Wir hatten in der Vorlesung Opportunitätskosten, aber ein Beispiel verwirrt mich. Angenommen jemand kündigt seinen Job, um Vollzeit zu studieren. In den Kosten des Studiums soll auf einmal auch das nicht verdiente Gehalt auftauchen. Ist das nicht zu weit gegriffen? Ich dachte, Kosten sind nur das, was ich tatsächlich ausgebe (Studiengebühren, Bücher usw.).
Opportunitätskosten - zählt da auch der entgangene Lohn mit rein?
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Felix96 -
13. März 2026 um 01:18 -
Erledigt
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Nein, das ist genau der Kern des Konzepts und ökonomisch völlig korrekt. Opportunitätskosten sind der entgangene Nutzen der besten nicht gewählten Alternative. Wenn deine beste Alternative zum Studium der Job mit Gehalt X gewesen wäre, dann ist dieses entgangene X ein echter Teil der Studienkosten.
Der Trick ist, zwischen zwei Kostenarten zu trennen:
- Explizite Kosten: tatsächliche Auszahlungen (Gebühren, Bücher).
- Implizite Kosten: entgangene Erträge ohne Geldfluss (das nicht verdiente Gehalt).
Die ökonomischen Gesamtkosten sind die Summe aus beidem.
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Das ist auch der Unterschied zwischen buchhalterischem und ökonomischem Gewinn. Ein Buchhalter erfasst nur die expliziten Kosten - der Ökonom zieht zusätzlich die impliziten ab. Deshalb kann ein Unternehmen buchhalterisch Gewinn machen und ökonomisch trotzdem im Minus sein, wenn das eingesetzte Kapital oder die eigene Arbeitszeit woanders mehr eingebracht hätte.
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Mir hat geholfen, mir die Frage zu stellen: "Worauf verzichte ich, weil ich mich so entscheide?". Beim Studium verzichtest du eben nicht nur auf das Geld für die Gebühren, sondern auch auf das Gehalt und die Zeit. Sobald man das einmal so sieht, fallen die versteckten Kosten viel leichter auf.
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