit unterschiedlicher Mechanik.

    Zu den Lösungen, falls die Aufgabe danach fragt, gibt es im Wesentlichen drei Wege:

    • Staatliche Bereitstellung über Steuern (der Standardfall beim öffentlichen Gut).
    • Ausschluss technisch herstellen, also das Gut zum Klubgut machen: Maut, Verschlüsselung beim Pay-TV, Zaun ums Gelände. Funktioniert bei einem Deich naturgemäß nicht.
    • Gemeinschaftliche Selbstorganisation mit Nutzungsregeln und sozialer Kontrolle – dafür hat Elinor Ostrom den Wirtschaftsnobelpreis bekommen. Klappt vor allem bei Allmendegütern in überschaubaren Gruppen.

    Vorgehen in der Prüfung: immer erst die zwei Merkmale einzeln prüfen, dann einordnen, dann erst über Marktversagen und Lösungen reden. Wer direkt mit „ist ein öffentliches Gut“ startet, verschenkt die Punkte für die Herleitung.

  • RobertM
    Wirtsch.-Ing.
    Beiträge
    43
    • 16. Juli 2026 um 06:50
    • #5

    Guter Thread, die Vier-Felder-Matrix oben ist genau der Schlüssel. Ich hänge noch den Aspekt an, der mich als Wirtschaftsingenieur am meisten fasziniert: Die Kategorie eines Guts ist nicht in Stein gemeißelt – Technik kann sie verschieben.

    Nichtausschließbarkeit ist nämlich selten eine Naturkonstante, sondern meist eine Kostenfrage. Beispiele, an denen man das gut sieht:

    • Straßen: Jahrzehntelang das Musterbeispiel für ein öffentliches Gut, weil man an jeder Auffahrt kein Kassenhäuschen bauen konnte. Mit automatischer Kennzeichenerfassung und Mautbrücken ist der Ausschluss plötzlich billig – die Autobahn wird zum Klubgut (bei Stau sogar zum Allmendegut, weil dann Rivalität dazukommt).
    • Fernsehen: Frei empfangbar = öffentliches Gut. Verschlüsselung + Decoder = Klubgut. Physisch hat sich am Signal nichts geändert, nur die Ausschlusstechnik.

    Für die Klausur heißt das: Der Deich bleibt trotzdem das saubere Beispiel für ein echtes öffentliches Gut, weil man niemanden hinter dem Deich gezielt „nicht schützen“ kann – da ist der Ausschluss nicht teuer, sondern technisch unmöglich. Aber wenn in der Aufgabe steht „durch neue Technologie X ist es nun möglich, Nutzer zu identifizieren“, dann ist das ein Signalsatz: Du sollst die Neu-Einordnung in der Matrix begründen, und damit fällt auch die Rechtfertigung für die staatliche Bereitstellung weg.

    Der Rest bleibt aber: Nichtrivalität heißt, die Grenzkosten einer zusätzlichen Nutzung sind ~0. Und wenn man dann trotzdem per Technik ausschließt, verschenkt man Wohlfahrt – deshalb ist ein Klubgut ökonomisch auch nicht automatisch die bessere Lösung. 😉

Jetzt mitmachen!

Du hast noch kein Benutzerkonto auf unserer Seite? Registriere dich kostenlos und nimm an unserer Community teil!

Benutzerkonto erstellen Anmelden

Letzte Beiträge

    1. Thema
    2. Antworten
    3. Letzte Antwort
    1. Adverse Selektion vs. Moral Hazard – ich werfe die beiden in jeder Übung durcheinander 2

      • Felix96
      • 18. September 2026 um 13:40
      • Volkswirtschaftslehre
      • Felix96
      • 18. September 2026 um 20:10
    2. Antworten
      2
      Zugriffe
      42
      2
    3. MaxFinance

