Hallo zusammen!
mir stellt sich aktuell folgende Fragestellung, an der ich doch etwas zu knabbern habe:
===========================================
Analysieren Sie die Gültigkeit des Say'schen Theorems, wenn das Modell um Ersparnisbildung und Investitionen erweitert wird. Berücksichtigen Sie alternative Sichtweisen der Gleichung I=S als Identität und als Gleichgewichtsbedingung.
===========================================
ich kam bisher zu folgender "Lösung", die ich aber noch nicht als so ganz stimmig befinde:
---------------------------------------------------
Klassik beruht auf zwei Kerngedanken:
1. Preismechanismus: Herstellung eines GG von Angebot und Nachfrage über flexible Preise
(AÜ -> Preissenkungen / NÜ -> Preissteigerungen)
2. Say’sches Theorem Kernaussage: Jedes Angebot schafft sich seine Nachfrage, da bei der Güterproduktion EK entsteht, das wiederum für Konsum ausgegeben wird (Kreislauftheorie).
=> Aus 1. und 2. folgt, dass stets GG auf allen Märkten entsteht
Überleitung zu I=S als Identität und GG-Bedingung:
->I≡S als Identität…
(ex post-Analyse: Betragsgleichheit von I und S gilt in der Betrachtung am Periodenende immer):
S ist der unverbrauchte Teil des EK und entspricht betragsgleich I als dem unverbrauchten Teil der Produktion (Ersparnisse werden also auch nachfragewirksam, da diese in Form von Krediten von Banken an Unternehmen zu Investitionszwecken weitergegeben werden -> „Ersparnisse werden stets investiert“)
Zwischenfazit: S und I tangieren das Say’sche Theorem zunächst NICHT.
Problem: Say’sches Theorem berücksichtigt das Auftreten ungeplanter Größen nicht.
-> Zusätzlich Berücksichtigung von I=S als GG-Bedingung …
(ex ante-Analyse: Basis sind die Pläne der WS zu Periodenbeginn, d.h. Unternehmen haben Investitionspläne und HH Sparpläne):
Wird Igeplant = Sgeplant realisiert entsteht ein GG, d.h. es treten keine ungeplanten Größen auf.
Interpretation:
Angebot (Y- I geplant) = Nachfrage (Y- S geplant)
=> Pläne der WS gehen in Erfüllung, d.h. es gibt keinen Anlass für Datenänderungen.
Ist nun aber Igeplant ≠ Sgeplant bedeutet das, dass ungeplante Größen aufgetreten sind
Bsp. ungeplante I: Unternehmen muss Produkte auf Lager nehmen, da Verkauf schlechter als geplant läuft.
Bsp. ungeplante S: Für die HH gelten Lieferfristen für bestimmte Güter -> Zwangssparen.
Die Folge: AÜ oder NÜ -> Anpassung erfolgt in Folgeperioden (z.B. durch Anpassung der Produktion)
->Das Auftreten ungeplanter Größen zieht stets Anpassungen nach sich! -> Verletzung des ST, da eben nicht stets GG gegeben ist (s. oben) und ANpassungen erst in späteren Perioden erfolgen.
Fazit:
Das Say’sche Theorem hat somit bei Erweiterung um I und S nur bedingt Gültigkeit => es hat nur solange Gültigkeit wie keine ungeplanten Größen auftreten, d.h. solange GG herrscht mit I=S
-----------------------------------------------
Was meint ihr? Bin ich auf einem richtigen Weg? Oder bin ich komplett auf dem Holzweg?
Schöne Grüße aus der Pfalz,
Mario
Say'sches Theorem bei Erweiterung um Investitionen und Ersparnisbildung
-
Mario84 -
25. Juni 2010 um 18:46 -
Erledigt
-
-
Mehr erfahren →AnzeigeWilhelm Büchner HochschuleTechnik-Fernstudium, staatlich anerkannt – jetzt informieren.
Jetzt mitmachen!
Du hast noch kein Benutzerkonto auf unserer Seite? Registriere dich kostenlos und nimm an unserer Community teil!
Letzte Beiträge
-
- Thema
- Antworten
- Letzte Antwort
-
-

-
Höchstpreis und Mindestpreis – warum entstehen dadurch Knappheit oder Überschuss? 3
- Felix96
2. Juli 2026 um 15:25 - Volkswirtschaftslehre
- Felix96
4. Juli 2026 um 10:05
-
- Antworten
- 3
- Zugriffe
- 25
3
-
-
-

-
Nachfrageinflation vs. Angebotsinflation – woran erkenne ich, welche gerade wirkt? 2
- DieJulia
30. Juni 2026 um 15:50 - Volkswirtschaftslehre
- DieJulia
30. Juni 2026 um 20:40
-
- Antworten
- 2
- Zugriffe
- 26
2
-
-
-

-
Multiplikatoreffekt – warum führt 1 Mrd. € mehr Staatsausgaben zu mehr als 1 Mrd. € BIP? 2
- KevinFernuni
28. Juni 2026 um 15:40 - Volkswirtschaftslehre
- KevinFernuni
28. Juni 2026 um 19:50
-
- Antworten
- 2
- Zugriffe
- 45
2
-
-
-

-
Arten der Arbeitslosigkeit – friktionell vs. strukturell verschwimmt mir total 2
- KevinFernuni
24. Juni 2026 um 14:15 - Volkswirtschaftslehre
- KevinFernuni
24. Juni 2026 um 19:30
-
- Antworten
- 2
- Zugriffe
- 83
2
-
-
-

-
Komparativer Kostenvorteil – warum lohnt sich Handel, wenn ein Land alles besser kann? 2
- KevinFernuni
21. Juni 2026 um 17:05 - Volkswirtschaftslehre
- KevinFernuni
21. Juni 2026 um 21:10
-
- Antworten
- 2
- Zugriffe
- 84
2
-
-
-

-
Marktgleichgewicht berechnen – Angebots- und Nachfragefunktion gleichsetzen? 4
- OleNordwind
17. Juni 2026 um 16:50 - Volkswirtschaftslehre
- OleNordwind
21. Juni 2026 um 09:55
-
- Antworten
- 4
- Zugriffe
- 123
4
-
-
-

-
Magisches Viereck – warum ist das überhaupt „magisch“? 3
- KevinFernuni
16. Juni 2026 um 10:10 - Volkswirtschaftslehre
- KevinFernuni
16. Juni 2026 um 23:20
-
- Antworten
- 3
- Zugriffe
- 100
3
-
-
-

-
Externe Effekte – warum führt das zu Marktversagen? 2
- Felix96
13. Juni 2026 um 16:30 - Volkswirtschaftslehre
- Felix96
13. Juni 2026 um 20:50
-
- Antworten
- 2
- Zugriffe
- 75
2
-
-
-

-
Nominales vs. reales BIP – warum überhaupt preisbereinigen? 2
- TimDual
10. Juni 2026 um 12:15 - Volkswirtschaftslehre
- TimDual
10. Juni 2026 um 17:35
-
- Antworten
- 2
- Zugriffe
- 103
2
-
-
-

-
Opportunitätskosten - zählt da auch der entgangene Lohn mit rein? 3
- Felix96
13. März 2026 um 01:18 - Volkswirtschaftslehre
- Felix96
23. März 2026 um 17:39
-
- Antworten
- 3
- Zugriffe
- 119
3
-