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Beiträge von KevinFernuni

  • Wie viele Einsendeaufgaben pro Monat sind realistisch – und wie hole ich einen Rückstand wieder auf?

    • KevinFernuni
    • 6. September 2026 um 19:05

    Hallo in die Runde,

    ich bin ehrlich: Ich hänge hinterher. Nach Plan sollte ich bei Heft 9 sein, tatsächlich habe ich gerade Heft 5 eingeschickt. Neben Vollzeitjob und Familie ist im Sommer einfach zu viel liegen geblieben.

    Zwei Fragen an euch:

    • Wie viele Einsendeaufgaben schafft ihr realistisch pro Monat? Ich möchte mir keinen Plan machen, den ich nach zwei Wochen wieder reiße.
    • Wie geht ihr einen bestehenden Rückstand an? Einfach der Reihe nach durcharbeiten, oder gibt es eine schlauere Reihenfolge?

    Der Kopf sagt „einfach anfangen“, aber wenn ich die Liste offener Hefte sehe, mache ich den Ordner lieber wieder zu. 🙈

  • Ist ein Fernstudium-Abschluss gleichwertig? ZFU-Zulassung, staatliche Anerkennung, Akkreditierung – was muss ich vorher prüfen?

    • KevinFernuni
    • 6. September 2026 um 07:40

    Ein Punkt fehlt mir in der Liste noch, weil er erst auffällt, wenn man nach dem Bachelor weitermachen will: die ECTS-Zahl des Abschlusses. Die steht nirgends in der Werbung, entscheidet aber oft darüber, wie es weitergeht.

    Bachelorstudiengänge gibt es mit 180 ECTS (drei Jahre Regelstudienzeit) und mit 210 ECTS (dreieinhalb Jahre, meist mit Praxissemester). Beides sind vollwertige Bachelorabschlüsse. Der Unterschied wird beim Master relevant, weil viele Hochschulen und insbesondere der öffentliche Dienst auf die Gesamtsumme aus Bachelor und Master schauen:

    • 180 ECTS Bachelor + 120 ECTS Master = 300
    • 210 ECTS Bachelor + 90 ECTS Master = 300

    Wer mit einem 180er-Bachelor in einen 90-ECTS-Master will, landet bei 270 und bekommt je nach Hochschule Auflagen – typischerweise 30 zusätzlich nachzuweisende Leistungspunkte. Das ist kein Drama, aber es kostet ein Semester und manchmal Geld, und man erfährt es meistens erst im Zulassungsbescheid. Deshalb: vor der Anmeldung in die Zulassungsordnung des Wunsch-Masters schauen und die eigene ECTS-Zahl kennen.

    Für den öffentlichen Dienst kommt dazu, dass die Laufbahnzuordnung nicht automatisch am Titel hängt: Der Bachelor eröffnet regelmäßig den gehobenen, der Master den höheren Dienst – aber nur, wenn der Studiengang akkreditiert ist und die zuständige Stelle die Zuordnung bestätigt. Bei Masterabschlüssen ist dafür teils ein zusätzlicher Feststellungsbescheid nötig. Das gilt unabhängig von der Studienform, ist also kein Fernstudien-Nachteil – man muss nur wissen, dass es diesen Schritt gibt.

    Was ich zusätzlich aufheben würde: das Diploma Supplement und das Transcript of Records. Da stehen ECTS, Modulinhalte und Notensystem drin, und genau die verlangen spätere Hochschulen und Arbeitgeber, wenn es um Anerkennung geht – das Zeugnis allein reicht dafür oft nicht.

  • Fernstudium verlängern oder pausieren – wie läuft das ab, was kostet es, und wann muss ich mich entscheiden?

    • KevinFernuni
    • 2. September 2026 um 20:40

    Hallo in die Runde,

    bei mir hat sich beruflich einiges verschoben: neues Projekt, deutlich mehr Stunden, und das absehbar bis ins nächste Frühjahr. Ich merke seit ein paar Wochen, dass ich am Wochenende nur noch die Hefte aufschlage und wieder zuklappe.