      18. September 2026 um 20:10
    1. BIP als Wohlstandsmaß: Warum erhöht ein Autounfall das BIP, Hausarbeit aber nicht? 3

      • Felix96
      • 16. September 2026 um 18:25
      • Volkswirtschaftslehre
      • Felix96
      • 17. September 2026 um 14:25
    2. Antworten
      3
      Zugriffe
      66
      3
    3. LisaVWL

      17. September 2026 um 14:25
    1. Quantitätsgleichung M · V = P · Y – wenn die Geldmenge um 10 % steigt, steigen dann automatisch die Preise um 10 %? 3

      • JuliBuecher
      • 14. September 2026 um 18:15
      • Volkswirtschaftslehre
      • JuliBuecher
      • 15. September 2026 um 21:35
    2. Antworten
      3
      Zugriffe
      72
      3
    3. Felix96

      15. September 2026 um 21:35
    1. Gefangenendilemma: Warum landen beide beim schlechteren Ergebnis, obwohl jeder rational handelt? 3

      • Jonas91
      • 12. September 2026 um 19:05
      • Volkswirtschaftslehre
      • Jonas91
      • 13. September 2026 um 16:30
    2. Antworten
      3
      Zugriffe
      94
      3
    3. KathiVWL

      13. September 2026 um 16:30
    1. Studententicket im Kino, Sparpreis bei der Bahn – warum lohnt es sich, dasselbe unterschiedlich teuer zu verkaufen? 2

      • PhilBWL
      • 10. September 2026 um 16:05
      • Volkswirtschaftslehre
      • PhilBWL
      • 10. September 2026 um 21:05
    2. Antworten
      2
      Zugriffe
      81
      2
    3. Basti92

      10. September 2026 um 21:05
    1. Inflationsrate 2 %, mein Einkauf fühlt sich nach 10 % an – wie wird die eigentlich gemessen? 3

      • Felix96
      • 6. September 2026 um 14:20
      • Volkswirtschaftslehre
      • Felix96
      • 9. September 2026 um 17:25
    2. Antworten
      3
      Zugriffe
      126
      3
    3. SvenjaFinanz

      9. September 2026 um 17:25
    1. Angebot und Nachfrage: Wann verschiebt sich die Kurve, und wann bewege ich mich nur auf ihr? 3

      • PhilBWL
      • 3. September 2026 um 18:50
      • Volkswirtschaftslehre
      • PhilBWL
      • 5. September 2026 um 07:30
    2. Antworten
      3
      Zugriffe
      144
      3
    3. Felix96

      5. September 2026 um 07:30
    1. Wechselkurs: Warum ist ein schwacher Euro gut für den Export – und wer zahlt dafür? 2

      • OleNordwind
      • 1. September 2026 um 16:05
      • Volkswirtschaftslehre
      • OleNordwind
      • 1. September 2026 um 20:25
    2. Antworten
      2
      Zugriffe
      108
      2
    3. LisaVWL

      1. September 2026 um 20:25
    1. Staatsverschuldung und Schuldenbremse – warum ist Schuldenmachen in der VWL nicht automatisch schlecht? 3

      • Jonas91
      • 30. August 2026 um 16:20
      • Volkswirtschaftslehre
      • Jonas91
      • 31. August 2026 um 07:10
    2. Antworten
      3
      Zugriffe
      124
      3
    3. MaxFinance

      31. August 2026 um 07:10
    1. Lorenzkurve und Gini-Koeffizient – wie lese ich die Kurve, und was sagt der Wert wirklich aus? 3

      • MarieLpz
      • 26. August 2026 um 15:50
      • Volkswirtschaftslehre
      • MarieLpz
      • 28. August 2026 um 06:05
    2. Antworten
      3
      Zugriffe
      211
      3
    3. Felix96

      28. August 2026 um 06:05
Anzeige
SGD Fernstudium – WM-Vorteile 2026: 10 % auf über 100 Kurse

Registrierung

Du hast noch kein Benutzerkonto auf unserer Seite? Registriere dich kostenlos und nimm an unserer Community teil!

