Kathis Merksatz ist genau richtig, ich würde nur noch ergänzen, wie man implizite Kosten sauber von expliziten trennt, weil genau da bei mir am Anfang auch der Knoten war.
Klassisches Beispiel: Ihr entscheidet euch für ein Studium statt für eine Vollzeitstelle. Dann habt ihr zwei Kostenblöcke:
- Explizite Kosten: Studiengebühren, Bücher, Fahrtkosten – also tatsächliche Geldausgaben, die irgendwo stehen oder gezahlt werden.
- Implizite Kosten: das entgangene Gehalt, das ihr bekommen hättet, wenn ihr stattdessen gearbeitet hättet. Hier fließt kein Geld, aber ihr verzichtet auf einen Nutzen/Ertrag.
Die Opportunitätskosten des Studiums sind dann explizite + implizite Kosten zusammen, aber bei den impliziten eben nur die beste Alternative, nicht alle theoretisch möglichen Jobs.
Trick, der mir hilft: Ich frage mich immer "Fließt hier tatsächlich Geld aus meiner Tasche (explizit) oder entgeht mir nur ein Zufluss, den ich sonst gehabt hätte (implizit)?" Sobald in der Aufgabe ein Gehalt, Zins auf Eigenkapital oder eine Miete auf selbstgenutzte Immobilie auftaucht, die man "hätte haben können", ist das fast immer der Signalgeber für implizite/Opportunitätskosten.