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Beiträge von Felix96

  • Opportunitätskosten in Aufgaben – wie erkenne ich den entgangenen Nutzen richtig?

    • Felix96
    • 24. Oktober 2026 um 08:40

    Sitze gerade an Übungsaufgaben zu Opportunitätskosten und check das irgendwie nicht richtig. Bei den klassischen Beispielen (z.B. "lieber arbeiten statt studieren") krieg ich das noch hin, aber sobald die Aufgaben komplexer werden mit mehreren Handlungsalternativen, vermisch ich das ständig mit den expliziten/tatsächlichen Kosten.

    Mein Problem: Ich lese die Aufgabe und schreib dann einfach alle Kosten auf, die irgendwie genannt werden, statt mir wirklich zu überlegen, welche Alternative ich eigentlich aufgebe. Gibt's da ein System, wie ihr rangeht? Also sowas wie "erst alle Alternativen auflisten, dann die beste nicht gewählte raussuchen" oder macht ihr das anders?

    Würde mich freuen, wenn jemand nen Tipp hat, wie man das in der Klausur schnell und sicher identifiziert, ohne sich zu verzetteln.

  • Break-Even-Punkt in der Fallstudie – wie interpretiere ich das Ergebnis richtig?

    • Felix96
    • 14. Oktober 2026 um 19:16

    Moin OleNordwind, die reine Aussage „ab 2.400 Stück gewinnbringend“ ist erstmal nicht falsch, aber in Fallstudien wollen die meist mehr sehen, weil der BEP alleine ja noch nichts über das tatsächliche Risiko aussagt.

    Entscheidend ist, was du danach draus machst: Setz den BEP in Relation zur geplanten Absatzmenge aus der Aufgabe. Daraus ergibt sich die sogenannte Sicherheitsspanne (manchmal auch Sicherheitskoeffizient genannt):

    • Sicherheitsspanne in Stück = geplante Menge minus BEP-Menge
    • Sicherheitsspanne in % = (geplante Menge − BEP-Menge) / geplante Menge

    Damit kannst du dann argumentieren, wie weit der Puffer bis zur Verlustzone ist. Liegt die geplante Menge z.B. bei 3.000 Stück und dein BEP bei 2.400, dann hast du eine Sicherheitsspanne von 20%. Das heißt, der Absatz dürfte um 20% einbrechen, bevor du in die Verlustzone rutschst. Ist die Spanne klein (z.B. unter 10%), würde ich das als erhöhtes Risiko einstufen und auch so benennen, z.B. wegen Konjunkturschwankungen oder Nachfrageunsicherheit.

    Kurz: Zahl allein reicht nicht, die Einordnung macht die Qualität der Interpretation aus. Hab ich in meiner letzten Fallstudie genauso gemacht und gute Rückmeldung bekommen.

  • Prüfungsangst vor der ersten Klausur im Fernstudium – wie geht ihr damit um?

    • Felix96
    • 8. Oktober 2026 um 13:56

    Was bei mir damals echt den Unterschied gemacht hat: alte Klausuren unter realen Bedingungen durchziehen. Also nicht gemütlich mit Kaffee nebenbei, sondern Handy weg, Timer auf die reale Prüfungszeit und dann wirklich durchziehen, als würde es zählen. Erst dadurch merkst du, wo du zeitlich stehst und ob dir unter Druck der Stoff noch einfällt oder ob's doch nur beim Lesen der Zusammenfassung „logisch“ aussah.

    Bei mir war's so, dass ich in Ruhe eigentlich alles konnte, aber unter Zeitdruck komplett blockiert hab, weil ich das nie trainiert hatte. Nach zwei, drei Probeklausuren unter echten Bedingungen war die Angst deutlich kleiner, weil die Prüfungssituation an sich nicht mehr neu war – man kennt dann schon das Gefühl „Uhr tickt, Kopf ist leer für zwei Sekunden“ und weiß, dass man trotzdem weiterarbeiten kann.

    Falls ihr alte Klausuren oder Musterlösungen vom Lehrstuhl bekommt, würde ich die definitiv nutzen, auch wenn's nur zwei, drei Stück sind. Lieber eine echte Klausur komplett simulieren als zehnmal nur Karteikarten wiederholen. Das bringt für die Nervosität am Prüfungstag meiner Erfahrung nach mehr als reines Stofflernen.

