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Außenwirtschaft

  • tobi86
  • 28. November 2005 um 14:25
  • Erledigt
  • tobi86
    Benutzer
    Beiträge
    33
    • 28. November 2005 um 14:25
    • #1

    Hi.

    Hab das System relativ fester Wechselkurse bis zu einem bestimmten Punkt verstanden. Jetzt kommt aber etwas was ich nicht so ganz verstehe:
    Wenn der Kurs über die Bandbreit zu weit nach oben oder nach unten ausschlägt muss die Zentralbank Devisen kaufen oder verkaufen.
    Aber wie muss ich mir das vorstellen? Welche Zentralbank kauf da?
    Wenn sie keine Devisen hat kommt es zu einer Abwertung der Währung.
    Aber von welcher Sicht aus muss ich das sehen?
    Weiß nicht genau welchen Ansatz ich wählen muss. Hoffe, mir kann das mal einer einfach erklären.

    Danke.

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  • dr.niel
    Erfahrener Benutzer
    Beiträge
    110
    • 28. November 2005 um 15:11
    • #2

    Ob die Zentralbank eines Landes Devisen kauft oder verkauft hängt von den Zielen der Zentralbank ab. Beispielsweise kauft die chinesische Zentralbank auf bei einem Überangebot an US-$ auf dem Devisenmarkt dieses Überangebot an US-$ auf. Ziel der chinesischen Zentralbank ist es, dass Abwerten den US-$ zu verhindern, da dies mit einer Aufwertung der chinesischen Währung einhergehen würde. Dadurch würden sich jedoch die chinesischen Produkte auf Weltmarkt verteuern, was die chinesische ZB mit dieser Intervention verhindert.

  • Strolch
    Moderator
    Beiträge
    1.504
    • 28. November 2005 um 15:59
    • #3
    Zitat

    Hab das System relativ fester Wechselkurse bis zu einem bestimmten Punkt verstanden

    Das gute alte EWS war genau so ein System, die europäischen Zentralbanken hatten sich verpflichtet, die Wechselkurse nur in bestimmten Bandbreiten schwanken zu lassen. Wenn jetzt eine dieser Währungen aus der Bandbreite herauslief, waren alle Banken verpflichtet diese entweder auf dem freien Markt aufzukaufen und somit das "Überangebot" zu reduzieren, dass den Kurs nach unten fallen ließ oder eben, die Knappheit der Währung aus den eigenen Devisenreserven zu decken und die Reserven eben aufzulösen und auf dem Markt zu verkaufen.

    Auf die Frage also wer kauft und verkauft lautet die Antwort eben die Banken, die sich zu den relativ festen Wechselkursen bekannt und zusammengeschlossen haben.

    Wenn sie (die Zentralbank) keine Devisen hat, heist das doch, dass sie eine Aufwertung nicht verhindern kann, denn das auf den Markt werfen der Devisen führt doch dazu, dass die vorhandene Nachfrage auf niederigerem Niveau befiredigt werden kann - oder hab ich jetzt den Frageansatz nicht richtig interpretiert?


    So, ich hoffe mal, das ging zumindest in die richtige Richtung

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  • tobi86
    Benutzer
    Beiträge
    33
    • 28. November 2005 um 18:29
    • #4

    Hi.
    Danke erstmal für Eure Hilfe!


    Das hier ist meine Denkweise *g*:
    Also wenn wir jetzt in Deutschland mehr Dollar nachfragen. Dann steigt steigt das Angebot an Binnenwährung. Dadurch wird der Dollar teurer. Der Kurs des Dollar steigt.
    Wenn der Kurs jetzt über die Bandbereite hinaus geht (also Nachfrage höher ist als das Angebot), muss die Deutsche Zentralbank mehr Dollar auf den Markt werfen. Dadurch sinkt der Dollar wieder.
    Wenn die Bundesbank jetzt keine Dollar mehr hat (also Währungsreserven) : Was passiert dann??? Bitte genau erklären^^ Jetzt kommt doch irgendwas mit Auf- oder Abwertung oder?

    Wenn wir jetzt einen Angebotsüberhang an Dollar haben, sinkt der Kurs des Dollar. Die US- Zentralbank muss Dollar kaufen und Euro abgeben damit der Dollar wieder steigt um wieder in die Bandbreite zu gelangen oder?
    Jetzt brauchen wir doch keine Währungsreserven, weil die US Zentralbank ja Dollar drucken kann oder?


    Hoffe mal die Anfänge meiner Erklärung sind richtig^^

  • Strolch
    Moderator
    Beiträge
    1.504
    • 28. November 2005 um 19:00
    • #5

    Also sehen wir mal davon ab, dass die FED und die EZB mWn keine festen oder relativ festen Wechselkurse vereinbart haben.

    Eine Aufwertung der Währung ist es automatisch wenn deren Wechselkurs steigt, eine Abwertung wenn ihr Wechselkurs sinkt.

    Auf- und Abwertungen sind allerdings auch Wirtschaftspolitische Vorgänge, die willentlich, am Markt vorbei, also außerhalb des normalen Schwankungsspiel von Angebot und Nachfrage, von den Zentralbanken vorgenommen werden. In dem von dir nachgefragten System bedeutet dies dann, dass der Kanal, die Bandbreite in dem die Währung schwanken darf, neu festgesetzt wird. Heist soweit ich weis offiziell Realignment.

    Wenn der EZB die Dollar ausgehen würden, hätte sie keinerlei Einfluss mehr auf den Wechselkurs und könnte ihn daher auch nicht Auf- oder Abwerten, denn der Kurs, würde wenn man dein Beispiel im negativsten Sinne vortsetzen würde, ganz einfach durch die Decke gehen und könnte bis auf ein Marktkonformes Niveau steigen. Das freie Spiel der Marktkräfte, aber eine Auf- bzw. Abwertung im wirtschaftspolitischen Sinne setzt ja gerade eine Beeinflussbarkeit voraus.

    Die Notenbank kann Geld drucken, aber was bringt dir das? Das Beispiel des Deutschen Reiches zeigt doch eindeutig das Geld drucken nicht die Lösung der Probleme ist, der unkontrollierte Anstieg der Geldmenge bringt wesentlich mehr Probleme als Vorteile. In diesem Kontext musst du auch deine Äußerung vom Anfang sehen,

    Zitat

    Dann steigt steigt das Angebot an Binnenwährung

    dieses ist nämlich eine rein auf die aktuelle Frage begrenzte Sicht. Generll spielt eben das Instrument der Geldmengensteuerung auch noch mit.

    So, ich hoffe wir kommen uns im Verständnis der Frage näher ~ wobei immer noch gilt Meine Meinung!

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