    Statt mich weiter schlecht zu fühlen, will ich das jetzt aktiv regeln. Nur: Ich habe keine Ahnung, was dafür der richtige Weg ist. In den Unterlagen tauchen „Verlängerung der Betreuungszeit“, „Ruhen des Vertrags“ und „Beurlaubung“ auf, und ich kann nicht einschätzen, was davon was kostet und was es für angemeldete Prüfungen bedeutet.

    Hat das jemand von euch schon gemacht? Und vor allem: Wie früh muss man das anmelden, damit es nicht zu spät ist? 🙄

  • Klausur wegen Krankheit absagen – wie läuft der Rücktritt ab, und was muss ins Attest?

    • KevinFernuni
    • 31. August 2026 um 21:30

    Erstmal gute Besserung. Und zur Beruhigung vorweg: Ein ordnungsgemäß angezeigter krankheitsbedingter Rücktritt ist kein Fehlversuch – die Klausur gilt dann als nicht unternommen. Entscheidend ist aber, dass alles formal sauber läuft.

    Maßgeblich ist immer deine eigene Prüfungsordnung bzw. bei den Fernschulen die Studien- und Prüfungsbedingungen. Fristen und Formulare unterscheiden sich je nach Anbieter, und was in einem Forum steht, ersetzt den Blick ins eigene Dokument nicht. Was aber praktisch überall gleich ist:

    1. Unverzüglich anzeigen, also ohne schuldhaftes Zögern – nicht „irgendwann nächste Woche“. Am besten noch am selben Tag, an dem du merkst, dass es nicht geht, und vor dem Prüfungstermin. Formlos per E-Mail ist oft möglich, aber halte dich an das, was in den Bedingungen steht.
    2. Attest nachreichen, meistens innerhalb von drei Tagen. Viele Anbieter haben ein eigenes Formular – wenn ja, unbedingt dieses mit zum Arzt nehmen.
    3. Der wichtigste Punkt: Das Attest muss die Prüfungsunfähigkeit belegen, nicht die Arbeitsunfähigkeit. Eine normale AU-Bescheinigung wird häufig zurückgewiesen, weil sie inhaltlich etwas anderes bescheinigt. Die Diagnose musst du nicht offenlegen; nötig sind in der Regel Untersuchungstag, Dauer und die Aussage, dass du an dem Termin nicht prüfungsfähig warst.

    Zwei Stolperfallen, die ich schon bei Kommilitonen gesehen habe:

    • Rückwirkende Atteste werden oft nicht akzeptiert. Also am Krankheitstag zum Arzt, nicht erst drei Tage später.
    • Wer antritt, tritt an. Wenn du dich krank in die Klausur setzt und nach zwanzig Minuten abbrichst, gilt der Versuch in aller Regel als unternommen – man kann sich seinen Zustand nicht nachträglich aussuchen. Der Mangel muss vor Beginn geltend gemacht werden. Nur bei plötzlicher Erkrankung während der Prüfung greift eine Ausnahme, und dann sofort die Aufsicht informieren und es protokollieren lassen.
  • Bachelorarbeit: Wie findet man ein Thema, das nicht sofort zu groß wird?

    • KevinFernuni
    • 30. August 2026 um 07:55

    Was Juliane beschreibt, funktioniert – ich ergänze die zwei Praxisbremsen, die im Fernstudium am häufigsten zum Themenwechsel führen:

    • Datenzugang. Empirisch klingt gut, bis man merkt, dass man 100 Fragebögen braucht oder eine Genehmigung vom Träger. Kläre vor der Anmeldung, ob du an die Daten oder die Interviewpartner kommst. Sonst ist nach vier Wochen Schluss und die Bearbeitungsfrist läuft trotzdem.
    • Betreuung. Schick deinem Betreuer keine offene Frage („Welches Thema wäre gut?“), sondern zwei bis drei Vorschläge mit je fünf Sätzen: Problem, Fragestellung, geplante Methode. Darauf bekommt man fast immer eine brauchbare Rückmeldung – meist genau die Eingrenzung, die noch fehlt.