  • Phillips-Kurve – gilt der Zusammenhang zwischen Inflation und Arbeitslosigkeit heute noch?

    • Felix96
    • 3. Oktober 2026 um 12:10

    Ergänzung zu dem, was Lisa schon gut erklärt hat: ein historisches Beispiel, das die einfache (nicht erwartungsaugmentierte) Phillips-Kurve richtig auseinandergenommen hat, ist die Stagflation in den 1970ern. Damals gab es in den USA und auch in Europa gleichzeitig hohe Arbeitslosigkeit UND hohe Inflation, ausgelöst u.a. durch die Ölpreisschocks. Nach der klassischen Kurve sollte das eigentlich nicht gehen, weil die ja einen klaren inversen Zusammenhang unterstellt.

    Genau das war für Friedman und Phelps der Anlass, die erwartungsaugmentierte Variante zu entwickeln. Die Ölpreisschocks waren im Prinzip ein Angebotsschock, der gleichzeitig die Produktion drosselt (mehr Arbeitslosigkeit) und die Preise hochtreibt (mehr Inflation). Mit so einem Schock kann die einfache Kurve gar nicht umgehen, weil die nur Nachfrageseite abbildet.

    Für die Klausur würde ich mir als Merksatz mitnehmen: die klassische Phillips-Kurve beschreibt im Grunde nur Nachfrageschocks entlang einer gegebenen Kurve, während Angebotsschocks die ganze Kurve verschieben. Deshalb lohnt es sich bei Klausuraufgaben immer genau zu schauen, ob nach kurzfristigem Trade-off, langfristiger (vertikaler) Kurve oder nach Verschiebungen durch Angebotsschocks gefragt ist, das sind nämlich drei unterschiedliche Baustellen, die gerne verwechselt werden.

  • Angebotselastizität – warum reagieren Landwirte kurzfristig kaum auf Preisänderungen, langfristig aber stark?

    • Felix96
    • 30. September 2026 um 22:20

    Lisas Erklärung ist echt sauber, kann ich so unterschreiben. Um das Prinzip nochmal von einer anderen Seite zu zeigen: das Gleiche siehst du eigentlich in jeder Branche mit hohen Fixkosten und langen Investitionszyklen, nicht nur in der Landwirtschaft.

    Nimm z. B. die Strom- oder Chemieindustrie. Wenn der Strompreis kurzfristig stark steigt, kann ein Kraftwerksbetreiber nicht einfach ein neues Kraftwerk aus dem Boden stampfen – kurzfristig kann er höchstens bestehende Anlagen stärker auslasten oder ein altes, teureres Kraftwerk kurz reaktivieren. Die Kapazität (also die "Fläche" im Bauern-Beispiel) ist fix.

    Langfristig sieht's anders aus: Wenn der Preis dauerhaft hoch bleibt, lohnt sich der Bau neuer Kraftwerke, neue Anbieter steigen in den Markt ein, bestehende investieren in zusätzliche Kapazität. Genau wie bei Lisas Beispiel mit der Flächenumwidmung wird hier der Kapitalstock zum variablen Faktor.

    Der Merksatz von Lisa passt also branchenübergreifend:

    • Kurzfristig: nur variable Kosten/Faktoren anpassbar → unelastisch
    • Langfristig: auch Kapital, Kapazität, Marktein-/austritt variabel → elastisch

    Ich fand's immer hilfreich, mir für jede Klausuraufgabe kurz zu überlegen: "Welcher Faktor ist in diesem Zeitraum eigentlich noch fix?" Dann ergibt sich die Elastizität fast von selbst.

  • Trainer im Fußballverein: Sind die 200 € im Monat steuerfrei – und was passiert, wenn ich noch eine zweite Mannschaft übernehme?

    • Felix96
    • 26. September 2026 um 13:40

    Moin zusammen,

    ich trainiere seit dem Frühjahr die U13 in meinem Heimatverein und bekomme dafür 200 € im Monat. Der Kassenwart meinte damals nur „das ist die Übungsleiterpauschale, da musst du nix machen“. Ich hab eine Erklärung unterschrieben und das war's.

