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internationale finanzkreisläufe?!

  • urmel
  • 28. Februar 2007 um 17:55
  • Erledigt
  • urmel
    Neuer Benutzer
    Beiträge
    1
    • 28. Februar 2007 um 17:55
    • #1

    hi all!

    ich muss in der schule im rahmen des gk-unterrichts(13.klasse) ein referat über internationale finanzkreisläufe halten.

    soweit so gut. nun aber die frage: was zum teufel ist das? google spuckt magere 3 treffer aus, sucht man danach.
    da ich nur vermuten kann, was man darunter versteht wollt ich hier mal nachfragen, ob mir jemand ein paar anhaltspunkte geben kann.

    bisher bin ich auf begriffe wie offene volkswirtschaft etc gestoßen...hat das was damit zu tun?

    unser buch gibt leider auch keinen aufschluss über das thema. wir behandeln im unterricht momentan das thema globalisierung (zum 20sten mal ^^) und deswegen muss die aufgabenstellung wohl auch irgendwie diesem aspekt untergeordnet sein.

    vielen dank für alle informationen und links!

    mfg
    tobi

    ps: ich hoff ich bin im richtigen bereich!

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  • Denny
    Erfahrener Benutzer
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    1
    Beiträge
    380
    • 1. März 2007 um 12:37
    • #2

    Hallo,

    Wirtschaftskreislauf:

    Der Wirtschaftskreislauf ist eine gedankliche Konstruktion - ein Instrument, um die Güter- und Geldbewegungen in einer Volkswirtschaft besser zu erfassen, darzustellen und zu untersuchen. Formal gesprochen handelt es sich dabei um alle volkswirtschaftlichen Transaktionen, bei denen Güter und Forderungen mit Gegenleistung (Tausch) oder ohne Gegenleistung (Transfer, Schenkung) von einem Wirtschaftsteilnehmer (Betriebe, private Haushalte, Staat) auf einen anderen übergehen. Das Gegenstück wäre eine Art "Robinson Crusoe Wirtschaft", in der jeder ein Selbstversorger ist und in der es somit keinen Wirtschaftskreislauf gibt.

    Die Vorstellung vom Wirtschaftskreislauf hilft, die komplizierten Vorgänge in einer arbeitsteiligen Wirtschaft vereinfacht und stark schematisiert darzustellen. Dabei wird das allgemeine Bild eines geschlossenen Kreislaufs, wie zum Bespiel in der Natur, auf die Wirtschaft übertragen: Zwischen Haushalten, Unternehmen, Banken, dem Staat und dem Ausland (den Kreislaufpolen) fließen bestimmte Geldströme und Güterströme.

    Für den geschlossenen Kreislauf gilt: An jedem Pol muss die Summe aller zufließenden Ströme der Summe aller abfließenden Ströme entsprechen. Ein privater Haushalt zum Beispiel erhält für seine Arbeitsleistungen (Güterstrom) ein Einkommen (Geldstrom). Dieses Geld gibt er wieder aus, um Konsumgüter zu kaufen. Durch Erweiterungen kann dieses vereinfachte Bild an die Wirklichkeit angenähert werden, beispielsweise, indem die Kapitalbildung im Kreislauf berücksichtigt wird. Denn die privaten Haushalte verwenden nicht ihr gesamtes Einkommen für Konsumzwecke, sondern sparen einen Teil. Dieses Geld wird, vereinfacht gesagt, von den Banken gesammelt und den Unternehmen in Form von Krediten für Investitionen zur Verfügung gestellt.