    Danach lohnt ein kurzes Exposé von zwei bis drei Seiten: Problemstellung, Forschungsfrage, Stand der Literatur, Methode, Grobgliederung, Zeitplan. Das ist keine Fleißaufgabe, sondern dein Vertrag mit dir selbst – und im Schreibprozess die Antwort auf die Frage „gehört das hier noch rein?“. Ein Absatz „Abgrenzung: nicht behandelt werden …“ in der Einleitung nimmt zusätzlich Druck raus, weil er zeigt, dass du die Auslassungen bewusst gewählt hast.

  • Mündliche Prüfung im Fernstudium – wie läuft die ab, und wie bereite ich mich anders vor als auf eine Klausur?

    • KevinFernuni
    • 27. August 2026 um 15:35

    Ich hatte an der FernUni inzwischen drei mündliche Prüfungen, ich nehme dir die Angst mal von der organisatorischen Seite.

    Der Ablauf ist erstaunlich unspektakulär. Üblich sind 15 bis 30 Minuten. Im Raum sitzen zwei Personen: der Prüfer und ein Beisitzer, der protokolliert und selbst nichts fragt. Das Protokoll hält nur Themen und Bewertung fest, keine wörtliche Mitschrift. Fast immer gibt es eine Einstiegsfrage zum Warmwerden – oft sehr offen, etwa „erzählen Sie mir, worum es in dem Modul geht“ oder „welches Kapitel fanden Sie am spannendsten“. Diese erste Antwort solltest du perfekt können, weil sie den Ton für die restliche Prüfung setzt und dich beruhigt.

    Der entscheidende Unterschied zur Klausur: In der Klausur wird abgefragt, ob du etwas reproduzieren kannst. Mündlich wird geprüft, ob du etwas erklären kannst. Das ist eine ganz andere Anforderung. Kein Prüfer will hören, dass du die fünf Wettbewerbskräfte aufzählen kannst – er will hören, warum die Verhandlungsmacht der Lieferanten in einer bestimmten Branche hoch ist. Deshalb funktioniert reines Auswendiglernen hier schlecht.

    Was mir am meisten geholfen hat, ist eine feste Antwortstruktur. Ich beantworte jede Frage in drei Stufen:

    1. Landkarte: ein Satz, wo das Thema im Modul hängt („Das gehört zur strategischen Analyse, also zu dem Teil, der vor der Strategiewahl kommt.“)
    2. Kern: Definition und Mechanik in zwei bis drei Sätzen.
    3. Beispiel: ein eigenes, konkretes Beispiel.

    Das klingt banal, hat aber einen großen Nebeneffekt: Während du Stufe 1 sagst, denkst du schon über Stufe 2 nach. Genau das verhindert den Blackout, weil du nie mit leerem Kopf in die Stille redest.

    Zur Schwerpunktfrage: Formal darf alles aus dem Modul drankommen, praktisch fragt kaum jemand quer durch. Du darfst außerdem so gut wie immer nachfragen, wenn eine Frage unklar ist („Meinen Sie die Berechnung oder die Aussagekraft?“). Das ist kein Zeichen von Schwäche, sondern wird als sauberes Arbeiten gewertet. Und schau, ob es in eurem Studiengang Prüfungsprotokolle von früheren Terminen gibt – Prüfer wiederholen ihre Lieblingsfragen erstaunlich zuverlässig.

  • Drei-Schichten-Architektur – warum trennt man Oberfläche, Logik und Datenhaltung überhaupt?

    • KevinFernuni
    • 26. August 2026 um 14:25

    Moin zusammen, ich sitze gerade am Wirtschaftsinformatik-Modul und komme bei der Drei-Schichten-Architektur nicht recht weiter. Das Bild mit den drei übereinander gestapelten Kästen (Präsentation, Logik, Datenhaltung) kann ich auswendig – aber mir fehlt der Sinn dahinter.

    Warum baut man sich freiwillig drei Schichten, wenn das Programm doch auch direkt auf die Datenbank zugreifen könnte? Das ist doch erst mal mehr Arbeit. Und wo genau sitzt in dem Modell eigentlich der Browser, und wo die Datenbank?