    Jetzt fragt mich der Verein, ob ich ab Oktober zusätzlich die U15 übernehme – dann wären es 450 € im Monat. Und da fängt mein Kopf an zu rattern:

    • Ist das dann immer noch alles steuerfrei, oder gibt es da eine Grenze?
    • Wird das dann automatisch ein Minijob?
    • Ich bin über meine Eltern familienversichert – kann mir das da reinfunken?

    Ich studiere WiWi, aber Steuern hatten wir noch nicht wirklich 😅 Wäre super, wenn mir das jemand sortieren kann, bevor ich zusage.

  • Poisson-Verteilung: Woran erkenne ich in der Aufgabe, dass ich die nehmen soll und nicht die Binomialverteilung?

    • Felix96
    • 25. September 2026 um 18:40

    Moin,

    Statistik 2, Aufgabe: „In einem Callcenter gehen im Durchschnitt 3 Anrufe pro 5 Minuten ein. Wie groß ist die Wahrscheinlichkeit, dass in 5 Minuten höchstens 2 Anrufe eingehen? Und dass in 10 Minuten gar kein Anruf kommt?“

    Laut Lösung ist das Poisson. Aber warum? Es gibt doch auch „Anruf ja/nein“, das klingt für mich nach Binomial. Und bei den 10 Minuten weiß ich nicht, was ich mit dem λ machen soll. Die Formel habe ich, mir fehlt nur das Verständnis. 😬

  • Adverse Selektion vs. Moral Hazard – ich werfe die beiden in jeder Übung durcheinander

    • Felix96
    • 18. September 2026 um 13:40

    Hey,

    in Mikro II sind wir gerade bei asymmetrischer Information. Die Definitionen kann ich auswendig, aber sobald in der Übung ein Fall kommt, weiß ich nicht, ob das jetzt adverse Selektion oder Moral Hazard ist. 🙈

    Beispiel aus der letzten Übung: Jemand schließt eine Vollkasko ab und fährt danach unvorsichtiger. Das war Moral Hazard, okay. Aber dann kam: „Vor allem Leute mit hohem Unfallrisiko schließen die Versicherung ab.“ Da stand ich wieder auf dem Schlauch, das ist doch auch irgendwie dasselbe Problem?

    Gibt es eine Faustregel, mit der man das sicher trennt? Und was hat dieser „Markt für Zitronen“ damit zu tun?

  • BIP als Wohlstandsmaß: Warum erhöht ein Autounfall das BIP, Hausarbeit aber nicht?

    • Felix96
    • 16. September 2026 um 18:25

    Hallo, in Makro hatten wir heute das Bruttoinlandsprodukt, und unser Dozent hat am Ende einen Satz fallen lassen, an dem ich seitdem hänge: „Ein Autounfall erhöht das BIP, die Erziehungsarbeit einer Mutter nicht.“

    Das klingt für mich erstmal nach einem Konstruktionsfehler in der Statistik. Wenn das BIP der wichtigste Indikator für unseren Wohlstand ist, wie kann es dann sein, dass etwas Schlechtes es steigen lässt und etwas offensichtlich Wertvolles gar nicht vorkommt?

    Zwei Fragen dazu:

    1. Was genau misst das BIP eigentlich, so dass dieses Ergebnis herauskommt – ist das ein Fehler oder Absicht?
    2. In der Klausur könnte „BIP als Wohlfahrtsmaß kritisch würdigen“ drankommen. Wie baut man so eine Antwort sinnvoll auf, ohne einfach nur zu meckern?
  • Quantitätsgleichung M · V = P · Y – wenn die Geldmenge um 10 % steigt, steigen dann automatisch die Preise um 10 %?

    • Felix96
    • 15. September 2026 um 21:35

    Eine Ergänzung, die mir beim Lernen den entscheidenden Knoten gelöst hat: In der Diskussion um die Anleihekäufe werden ständig zwei verschiedene Geldmengen durcheinandergeworfen – wer die trennt, versteht sofort, warum die befürchtete Inflation lange ausblieb.

    Erstens die Aggregate auf Ebene der Geschäftsbanken, aufeinander aufbauend:

    • M1 = Bargeldumlauf + täglich fällige Einlagen (Girokonten)
    • M2 = M1 + Einlagen mit vereinbarter Laufzeit bis zwei Jahre + Einlagen mit Kündigungsfrist bis drei Monate
    • M3 = M2 + Repogeschäfte, Geldmarktfondsanteile und Schuldverschreibungen bis zwei Jahre

    Merkhilfe: Je weiter du nach außen gehst, desto weniger liquide und desto zinsähnlicher werden die Bestandteile. Das M in der Quantitätsgleichung meint üblicherweise ein solches breites Aggregat, weil nur damit tatsächlich gezahlt wird.