    Außerdem müssen der Staat und das Ausland als weitere Sektoren (Pole) in den Kreislauf aufgenommen werden. Durch die Berücksichtigung des Außenhandels wird aus der bisher "geschlossenen" eine "offene" Volkswirtschaft. Und nicht zuletzt liefern die Überlegungen anhand des Modells vom Wirtschaftskreislauf auch die theoretischen Grundlagen für die Berechnung des Sozialprodukts.


    zur Globalisierung:

    Für die seit Mitte der 80er Jahre beschleunigte internationale Arbeitsteilung hat sich der Ausdruck Globalisierung eingebürgert. Im Wesentlichen lassen sich drei Ebenen der Globalisierung unterscheiden:


    Exporte ("Die Güter gehen zum Markt"): Dem zunehmenden grenzüberschreitenden Austausch von Waren und Dienstleistungen verdankt die Weltwirtschaft einen guten Teil ihres Wohlstands. Seit Mitte der 80er Jahre ist der weltweite Außenhandel mit jahresdurchschnittlich knapp 9 Prozent wesentlich stärker gewachsen als die Produktion (etwa 6 Prozent).
    Direktinvestitionen ("Die Produktion geht zum Markt"): Die Direktinvestitionen haben seit 1985 Jahr für Jahr im Schnitt um etwa 21 Prozent zugelegt und sind damit das dynamischste Element der Globalisierung. Die Unternehmen haben die politischen (z.B. EU-Binnenmarkt, Zerfall des Ostblocks) und technischen Entwicklungen (neue Informations- und Kommunikationstechnologien) genutzt, um sich an erfolgversprechenden Standorten niederzulassen und damit die eigene Wettbewerbsposition zu stärken.
    Finanzmärkte ("Das Kapital geht zur Produktion"): Mit der zunehmenden Liberalisierung der Kapitalmärkte wurde die Finanzierung grenzüberschreitender Aktivitäten wesentlich vereinfacht. Entsprechend ist das Volumen der Anleihen, die auf den Finanzmärkten zirkulieren, seit 1990 um jährlich 15 Prozent gestiegen. Das verleiht der Globalisierung zusätzliche Dynamik.
    Die Globalisierung wird oft als Bedrohung empfunden. Im Gegensatz dazu birgt sie jedoch erhebliche Chancen für das Wachstum der Weltwirtschaft und für mehr Wohlstand. Denn die Globalisierung bietet vor allem auch den Entwicklungs- und Schwellenländern Möglichkeiten zum wirtschaftlichen Aufstieg. Damit erwachsen aber auch den Industrieländern neue lukrative Märkte.

    Vor allem ist die Globalisierung kein Beschäftigungskiller: In den USA wurden seit 1992 Monat für Monat 200.000 neue Arbeitsplätze geschaffen. Die Niederlande, Dänemark und Irland sind Beispiele dafür, dass auch in Europa die Arbeitslosigkeit deutlich reduziert werden kann. Die ungünstige Arbeitsmarktentwicklung Deutschlands ist auf Defizite bei der Deregulierung des Arbeitsmarktes zurückzuführen.


    Globalisierungskritik

    Gegenwärtig steht die Globalisierung häufig in der öffentlichen Kritik, vor allem von Seiten vieler Nichtregierungsorganisationen. Dabei werden jedoch gerechtfertigte Kritikpunkte vermischt mit nicht korrekten, überzogenen und teils rein polemisch-ideologischen Vorwürfen gegen die Globalisierung. Zu unterscheiden ist grundsätzlich zwischen extremen Globalisierungsgegnern, die die internationale Arbeitsteilung durch neue Barrieren gegen internationale Transaktionen einschränken wollen, und gemäßigteren Globalisierungskritikern, die Korrekturen an einzelnen Aspekten der bestehenden Regeln für den internationalen Austausch von Waren, Dienstleistungen, Kapital und Arbeitskräften anmahnen.

    Generell wird kritisiert, dass die Spielregeln der Globalisierung zumeist von den "Mächtigen" und vorwiegend zu deren Nutzen aufgestellt würden. Dazu zählen die Globalisierungskritiker in erster Linie die - aus ihrer Sicht politisch einflussreichen - multinationale Unternehmen. Die Regierungen der großen und einflussreichen Industrieländer und vor allem die internationalen Organisationen wie Internationaler Währungsfond, und Welthandelsorganisation sehen sie dabei als Handlanger der Wirtschaftsinteressen. Kritisiert wird eine "neoliberale" Ausrichtung der Globalisierung, die zu viel Vertrauen in Kapitalismus und Marktwirtschaft und zu wenig in staatliche Interventionen und Soziales setze.