    Wenn das jemand mal an einem greifbaren Beispiel erklären kann, wäre mir sehr geholfen. 🙏

  • Tabellen, Grafiken und Formeln in der Einsendeaufgabe – wie beschriftet und verweist man das richtig?

    • KevinFernuni
    • 25. August 2026 um 08:20

    Aus Hagener Erfahrung noch zwei Kleinigkeiten, die erstaunlich oft Punkte kosten:

    • Tabellen werden oben beschriftet, Abbildungen unten – und beides durchnummeriert, jeweils in einer eigenen Zählung. Die Quellenangabe gehört direkt an die Beschriftung, nicht in eine Fußnote weit weg.
    • Jede Tabelle und jede Grafik muss im Fließtext angekündigt und ausgewertet werden („Tabelle 2 zeigt …“). Eine Abbildung, auf die im Text nie verwiesen wird, wirkt wie Füllmaterial – und genau so wird sie dann auch bewertet.

    Bei eigenen Berechnungen schreibe ich unter die Tabelle „Eigene Darstellung“ bzw. „Eigene Berechnung auf Basis von …“. Klingt banal, wurde bei mir aber schon zweimal positiv angemerkt.

  • GROUP BY und HAVING – wann filtere ich mit WHERE und wann erst nach der Gruppierung?

    • KevinFernuni
    • 24. August 2026 um 07:35

    Danke für die Verarbeitungsreihenfolge, die hat bei mir tatsächlich den Knoten gelöst. Ich hänge noch eine Sache an, die mir bei Einsendeaufgaben und Klausuren mehr geholfen hat als jede Syntaxregel: Aufgabentexte lassen sich fast wörtlich in SQL übersetzen.

    Ich habe mir dafür eine kleine Übersetzungsliste gemacht:

    • „pro Kunde“, „je Abteilung“, „für jede Filiale“ → das ist die Spalte hinter GROUP BY.
    • „Anzahl“, „Summe“, „Durchschnitt“, „höchster“ → die Aggregatfunktion im SELECT.
    • „nur Aufträge aus 2025“ → Bedingung auf einzelne Zeilen, also WHERE.
    • „nur diejenigen Kunden, die mehr als drei Aufträge haben“ → Bedingung auf die fertige Gruppe, also HAVING.
    • „absteigend“, „Top 5“ → ORDER BY … DESC und LIMIT.

    Wenn beides in einer Aufgabe steht – „Anzahl der Aufträge aus 2025 pro Kunde, aber nur Kunden mit mehr als drei Aufträgen“ –, weiß man sofort, dass das Jahr ins WHERE und die Drei ins HAVING gehört. Genau diese Kombination war bei mir in der Klausur die eigentliche Prüfungsfrage.

    Zweiter Tipp: Ich schreibe die Klauseln in der Reihenfolge FROM → WHERE → GROUP BY → HAVING → SELECT → ORDER BY auf ein Schmierblatt und füge sie dann erst zur fertigen Abfrage zusammen. Klingt umständlich, verhindert aber genau den Fehler, dass man ein COUNT ins WHERE schreibt, weil man mit dem SELECT anfängt.

  • Nach mehreren Wochen Pause wieder ins Lernen kommen – wie schafft ihr den Neustart?

    • KevinFernuni
    • 23. August 2026 um 07:20

    Nele hat den psychologischen Teil abgedeckt – ich hänge den nüchternen an, weil bei mir nach einer Pause immer erst die Planung dran ist und nicht der Stoff. Mein „erster Tag“ ist deshalb bewusst ein Tag ohne Lernen.

    Schritt 1: Alle harten Termine auf ein Blatt. Klausurtermine, Anmeldefristen, Abgabefristen der Einsendeaufgaben, Rückmeldefristen. Wichtig ist die Unterscheidung, welche Fristen wirklich hart sind – eine verpasste Prüfungsanmeldung kostet gern ein halbes Jahr, während eine Einsendeaufgabe meist deutlich flexibler ist. Solange das nur im Kopf herumschwirrt, verursacht es Druck, ohne zu steuern.