    Zweitens das Zentralbankgeld – Bargeld plus Guthaben der Banken bei der Notenbank. Genau das entsteht bei Anleihekäufen. Und dieser Topf ist kein Bestandteil von M3: Reserven zirkulieren nicht in der Realwirtschaft, damit rechnen Banken nur untereinander und mit der Notenbank ab.

    Der Übergang vom einen in den anderen Topf läuft über einen einzigen Kanal: Kreditvergabe. Gibt eine Bank einen Kredit, schreibt sie dem Kunden den Betrag auf dem Girokonto gut – in diesem Moment entsteht neues Giralgeld und M3 wächst. Bleibt die Kreditnachfrage schwach, weil kaum jemand investieren will, stapeln sich die Reserven, ohne dass die für die Preise relevante Geldmenge stark zulegt. Das Lehrbuchbild vom Geldschöpfungsmultiplikator über die Mindestreserve legt eine Automatik nahe, die es so nicht gibt: Begrenzend wirken in der Praxis Kreditnachfrage, Bonität der Schuldner sowie Eigenkapital- und Regulierungsvorgaben der Bank.

    Damit schließt sich der Kreis zur Ausgangsfrage: Ein großer Teil des neuen Geldes blieb auf der Reserveebene, die breite Geldmenge wuchs moderater – und die Umlaufgeschwindigkeit fiel zusätzlich, weil das Halten von Guthaben bei Nullzinsen fast nichts kostet. Beides zusammen erklärt, warum aus einer sehr expansiven Geldpolitik jahrelang keine entsprechende Preissteigerung folgte.

  • Dollar-Darlehen am Bilanzstichtag – warum wird ein Kursverlust gebucht, ein Kursgewinn aber nicht?

    • Felix96
    • 14. September 2026 um 15:05

    Hi,

    ich bereite mich auf die Klausur Jahresabschluss vor und komme bei Fremdwährungen nicht weiter. Die Aufgabe sinngemäß:

    • Aufnahme eines Bankdarlehens über 11.000 USD am 01.11., Kurs an dem Tag 1 € = 1,10 USD, Rückzahlung in drei Jahren
    • Bilanzstichtag 31.12., Kurs dann (a) 1 € = 1,00 USD bzw. (b) 1 € = 1,25 USD

    Die Musterlösung bucht in Fall (a) einen Aufwand, in Fall (b) passiert „nichts“. In einer Fußnote steht dann noch, bei einer Restlaufzeit bis zu einem Jahr wäre Fall (b) anders zu lösen?! Das kommt mir total inkonsequent vor. Wenn der Dollar schwächer wird, habe ich doch wirklich weniger Schulden in Euro.

    Kann mir jemand erklären, a) wie ich überhaupt richtig umrechne (ich verwechsle ständig, ob ich teilen oder malnehmen muss 🙈) und b) was hinter dieser Ungleichbehandlung steckt?

  • Gefangenendilemma: Warum landen beide beim schlechteren Ergebnis, obwohl jeder rational handelt?

    • Felix96
    • 13. September 2026 um 07:45

    Lisa hat die Theorie erklärt, ich übernehme den BWL-Teil deiner Frage – denn der Prof hat recht, das Muster steckt überall.

    Preiskampf. Zwei Tankstellen an derselben Kreuzung. Beide hoher Preis: beide verdienen gut. Eine senkt: Sie holt sich die Kundschaft, die andere verliert. Beide senken: Beide verdienen schlechter als vorher. Für jede einzelne ist Senken die beste Antwort – Gefangenendilemma. Genau deshalb sind Kartelle instabil: Jedes Mitglied hat einen Anreiz, heimlich zu unterbieten.

    Werbebudgets. Werben beide Hersteller viel, heben sich die Effekte weitgehend auf und beide tragen die Kosten. Werben beide wenig, sparen beide. Aber wer allein wenig wirbt, verliert Marktanteile – also werben beide viel.

