Lisa hat das schon super erklärt, kann ich so bestätigen. Zur Interpretation hab ich mir noch folgenden Merksatz angewöhnt, der mir in der Klausur geholfen hat:
- |ε| > 1 → elastisch: die Menge reagiert überproportional auf die Preisänderung (z.B. Luxusgüter, Güter mit vielen Substituten)
- |ε| < 1 → unelastisch: die Menge reagiert unterproportional (z.B. Grundnahrungsmittel, Dinge ohne Alternativen)
- |ε| = 1 → man spricht von „isoelastisch" bzw. Einheitselastizität
Das Vorzeichen selbst sagt dir nur die Richtung (negativ = normale fallende Nachfrage), aber nicht die Stärke der Reaktion. Deswegen wird in fast allen Lösungen mit dem Betrag gearbeitet, wenn's um die Einordnung geht. Ich schreib in Klausuren trotzdem immer den vollständigen Wert mit Vorzeichen hin und daneben dann extra „|ε| = ..." mit der Einordnung, einfach damit der Korrektor sieht, dass ich beides verstanden hab – Vorzeichen für die Richtung, Betrag für die Stärke. Hat bei mir noch nie Punktabzug gegeben, eher im Gegenteil.
Kleiner Fehler, den ich am Anfang auch gemacht hab: nicht mit dem Betrag schon in der Rechnung arbeiten und dann das Vorzeichen komplett vergessen zu erwähnen. Lieber einmal sauber beides hinschreiben.