    Schritt 2: Ehrlich rechnen. Wie viele Wochen bleiben bis zum nächsten harten Termin, und wie viele Stunden schaffst du realistisch pro Woche – nicht im Idealfall, sondern in einer normalen Woche mit Job und allem drum herum? Diese beiden Zahlen multiplizierst du und stellst sie dem tatsächlichen Stoffumfang gegenüber. Meistens kommt dabei heraus: Es geht sich aus, aber nicht für alles gleichzeitig.

    Schritt 3: Priorisieren statt parallelisieren. Das ist der Fehler, den ich in meinen ersten beiden Semestern gemacht habe – drei Module gleichzeitig anzufangen und keines zu Ende zu bringen. Ein abgeschlossenes Modul ist mehr wert als drei halbe, und zwar nicht nur für die Statistik: Der Effekt auf die Motivation ist enorm, weil man endlich etwas fertig hat.

    Schritt 4: Puffer einplanen. Wer den Plan bis auf die letzte Woche füllt, ist beim ersten Infekt raus. Ich rechne rund 20 % der Zeit als Reserve ein. Bleibt sie übrig, ist es Wiederholungszeit – die schadet nie.

    Zu deiner Frage „von vorne oder an der alten Stelle“: Bei mir hat sich rückwärts bewährt. Ich starte mit der offenen Einsendeaufgabe und schaue erst dann in den Stoff, wenn ich merke, dass mir etwas fehlt. Das führt sofort zu den Lücken, die wirklich relevant sind, statt gleichmäßig über alles zu bügeln. Und du hast nach ein paar Tagen ein Ergebnis in der Hand, was gegen das Gefühl hilft, wieder ganz am Anfang zu stehen.

  • Betriebsrat gründen – ab welcher Betriebsgröße geht das, und wo muss der Arbeitgeber wirklich mitziehen?

    • KevinFernuni
    • 7. August 2026 um 09:15

    Für dein nächstes Semester noch die Einordnung, an der in der Klausur überraschend viele scheitern: Es gibt zwei völlig verschiedene Ebenen der Mitbestimmung, und die werden gern vermischt.

    • Betriebliche Mitbestimmung (Betriebsverfassung, BetrVG): Betriebsrat, Ebene des Betriebs, Themen des Arbeitsalltags. Darum geht es hier im Thread.
    • Unternehmensmitbestimmung: Arbeitnehmervertreter im Aufsichtsrat, Ebene des Unternehmens. Nach dem Drittelbeteiligungsgesetz ab in der Regel mehr als 500 Arbeitnehmern ein Drittel der Sitze, nach dem Mitbestimmungsgesetz ab in der Regel mehr als 2.000 Arbeitnehmern paritätisch – mit dem Doppelstimmrecht des Aufsichtsratsvorsitzenden bei Patt.

    Wenn eine Aufgabe also 30 oder 300 Beschäftigte nennt, ist die Unternehmensmitbestimmung schlicht kein Thema, egal wie verlockend der Begriff klingt.

    Ein Aufbauschema, mit dem ich Fälle zu dem Komplex durchgehe:

    1. Ist überhaupt ein Beteiligungstatbestand einschlägig – und welcher Paragraf?
    2. Welche Intensität hat er: bloße Information, Anhörung, Beratung, Zustimmungserfordernis oder sogar Initiativrecht des Betriebsrats?
    3. Welche Rechtsfolge hat ein Verstoß: Unwirksamkeit der Maßnahme, Unterlassungsanspruch, Einigungsstelle, Ordnungswidrigkeit?

    Damit bekommt man auch unbekannte Konstellationen sortiert. Und noch ein Klassiker am Rande: Die Schwellenwerte des Kündigungsschutzgesetzes (Kleinbetriebsklausel, mehr als zehn Arbeitnehmer) haben mit den Schwellen des BetrVG nichts zu tun – zwei Gesetze, zwei Zählweisen. Wer die verwechselt, verliert in der Klausur mehr Punkte als durch jeden inhaltlichen Fehler.

  • Klausur zum zweiten Mal nicht bestanden – wie viele Versuche habe ich eigentlich, und was zählt bei Krankheit?