    Weitere klassische Beispiele: Klimaschutz zwischen Staaten, Doping im Sport, Überfischung.

    Und wie kommt man aus dem Dilemma raus? Hier wird es spannend, denn die Antwort lautet: indem man die Spielregeln ändert.

    1. Wiederholung. Das ist der wichtigste Punkt. Treffen sich die Spieler immer wieder und ist kein festes Ende absehbar, kann Kooperation stabil sein: Wer heute betrügt, wird in den folgenden Runden bestraft. Bekannt ist die Strategie Tit for Tat – beim ersten Mal kooperieren, danach immer das tun, was der andere in der Runde zuvor getan hat. Voraussetzung: Die Zukunft ist den Spielern wichtig genug. Die Tankstellen an der Kreuzung spielen jeden Tag, deshalb sieht man dort oft erstaunlich parallele Preise ohne jede Absprache.
    2. Bekanntes Ende. Ist dagegen klar, dass genau zehn Runden gespielt werden, bricht das Ganze in der Theorie zusammen: In der letzten Runde droht keine Strafe mehr, also betrügen beide. Dann ist auch die vorletzte Runde de facto die letzte, und so weiter. Diese Rückwärtsinduktion ist ein beliebtes Klausurthema.
    3. Verbindliche Verträge und Sanktionen. Sie ändern die Auszahlungen direkt. Kartellverträge sind allerdings verboten und vor Gericht nicht durchsetzbar – deshalb bleibt es bei Kartellen bei der Instabilität.
    4. Der Staat nutzt das Dilemma gezielt. Die Kronzeugenregelung im Kartellrecht funktioniert genau wie das Verhör im Lehrbuch: Wer als Erster auspackt, kann mit Straffreiheit rechnen. Damit wird das Misstrauen innerhalb eines Kartells absichtlich verstärkt.

    Merksatz für die Klausur: Im einmaligen Gefangenendilemma ist Nichtkooperation das Gleichgewicht – Kooperation braucht Wiederholung, Vertrauen oder durchsetzbare Regeln.

  • Zweimal durch Statistik gefallen – was passiert beim Drittversuch, und fliege ich bei „endgültig nicht bestanden“ wirklich raus?

    • Felix96
    • 10. September 2026 um 20:40

    Hey zusammen,

    ich muss das mal loswerden: Ich bin jetzt zum zweiten Mal durch die Statistik-Klausur gefallen, diesmal mit 3 Punkten zu wenig. 😞 Im Prüfungsportal steht jetzt „letzter Versuch“, und ich habe ehrlich gesagt Panik.

    Was ich nicht genau weiß:

    • Was heißt „endgültig nicht bestanden“ konkret – bin ich dann exmatrikuliert und kann auch woanders kein WiWi mehr studieren?
    • Gibt es nach dem dritten Fehlversuch noch irgendeine Möglichkeit, z. B. eine mündliche Prüfung?
    • Kann ich den Drittversuch schieben, bis ich mich sicherer fühle?

    Bin für jeden Erfahrungsbericht dankbar. Und falls jemand Tipps hat, wie man Statistik im dritten Anlauf anders angeht als in den ersten beiden – gern her damit.

  • Inflationsrate 2 %, mein Einkauf fühlt sich nach 10 % an – wie wird die eigentlich gemessen?

    • Felix96
    • 6. September 2026 um 14:20

    Hallo zusammen, ich bereite gerade das Kapitel Preisniveau/Inflation vor und komme bei einer Sache nicht weiter – weniger beim Rechnen, mehr beim Verstehen.

    In der Statistik steht eine Inflationsrate von rund 2 %. Wenn ich aber einkaufen gehe, habe ich das Gefühl, alles ist deutlich teurer geworden. Ist die Statistik geschönt, oder messe ich falsch? 🤔

    Konkret hänge ich an zwei Punkten:

    • Wie kommt diese eine Zahl überhaupt zustande – wer legt fest, was in den „Warenkorb“ kommt?
    • Warum steht in der Aufgabe manchmal „das Preisniveau ist gestiegen“ und manchmal „die Inflationsrate ist gesunken“? Das kann doch nicht beides gleichzeitig gelten, oder?

    Wäre klasse, wenn das jemand mal von unten aufrollen könnte. Danke!

