Aus dem Alltag noch drei Stolperstellen, über die in Prüfungen und in echten Buchhaltungen gleich häufig gestolpert wird:
- Skonto auf den Bruttobetrag rechnen, aber netto denken. In der Praxis ziehst du 2 % von den 5.355 € brutto ab. Das ist richtig – aber die Buchung muss den Betrag wieder in 90 € Nachlass und 17,10 € Vorsteuer aufteilen. Wer die 107,10 € komplett auf das Nachlasskonto legt, hat 17,10 € zu viel Vorsteuer gezogen. Das ist der Klassiker.
- Verkaufsseite nicht spiegelbildlich denken. Gewähren wir selbst Skonto, mindert das unsere Erlöse und unsere abzuführende Umsatzsteuer – gleiche Mechanik, andere Konten (Erlösschmälerungen statt Nachlässe, Umsatzsteuer statt Vorsteuer). In Klausuren wird gern mitten in der Aufgabe von Einkauf auf Verkauf gewechselt.
- Rücksendung ist nicht gleich Mangel. Schicke ich Ware zurück, weil sie nicht gefällt, ist es eine Entgeltminderung. Behalte ich mangelhafte Ware und bekomme einen Preisnachlass (Minderung), ebenso. Gutschriften mit Umsatzsteuer, die auf einer anderen Leistung beruhen – etwa eine Werbekostenpauschale, die wir dem Lieferanten in Rechnung stellen –, sind dagegen ein eigener Umsatz von uns und keine Minderung. Das ist bei Boni die häufigste Fehlerquelle im Handel.
Merksatz, mit dem ich Azubis das beibringe: Erst fragen, ob sich der Preis geändert hat oder ob eine neue Leistung dazugekommen ist. Preisänderung → korrigieren. Neue Leistung → normal buchen. Damit erwischst du 95 % der Fälle richtig, ohne einen einzigen Buchungssatz auswendig gelernt zu haben.