    • KevinFernuni
    • 4. August 2026 um 15:50

    Erst mal: Zwei nicht bestandene Versuche sind ärgerlich, aber in den allermeisten Ordnungen noch lange kein Weltuntergang. Wichtig ist, dass du dich jetzt auf die richtige Quelle stützt – und das ist ausschließlich deine Prüfungsordnung plus die dazugehörige Studien-/Fachprüfungsordnung. Foren-Erfahrungen (auch meine) sind nur Orientierung, verbindlich ist der Paragraf.

    Die typische Struktur, die du dort suchen solltest:

    • Anzahl der Wiederholungen: Standard ist „zwei Wiederholungen“, also drei Versuche insgesamt. Manche Hochschulen erlauben eine dritte Wiederholung auf Antrag, oft nur für eine begrenzte Zahl von Modulen im ganzen Studium.
    • Form des letzten Versuchs: Es steht erstaunlich oft drin, dass der letzte Versuch mündlich stattfindet oder eine mündliche Ergänzungsprüfung möglich ist, wenn du knapp scheiterst. Das übersieht fast jeder.
    • Fristen: Manchmal gibt es eine Pflicht, den Wiederholungsversuch innerhalb von zwei Semestern anzutreten – sonst gilt er als nicht bestanden.

    Such in der PDF einfach nach den Stichworten „Wiederholung“, „endgültig“ und „Fristen“. Damit hast du in zehn Minuten Klarheit, statt dich durch 40 Seiten zu quälen.

  • Leistungsbilanzüberschuss – warum wird Deutschland dafür kritisiert, wenn wir doch mehr exportieren als importieren?

    • KevinFernuni
    • 4. August 2026 um 08:10

    Eine Ergänzung, die die Saldenmechanik von Lisa noch greifbarer macht: Man kann dieselbe Identität auch nach Sektoren aufschreiben. Die Finanzierungssalden von Staat, privaten Haushalten, Unternehmen und Ausland summieren sich zwingend auf null. Wenn im Inland alle drei Sektoren gleichzeitig sparen wollen – Haushalte aus Vorsicht, Unternehmen wegen ausbleibender Investitionen, der Staat wegen der Schuldenbremse –, dann muss der Auslandssektor das Gegenstück bilden. Genau das ist der Leistungsbilanzüberschuss. Er ist dann kein Erfolg einer Exportstrategie, sondern das rechnerische Resultat inländischer Sparentscheidungen.

    Zwei Punkte, die in Klausuren gern übersehen werden:

    • Die Leistungsbilanz ist mehr als die Handelsbilanz. Gerade bei Deutschland macht das Primäreinkommen – Zinsen und Dividenden aus dem im Ausland angelegten Vermögen früherer Überschüsse – einen erheblichen Teil aus. Ein Überschuss kann sich also selbst verlängern, auch wenn der Warenhandel nachgibt.
    • Der deutsche Überschuss ist nicht konstant. Nach den Spitzenwerten von rund 8 % des BIP in der Mitte der 2010er Jahre ist er mit dem Energiepreisschock ab 2022 deutlich gesunken. Wenn du in einer Arbeit mit Zahlen argumentierst, nimm aktuelle Werte von Bundesbank oder Destatis und nenne das Bezugsjahr – mit veralteten Spitzenwerten zu rechnen ist ein typischer Abzugspunkt.
  • Anrechnung von Vorleistungen beim Wechsel ins Fernstudium – wie viel wird realistisch anerkannt?

    • KevinFernuni
    • 3. August 2026 um 07:05

    Drei Punkte, an die vorher kaum jemand denkt, die aber richtig weh tun können:

    • Anrechnung spart nicht automatisch Geld. Viele Fernanbieter rechnen monatlich über die Regelstudienzeit ab. Wenn du zwar weniger Module belegst, aber dieselbe Zahl an Monaten zahlst, sparst du nur Zeit und Nerven. Frag konkret nach, ob sich mit der Anrechnung auch die Zahl der Ratenmonate reduziert – die Antwort steht selten in der Broschüre.
    • Noten oder nur „bestanden“? Manche Hochschulen übernehmen die alte Note, andere tragen die Module ohne Note ein. Das klingt nebensächlich, verändert aber die Abschlussnote erheblich – im Guten wie im Schlechten. Bei schwachen Altnoten kann es sogar sinnvoll sein, ein Modul nicht anrechnen zu lassen.
    • Nicht alles anrechnen, was geht. Bei Grundlagenmodulen, auf denen später alles aufbaut – Mathe, Statistik, Buchführung – kann es klüger sein, sie in der neuen Systematik nochmal mitzunehmen, gerade wenn sie ein paar Jahre zurückliegen. Ein anerkanntes Modul, dessen Inhalt weg ist, rächt sich im Folgemodul.

    Und zum Ausgangspunkt: Der Aufwand lohnt sich fast immer. Ein sauber aufbereiteter Antrag kostet dich ein Wochenende und kann dir ein bis zwei Semester sparen.

  • Präsenzseminare im Fernstudium – lohnt sich die Anreise wirklich?

    • KevinFernuni
    • 31. Juli 2026 um 19:20

    Moin, mich beschäftigt gerade eine sehr praktische Frage. Für zwei Module werden freiwillige Präsenzseminare angeboten. Anreise wären bei mir gut 400 km, dazu eine Hotelnacht und ein kompletter Wochenendtag – neben dem Job ist das eine Menge.

    Vom Stoff her habe ich beide Skripte durchgearbeitet. Meine Sorge ist, dass dort nur vorgelesen wird, was ich ohnehin schon kenne, und ich mit einem Tag weniger Lernzeit nach Hause fahre.

    Wie ist das bei euch – was habt ihr aus solchen Wochenenden tatsächlich mitgenommen? Und gibt es Kriterien, an denen man vorher erkennt, ob sich ein Seminar lohnt?

  • Oligopol: Warum ändern Tankstellen ihre Preise fast gleichzeitig, obwohl sie sich nicht absprechen dürfen?

    • KevinFernuni
    • 31. Juli 2026 um 07:40

    Ich hänge noch die Beobachtung an, die mir das Oligopol endgültig verständlich gemacht hat: Der Tankstellenmarkt ist deshalb so ein Musterbeispiel, weil dort ausnahmsweise alle Bedingungen gleichzeitig erfüllt sind. Wenige große Anbieter, ein praktisch homogenes Produkt und eine Preistransparenz, die kein anderer Markt bietet – die Preise stehen meterhoch an der Straße und werden zusätzlich zentral gemeldet.

    Deshalb kann man dort in Echtzeit beobachten, was die Modelle behaupten: Erhöht einer, ziehen die anderen innerhalb von Minuten nach oder er nimmt die Erhöhung wieder zurück. Es braucht keinerlei Kommunikation, das bloße Beobachten reicht.

    Für die Klausur würde ich mir zwei Sätze merken:

    • Preisparallelität allein beweist kein Kartell. Sie ist im transparenten Oligopol das erwartbare Ergebnis rationalen Verhaltens – die Kartellbehörde muss die Absprache nachweisen, nicht das gleichförmige Ergebnis.
    • Mehr Transparenz ist nicht automatisch verbraucherfreundlich. Sie hilft der Kundschaft beim Vergleichen, erleichtert aber genauso den Anbietern das Beobachten der Konkurrenz – ein schöner Punkt, wenn eine Aufgabe nach der Bewertung von Markttransparenz fragt.
  • Inventur, Inventar und Bilanz – wie hängen die drei Begriffe eigentlich zusammen?

    • KevinFernuni
    • 28. Juli 2026 um 06:55

    Eine Eselsbrücke, die mir das dauerhaft eingeprägt hat: Die Inventur ist die Arbeit, das Inventar ist die Liste, die Bilanz ist die Zusammenfassung. Oder etwas alltagsnäher: Du räumst den Keller aus (Inventur), schreibst alles Gefundene mit Menge und Wert auf einen Zettel (Inventar) und erzählst deinem Partner am Abend nur noch die Gruppen mit den Summen (Bilanz).