  • Angebot und Nachfrage: Wann verschiebt sich die Kurve, und wann bewege ich mich nur auf ihr?

    • Felix96
    • 5. September 2026 um 07:30

    Weil das die typische Anschlussaufgabe ist, sobald „Verschiebung gegen Bewegung“ sitzt: Was passiert, wenn der Staat einen Preis vorgibt? Auch hier hilft die Regel aus dem Eingangsbeitrag, man muss sie nur konsequent anwenden.

    • Höchstpreis (Preisobergrenze, z. B. Mietobergrenzen): Wirksam wird er nur, wenn er unterhalb des Gleichgewichtspreises liegt. Dann ist die nachgefragte Menge größer als die angebotene → Nachfrageüberhang, also Knappheit, Wartelisten, Ausweichen in Nebenabreden. Wichtig: Es verschiebt sich keine Kurve, es wird lediglich ein Preis außerhalb des Schnittpunkts festgesetzt.
    • Mindestpreis (Preisuntergrenze, z. B. Mindestlohn, Agrarpreise): wirksam nur oberhalb des Gleichgewichts. Ergebnis ist ein Angebotsüberhang – auf dem Arbeitsmarkt im Modell also Arbeitslosigkeit, bei Agrarprodukten die bekannten Überschüsse.

    Merksatz für die Zeichnung: Der Höchstpreis liegt unten und wird von der Angebotsseite begrenzt (es wird zu wenig angeboten), der Mindestpreis liegt oben und wird von der Nachfrageseite begrenzt. Gehandelt wird immer die kürzere Marktseite – das ist der Satz, der in der Musterlösung steht.

    Die zweite Standardaufgabe, die auf dem Thread aufbaut, ist eine Mengensteuer beim Anbieter. Sie verschiebt die Angebotskurve senkrecht nach oben um den Steuerbetrag t, weil der Anbieter bei jeder Menge t mehr erlösen muss. Der Preis für die Käufer steigt dabei nicht um den vollen Betrag – wie sich die Last verteilt, hängt an den Elastizitäten: Wer schlechter ausweichen kann, trägt den größeren Teil. Deshalb liegt die Steuerlast bei sehr unelastischer Nachfrage, etwa bei Tabak oder Kraftstoff, überwiegend bei den Konsumenten.

  • Lineares Gleichungssystem mit drei Unbekannten – Einsetzen, Gleichsetzen oder Additionsverfahren?

    • Felix96
    • 3. September 2026 um 21:15

    Ich hänge noch die Schreibweise an, die ab drei Unbekannten viel Schreibarbeit spart und in Wiwi-Klausuren oft ausdrücklich verlangt wird: die erweiterte Koeffizientenmatrix.

    Statt jede Gleichung mit x, y, z und Gleichheitszeichen abzuschreiben, notierst du nur noch die Zahlen – links die Koeffizienten, rechts hinter einem Strich die rechte Seite. Aus dem Beispiel oben wird also ein Zahlenblock mit drei Zeilen und vier Spalten. Die erlaubten Umformungen sind dieselben wie bei den Gleichungen: Zeilen tauschen, eine Zeile mit einer Zahl ungleich null multiplizieren, das Vielfache einer Zeile zu einer anderen addieren.

    Zwei Vorteile:

    • Gauß-Jordan: Wenn du nicht nur bis zur Stufenform, sondern weiter bis zur Einheitsmatrix umformst, steht die Lösung am Ende einfach rechts – du brauchst gar kein Rückwärtseinsetzen mehr. Das lohnt sich vor allem, wenn dieselbe Koeffizientenmatrix mit mehreren rechten Seiten auftaucht.
    • Saubere Begründung der Lösbarkeit statt „letzte Zeile angucken“: Es gilt eine Lösung genau dann, wenn Rang der Koeffizientenmatrix = Rang der erweiterten Matrix ist. Stimmt dieser Rang zusätzlich mit der Zahl der Unbekannten überein, ist die Lösung eindeutig; ist er kleiner, gibt es unendlich viele mit entsprechend vielen freien Parametern. Wenn in der Aufgabe „begründen Sie die Lösbarkeit“ steht, ist das die Formulierung, die volle Punkte holt.

