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SGD Fernstudium – WM-Vorteile 2026

Marktsegmentierung, Zielgruppe, Positionierung – wie mache ich das in der Fallstudie, ohne dass es beliebig wirkt?

  • JuliBuecher
  • 20. September 2026 um 20:30
  • Unerledigt
  • JuliBuecher
    BWL · Lernmaterial
    Beiträge
    44
    • 20. September 2026 um 20:30
    • #1

    Hallo,

    in unserer Marketing-Fallstudie sollen wir für ein Start-up (vegane Fertiggerichte im Glas) eine Segmentierung, Zielgruppenauswahl und Positionierung machen.

    Mein Problem: Ich schreibe dann sowas wie „Zielgruppe: Frauen 25–40, gesundheitsbewusst, urban“. Unsere Dozentin meinte bei der Zwischenbesprechung, das sei „aus dem Bauch heraus“ und nicht hergeleitet.

    Wie macht man das denn methodisch sauber? Welche Kriterien nehme ich zum Segmentieren, und wie begründe ich, warum ich mich für ein Segment entscheide?

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  • Basti92
    Marketing
    Beiträge
    28
    • 20. September 2026 um 22:50
    • #2

    Deine Dozentin will den Dreischritt STP: Segmentierung → Targeting → Positionierung sehen. Dein Satz ist das Ergebnis vom zweiten Schritt, ohne dass der erste sichtbar ist. Ich würde es so aufbauen:

    Schritt 1: Segmentieren, also den Markt aufteilen

    Nimm Kriterien aus mehreren Gruppen:

    • Geografisch: Stadt/Land, Region
    • Soziodemografisch: Alter, Haushaltsgröße, Einkommen
    • Psychografisch: Lebensstil, Werte (Gesundheit, Nachhaltigkeit, Zeitknappheit)
    • Verhaltensorientiert: Kaufanlass, Verwendungsintensität, Preissensibilität, Einkaufsstätte

    Bei Lebensmitteln sind die psychografischen und verhaltensorientierten Kriterien meist aussagekräftiger als reine Demografie. „Frau, 32“ kauft kein Glas-Curry, „Berufstätige mit wenig Zeit, die trotzdem nicht auf Fast Food ausweichen will“ schon.

    Bilde daraus 3–4 benannte Segmente, z. B. „Gesundheitsbewusste Vielbeschäftigte“, „Überzeugte Veganer:innen“, „Flexitarische Familien“, „Preisbewusste Studierende“.

    Schritt 2: Prüfen, ob die Segmente überhaupt taugen

    Die klassischen Anforderungen, die du einmal kurz durchgehst:

    • intern homogen, extern heterogen (die Segmente müssen sich im Kaufverhalten wirklich unterscheiden)
    • messbar und erreichbar (über welche Kanäle kommst du an sie ran?)
    • tragfähig (groß und kaufkräftig genug)
    • zeitlich stabil

    Damit ist deine Auswahl schon nicht mehr „aus dem Bauch“, sondern nachvollziehbar gefiltert.

  • DieJulia
    Master BWL
    Beiträge
    39
    • 21. September 2026 um 07:10
    • #3

    Basti hat das Segmentieren erklärt, ich übernehme die Schritte 2 und 3, weil dort in Fallstudien die meisten Punkte liegen.

    Targeting: Segmente bewerten und auswählen

    Mach eine kleine Bewertungsmatrix: Zeilen = Segmente, Spalten = Kriterien wie Segmentgröße/Wachstum, Zahlungsbereitschaft, Wettbewerbsintensität, Fit zu den eigenen Stärken (bei einem Start-up: kleines Budget, Onlinevertrieb, Bio-Zutaten). Gewichten, bewerten, Summe bilden. Dann steht deine Zielgruppe als Ergebnis da.

    Außerdem gehört die Marktabdeckungsstrategie dazu:

    • undifferenziert: ein Angebot für alle,
    • differenziert: mehrere Segmente mit jeweils angepasstem Marketing-Mix,
    • konzentriert: ein Segment, dafür richtig.

    Für ein Start-up mit wenig Budget ist die konzentrierte Strategie meist gut begründbar, verbunden mit dem ehrlichen Hinweis auf das Klumpenrisiko.

    Positionierung: wo stehst du im Kopf der Zielgruppe?

    Zeichne ein Positionierungskreuz mit zwei Achsen, die für dein Zielsegment kaufentscheidend sind, z. B. „Zubereitungszeit“ und „Natürlichkeit/Zutatenqualität“. Trag die Wettbewerber ein (Tiefkühlpizza, Lieferdienst, selbst kochen, andere Glasgerichte) und zeig die Lücke, die ihr besetzt. Daraus leitest du ein klares Nutzenversprechen in einem Satz ab.

    Roter Faden für die Fallstudie: Jede Entscheidung steht auf der vorherigen. Die Positionierungsachsen kommen aus den Bedürfnissen des gewählten Segments, und das Segment kommt aus der Bewertung. Dann kann niemand mehr „Bauchgefühl“ an den Rand schreiben.

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