    Was mir außerdem geholfen hat: Inventar und Bilanz enthalten dieselben Werte, nur unterschiedlich verdichtet – das Reinvermögen im Inventar ist exakt das Eigenkapital der Bilanz. Wenn beide auseinanderlaufen, hast du dich irgendwo verrechnet, das ist eine gute Selbstkontrolle in der Klausur. Und noch ein Formhinweis für Aufgaben: Beim Inventar zählt der Bruttoausweis der Schulden, das Eigenkapital wird als Differenz ermittelt; in der Bilanz steht es dagegen fertig auf der Passivseite.

  • Komparativer Kostenvorteil – warum lohnt sich Handel, wenn ein Land doch alles besser kann?

    • KevinFernuni
    • 26. Juli 2026 um 17:05

    Hallo in die Runde, ich beiße mir gerade am Ricardo-Modell die Zähne aus. Absoluter Kostenvorteil leuchtet mir ein: Wer ein Gut günstiger herstellt, produziert es. Aber der komparative Vorteil will mir nicht in den Kopf.

    Wenn Land A beide Güter mit weniger Aufwand herstellen kann als Land B – warum soll sich Handel dann für A noch lohnen? Aus A's Sicht ist B doch in allem schlechter. Hat jemand ein Zahlenbeispiel, an dem man das wirklich sieht?

  • BIP dreifach berechnen – warum kommt bei Entstehung, Verwendung und Verteilung dasselbe raus?

    • KevinFernuni
    • 24. Juli 2026 um 07:25

    Guter Thread – die drei Wege haben mich anfangs auch verwirrt. Was mir als FernUni-Merksatz geholfen hat: Es ist ein Kuchen, den man von drei Seiten anschneidet. Wer ihn backt (Entstehung = Wertschöpfung), wer ihn isst (Verwendung = C+I+G+NX) und wer am Ende bezahlt wird (Verteilung = Löhne + Gewinne). Deshalb muss überall dieselbe Summe rauskommen – es ist definitorisch dasselbe, nur anders gruppiert. Der häufigste Fehler bleibt die Doppelzählung: immer die Bruttowertschöpfung nehmen (Produktionswert minus Vorleistungen), nicht den Umsatz aufaddieren.

  • Phillips-Kurve – gibt es wirklich einen dauerhaften Zielkonflikt zwischen Inflation und Arbeitslosigkeit?

    • KevinFernuni
    • 20. Juli 2026 um 15:30

    Moin, in Makro bin ich gerade bei der Phillips-Kurve gelandet. Die ursprüngliche Aussage leuchtet mir ein: weniger Arbeitslosigkeit = mehr Inflation, also ein Zielkonflikt. Aber dann steht überall etwas von „langfristig senkrecht“ und „kein Trade-off mehr“. 🤔

    Gibt es diesen Zielkonflikt jetzt oder nicht? Und was hat es mit kurz- vs. langfristig auf sich?

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      • PhilBWL
      • 10. September 2026 um 16:05
      • Volkswirtschaftslehre
      • PhilBWL
      • 10. September 2026 um 21:05
    2. Antworten
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    3. Basti92

      10. September 2026 um 21:05
    1. Fehler 1. und 2. Art – warum kann ich nicht einfach beide gleichzeitig klein halten? 3

      • Sara93
      • 9. September 2026 um 14:35
      • Mathematik u. Statistik
      • Sara93
      • 10. September 2026 um 17:50
    2. Antworten
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      3
    3. RobertM

      10. September 2026 um 17:50
    1. Werkstudentenjob neben dem Studium – was geht an Steuern und Abgaben weg, und was hole ich zurück? 2

      • JuliBuecher
      • 9. September 2026 um 18:05
      • Steuerlehre
      • JuliBuecher
      • 10. September 2026 um 06:45
    2. Antworten
      2
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      2
    3. Meike_HR

      10. September 2026 um 06:45
    1. BWL Fernstudium: Praktikum sinnvoll oder nicht? 1

      • Tutor
      • 10. September 2026 um 02:00
      • Allgemeine Fragen
      • Tutor
      • 10. September 2026 um 02:30
    2. Antworten
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      56
      1
    3. aAlina

      10. September 2026 um 02:30

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