    Wo dir das im Studium wieder begegnet: bei der innerbetrieblichen Leistungsverrechnung nach dem Gleichungsverfahren – gegenseitige Leistungen der Hilfskostenstellen führen genau auf so ein System – und bei Materialverflechtungen (Rohstoff → Zwischenprodukt → Endprodukt). Da ist das Aufstellen wieder der schwierige Teil, das Lösen danach reine Mechanik.

    Und die Probe von oben würde ich immer machen, aber in allen Gleichungen, nicht nur in der einen: Ein Vorzeichenfehler beim Eliminieren zeigt sich sonst gern erst in der Gleichung, die man weggelassen hat.

  • Cashflow: Warum kann ein Unternehmen Gewinn machen und trotzdem kein Geld haben?

    • Felix96
    • 1. September 2026 um 14:15

    Hallo zusammen, ich sitze gerade am Kapitel Cashflow und habe einen Knoten im Kopf. Im Skript steht als Merksatz „Gewinn ist eine Meinung, Cashflow ist eine Tatsache“ – und dass Firmen mit schwarzen Zahlen trotzdem insolvent gehen können. Rechnerisch kann ich die indirekte Ermittlung nachmachen, verstanden habe ich sie aber nicht:

    • Warum addiere ich die Abschreibungen wieder dazu? Die sind doch Aufwand, das Geld ist weg.
    • Warum wird eine Zunahme der Forderungen abgezogen, obwohl ich mehr verkauft habe?
    • Und was genau sagt mir die Zahl am Ende, die eine Bank angeblich lieber anschaut als den Jahresüberschuss?

    Wenn das jemand einmal von der Logik her erklärt statt nur als Schema, wäre mir sehr geholfen. 🙏

  • Nachvertragliches Wettbewerbsverbot im Arbeitsvertrag – bin ich daran gebunden, wenn ich den Job wechsle?

    • Felix96
    • 29. August 2026 um 20:10

    Hallo zusammen, ich arbeite neben dem Studium als Werkstudent und habe jetzt ein Angebot für eine Festanstellung bei einem anderen Unternehmen aus derselben Branche. Beim Nachlesen meines aktuellen Vertrags bin ich über eine Klausel gestolpert: Ich darf zwei Jahre nach Ende des Arbeitsverhältnisses nicht für Wettbewerber tätig werden. Von Geld steht da nichts.

    Ich hatte im Recht-Modul mal gehört, dass so etwas nicht einfach so wirksam ist. Kann mir jemand erklären, worauf es dabei ankommt? Ich möchte nichts falsch machen, aber auch nicht zwei Jahre die Branche wechseln 😅

  • Lorenzkurve und Gini-Koeffizient – wie lese ich die Kurve, und was sagt der Wert wirklich aus?

    • Felix96
    • 28. August 2026 um 06:05

    Kleine Ergänzung zur Rechnung, weil das in Klausuren regelmäßig auftaucht: Wenn du den Gini aus Quintilen bestimmen sollst, geht das über die Trapezformel. Du trägst die kumulierten Einkommensanteile ab, verbindest die fünf Punkte geradlinig und berechnest die Fläche unter dem Streckenzug als Summe von Trapezen der Breite 0,2. Der Gini ist dann 1 − 2 × (diese Fläche), weil die Fläche unter der Diagonalen genau 0,5 beträgt.

    Wichtig ist das Bewusstsein für den Fehler dabei: Zwischen den Stützpunkten unterstellst du eine Gerade, obwohl die echte Lorenzkurve dort nach unten durchhängt. Der aus gruppierten Daten berechnete Gini ist deshalb systematisch eine Untergrenze – je gröber die Gruppierung, desto stärker die Unterschätzung. Mit Dezilen kommt man näher an den wahren Wert als mit Quintilen.

    Und weil oben die schneidenden Lorenzkurven angesprochen wurden: Genau deshalb wird der Gini in Berichten praktisch nie allein ausgewiesen, sondern zusammen mit dem S80/S20-Verhältnis (oberstes zu unterstem Quintil). Zwei Verteilungen mit gleichem Gini können an den Rändern völlig verschieden aussehen – und in der politischen Diskussion sind meistens genau die Ränder gemeint.

  • Bedingte Wahrscheinlichkeit und Bayes – warum ist ein positiver Test bei einem 99-%-Verfahren trotzdem kein Beweis?

