Zur Matrix aus der Praxis, weil das Schaubild so harmlos aussieht: Die Frage „wer hat das Sagen“ entscheidet sich in einer Matrix nie am Organigramm, sondern an zwei sehr banalen Punkten – wer schreibt die Beurteilung, und wer verfügt über das Budget. Wenn beides beim Linienvorgesetzten liegt, ist die Produktseite im Zweifel dekorativ, egal was das Organigramm zeigt.
Deshalb gehört zu einer funktionierenden Matrix zwingend eine Eskalationsregel: Wenn sich die beiden Dimensionen nicht einigen, wer entscheidet dann, und in welcher Frist? Ohne das bleiben Konflikte beim Mitarbeiter hängen, und der macht dann das, was der Lautere von beiden will. Das ist das berühmte Zwei-Chefs-Problem, und in Klausuren ist „hoher Koordinationsaufwand, Konfliktpotenzial, erschwerte Verantwortungszurechnung“ genau die Antwort, die man dafür sehen will.
Was in Aufgaben oft danebensteht und leicht zu verwechseln ist: die Spartenorganisation (divisionale Organisation). Da wird nicht nach Funktionen gegliedert, sondern nach Geschäftsbereichen – jede Sparte hat ihren eigenen Vertrieb, ihre eigene Produktion, oft mit Ergebnisverantwortung als Profit Center. Das Auswahlkriterium ist die Heterogenität des Programms: Viele sehr unterschiedliche Produkte oder Märkte sprechen für Sparten, ein enges homogenes Programm für die funktionale Gliederung.
Und in echten Unternehmen ist es fast immer eine Mischform. Bei uns läuft der Vertrieb nach Regionen, Marketing und Einkauf zentral – wer das sauber benennen kann („funktionale Grundstruktur mit regionaler Vertriebsgliederung“), sammelt in mündlichen Prüfungen zuverlässig Punkte.