Benutzerkonto erstellen
Anzeige · Fernstudium-Anbieter
AKAD UniversityTIPPStaatlich anerkannt · berufsbegleitend · jederzeit startenHochschule FreseniusInfomaterial zu Fernstudien kostenlos anfordernSGD – Studiengemeinschaft DarmstadtTraditionsreiche Fernschule – 4 Wochen kostenlos testenILS FernschuleDeutschlands größte Fernschule – 4 Wochen gratis testenWilhelm Büchner HochschuleTechnik-Fernstudium, staatlich anerkanntFernakademieGeprüftes Fernstudium, jederzeit startenEHiP100 % digitales Studium, auch ohne Abitur
Partnerlinks – für dich kostenlos.

Beliebte Studienthemen

BWL VWL Rechnungswesen Steuerlehre Mathe & Statistik Wirtschaftsrecht Wirtschaftsinformatik Wirtschaftswissenschaften Einsendeaufgaben Fernstudium-Anbieter
Anzeige · AKAD University
AKAD University – berufsbegleitendes FernstudiumStudiengänge ansehen →
Partnerlink – für dich kostenlos.

Letzte Beiträge

  1. Adverse Selektion vs. Moral Hazard – ich werfe die beiden in jeder Übung durcheinander

    MaxFinance
    18. September 2026 um 20:10
  2. BIP als Wohlstandsmaß: Warum erhöht ein Autounfall das BIP, Hausarbeit aber nicht?

    LisaVWL
    17. September 2026 um 14:25
  3. Quantitätsgleichung M · V = P · Y – wenn die Geldmenge um 10 % steigt, steigen dann automatisch die Preise um 10 %?

    Felix96
    15. September 2026 um 21:35
  4. Gefangenendilemma: Warum landen beide beim schlechteren Ergebnis, obwohl jeder rational handelt?

    KathiVWL
    13. September 2026 um 16:30
  5. Studententicket im Kino, Sparpreis bei der Bahn – warum lohnt es sich, dasselbe unterschiedlich teuer zu verkaufen?

    Basti92
    10. September 2026 um 21:05
Anzeige · Studentenrabatt
📰 Studenten lesen billigerZeitungs- & Zeitschriften-Abos für Studierende – bis −75 %. SPIEGEL, DIE ZEIT, Handelsblatt, Wirtschaftswoche & Über 1.000 Titel.Zu den Studenten-Abos →
Partnerlink – für dich kostenlos.
Werbeplatz
Hier könnte Ihre Werbung stehen37.000+ Mitglieder · 112.000+ Beiträge · Zielgruppe BWL & Fernstudium, 95 % DeutschlandWerbung anfragen →
Mediadaten auf Anfrage

Statistiken

Themen
59.352
Beiträge
114.644
Bilder
1
Videos
0
Mitglieder
37.071
Meiste Benutzer online
17.968
Neuestes Mitglied
apple-9179eabe
  1. Impressum
    1. Datenschutzerklärung
    2. Verhaltenskodex
      1. Learn to Post
  2. Mediadaten
  3. Kontakt
  4. Presse
  1. Support

Über Study-Board.de

Study-Board.de ist eine der größten deutschen Communities rund ums Studium – mit über 37.000 Mitgliedern und mehr als 112.000 Beiträgen. Hier findest du Hilfe bei Einsendeaufgaben (SGD, ILS & Co.), verständliche Erklärungen zu BWL- und VWL-Fachbegriffen, Skripte, Klausurtipps und echte Erfahrungen zu Fernstudium-Anbietern wie IU, AKAD und Euro-FH.

Forum, Ratgeber und Linkdatenbank – Lernen, Austausch und gegenseitige Hilfe an einem Ort. Unabhängig und von Studierenden für Studierende.

Community-Software: WoltLab Suite™