Aus der Vertriebssicht noch ein praktischer Zusatz zu den Economies of Scope: Die Verbundvorteile entstehen bei uns oft gar nicht in der Produktion, sondern über gemeinsame Kundenbeziehung, Marke und Vertriebskanal – ein Außendienstbesuch verkauft eben mehrere Produkte statt nur eines (Cross-Selling).
Die Kehrseite, die man in der Klausur gern vergisst: Ab einem gewissen Punkt fressen die Komplexitätskosten den Verbundvorteil wieder auf. Jede zusätzliche Variante will beworben, geschult und im Lager gehalten werden. Deshalb ist „mehr Sortiment“ nicht automatisch günstiger – genau da setzt dann die Prozesskostenrechnung an, um die versteckten Kosten der Vielfalt sichtbar zu machen.