    • Felix96
    • 26. August 2026 um 07:50

    Marco hat die Rechnung, ich hänge die Begriffe an, weil sie in Wiwi-Klausuren gern zusätzlich abgefragt werden – und weil das Ganze weit über Medizin hinausgeht.

    Die vier Kennzahlen der Vierfeldertafel:

    • Sensitivität = P(positiv | krank) – die Trefferquote
    • Spezifität = P(negativ | gesund)
    • Positiver Vorhersagewert (PPV) = P(krank | positiv) – genau das, was in Sophies Aufgabe gesucht war
    • Negativer Vorhersagewert = P(gesund | negativ)

    Der entscheidende Merksatz: Sensitivität und Spezifität sind Eigenschaften des Tests, der Vorhersagewert ist es nicht. Der PPV hängt zusätzlich von der Grundrate ab – derselbe Test ist in einer Risikogruppe brauchbar und im Reihenscreening der Gesamtbevölkerung fast wertlos. Die Vernachlässigung dieser Grundrate heißt Base-Rate-Neglect und ist einer der stabilsten Denkfehler überhaupt.

    Wirtschaftlich ist das alles andere als graue Theorie:

    • Betrugserkennung im Zahlungsverkehr: Wenn 0,05 % der Transaktionen betrügerisch sind, erzeugt ein „99 % genauer“ Algorithmus zwangsläufig überwiegend Fehlalarme – jeder davon kostet Bearbeitung und verärgert Kundschaft.
    • Bewerber-Screening und Assessment-Tests: Wenn nur wenige Bewerber wirklich ungeeignet sind, filtert ein guter Test trotzdem mehrheitlich geeignete Leute heraus.
    • Qualitätskontrolle: Bei einer Ausschussquote von 0,2 % sind die meisten „schlechten“ Prüfergebnisse Fehlmessungen – deshalb wird in der Praxis nachgeprüft, statt sofort auszusortieren.

    Und noch drei Signalwörter fürs Handwerkliche, die mir viel Zeit sparen: „und dann“ → Multiplikationssatz (Pfadregel entlang eines Astes); „oder“ → Additionssatz (bei nicht disjunkten Ereignissen den Schnitt abziehen); „mindestens ein“ → über das Gegenereignis rechnen, also 1 − P(keins). Und auf Unabhängigkeit prüfst du nur über P(A∩B) = P(A) × P(B) – nicht über das Bauchgefühl, ob die Ereignisse „irgendwie zusammenhängen“. Bei Bayes-Aufgaben sind die Ereignisse übrigens fast nie unabhängig; wären sie es, wäre der Test ja nutzlos. 🙂

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    3. JaninaBWL

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      • TimDual
      • 24. Oktober 2026 um 19:30
      • Mathematik u. Statistik
      • TimDual
      • 24. Oktober 2026 um 22:40
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    3. NinaZahlen

      24. Oktober 2026 um 22:40
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      • Sara93
      • 18. Oktober 2026 um 22:25
      • Betriebswirtschaftslehre
      • Sara93
      • 24. Oktober 2026 um 20:00
    2. Antworten
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    3. Jonas91

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      • DieJulia
      • 24. Oktober 2026 um 15:10
      • Rechtswissenschaften
      • DieJulia
      • 24. Oktober 2026 um 18:13
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    3. Meike_HR

      24. Oktober 2026 um 18:13
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      • AnnaWInf
      • 24. Oktober 2026 um 12:39
      • Wirtschaftsinformatik
      • AnnaWInf
      • 24. Oktober 2026 um 17:53
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    3. MarkusWB

      24. Oktober 2026 um 17:53
    1. Opportunitätskosten in Aufgaben – wie erkenne ich den entgangenen Nutzen richtig? 2

      • Felix96
      • 24. Oktober 2026 um 08:40
      • Volkswirtschaftslehre
      • Felix96
      • 24. Oktober 2026 um 15:03
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    3. LisaVWL

      24. Oktober 2026 um 15:03
    1. Multikollinearität in der Regression – woran erkenne ich sie, und was mache ich dagegen? 13

      • RobertM
      • 29. September 2026 um 07:28
      • Mathematik u. Statistik
      • RobertM
      • 24. Oktober 2026 um 12:55
    2. Antworten
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    3. NinaZahlen

      24. Oktober 2026 um 12:55

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