    Das Themenspektrum der Kritik ist sehr breit. Drei Bereiche werden hier beispielhaft und mit Verweisen auf andere Lexikoneinträge skizziert:


    Auf den Internationalen Finanzmärkten und auch im Devisenhandel dominieren nach Ansicht der Globalisierungskritiker die Einflüsse von Spekulanten, sodass der Begriff Kasino-Kapitalismus geprägt wurde. Tatsächlich bestehen gewisse Probleme im Weltfinanzsystem, vor allem da es immer wieder zu gravierenden Finanzkrisen in Schwellenländern und größeren Verschiebungen zwischen den Währungen der großen Industrieländer gekommen ist. Gefordert werden daher eine Tobin-Steuer auf Devisentransaktionen oder Wechselkurszielzonen. Diese Vorschläge sind allerdings sehr kritisch zu sehen.
    Mit Blick auf Themen wie Protektionismus, Handelsliberalisierung, Inflationsbekämpfung und Konsolidierung wird von manchen Globalisierungskritikern behauptet, die Entwicklungsländer würden die Verlierer der Globalisierung und eines neoliberalen Reformkanons (Washington Consensus) sein. Als vermeintlicher Beleg wird angeführt, dass die weltweite Ungleichheit und Armut seit etwa 1980 - seit sich die Globalisierung beschleunigt hat - angeblich zugenommen habe. Bei vernünftiger Messung von Armut und Ungleichheit stellt sich jedoch heraus, dass das Gegenteil der Fall ist.
    Die Globalisierung ist - glaubt man den Kritikern - Schuld an der Massenarbeitslosigkeit in Deutschland. Aufgrund der zunehmenden Niedriglohnkonkurrenz ginge uns letztlich die Arbeit aus, weil ja die Entwicklungsländer viel billiger anbieten könnten. Andere Länder aber haben es geschafft, mit den Herausforderungen der Globalisierung fertig zu werden, wie etwa viele angelsächsische Staaten, aber auch Länder, deren Wertesysteme dem unseren ähnlicher sind, wie etwa die Niederlande, Dänemark oder Schweden. In den Industrieländern insgesamt ist die Zahl der Erwerbstätigen zwischen 1995 und 2005 um knapp 39 Millionen gestiegen, das ist ein Anstieg von mehr als 10 Prozent in nur zehn Jahren. In Deutschland dagegen hat sie aufgrund unseres unflexiblen Arbeitsmarktes dagegen nur um rund 3 Prozent zugenommen.
    Kritik wird auch an einem im Zuge der Globalisierung verschärften Konkurrenzdruck aus dem Ausland geübt. So heißt es zuweilen, dass niedrigere Arbeits-, Sozial-, Steuer- und Umweltstandards in Entwicklungsländern dazu führen, dass der Wohlfahrtsstaat hierzulande demontiert werden müsse. Letztlich komme es in diesem internationalen Standortwettbewerb zu einer ruinösen Konkurrenz der Staaten, bei denen diese Standards immer weiter gesenkt werden müssten (race to the bottom). Doch auch diese Behauptung hält weder theoretisch noch empirisch einer genaueren Prüfung stand.
    Die letzten drei Punkte offenbaren eine grundsätzliche Unstimmigkeit in der Argumentation der Globalisierungskritiker. Auf der einen Seite mahnen sie faire Bedingungen für Entwicklungsländer an und fordern zu Recht einen besseren Marktzugang für arbeitsintensive Güter in den Industrieländern. Auf der anderen Seite schüren sie in Deutschland und anderen Industriestaaten eine überzogene Angst vor der Konkurrenz durch die Entwicklungsländer und leisten einer protektionistisch gesinnten Stimmung Vorschub. Kritisch ist ebenso zu sehen, dass die Globalisierungskritiker sich hier zu Lande wichtigen Reformen entgegen stellen, die notwendig sind, damit die Chancen der Globalisierung (Protektionismus) genutzt werden können.

    Ich habe noch einige Bilder angehängt.

    Gruß
    Denny

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    Nichts ist unmöglich, bis man sich selber davon überzeugt hat.

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