Julias Ansatz mit den Quellenangaben in Klammern ist schon mal richtig gut, das würde ich eins zu eins übernehmen. Ich ergänz das Ganze noch aus der Praxis, weil wir im Vertrieb SWOTs ja auch ständig für Kunden oder eigene Produkte bauen, und da gibt's genau das gleiche Problem mit Floskeln.
Was mir hilft: Ich frage bei jedem Punkt "Und deshalb?" – also die klassische "So what"-Frage. "Starke Marke" – und deshalb? Wenn die Antwort nicht in Richtung "kann deshalb höhere Preise durchsetzen" oder "hat dadurch Zugang zu Vertriebskanal X, den Wettbewerber Y nicht hat" geht, ist der Punkt zu dünn. Eine Stärke ist nämlich nur dann eine, wenn sie sich in einen konkreten Vorteil im Markt übersetzen lässt, den man im Fall auch wiederfindet.
Bei Chancen/Risiken mach ich zusätzlich den Test: "Steht das auch in der Fallbeschreibung des Wettbewerbers drin, falls es eine gibt?" Wenn ja, ist es meistens ein allgemeiner Markttrend und keine fallspezifische Chance. Eine Chance wird erst dann spezifisch, wenn du sie mit einer vorhandenen Ressource oder Fähigkeit des Unternehmens aus dem Fall verknüpfst – sonst ist es nur PESTEL-Wissen, das in die Umweltanalyse gehört, nicht in die SWOT selbst.
Kleiner Praxistipp noch: Ich schreib die SWOT-Punkte immer erst als ganzen Satz mit Begründung, und kürze dann erst auf Stichpunkte. Dann fällt sofort auf, wenn der Satz eigentlich nichts aussagt.