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Ezb

  • Teddy5
  • 21. September 2006 um 06:19
  • Erledigt
  • Teddy5
    Neuer Benutzer
    Beiträge
    22
    • 21. September 2006 um 06:19
    • #1

    Hallo zusammen, heute habe auch ich einmal zwei Fragen, bzw die Bitte das ihr meine Antwortgedanken einmal durchlest.
    1. Die EZB verringert die Geldmenge, um die Geldentwertungsrate- gemessen am Preisindex des Bruttoinlandsprodukts zu verringern. Diese Maßnahme führt nicht zum gewünschten Erfolg. Begründen Sie, welche Ursache dieser Mißerfolg haben könnte.
    Meine Gedanken gehen nun dahin, dass ich auf die ursachen der Geldentwertung eingehe, und ob die maßnahme Geldmengenminderung für diese Ursache überhaupt wirksam ist.
    Liege ich da richtig?

    2. Die EZB beabsichtigt, das Geldvolumen in den Volkswirtschaften der Euro-Mitgliedsländer um 200 Mio Euro zu verringern. Welche der folgenden Maßnahmen könnte die EZB zumindest theoretisch ergreifen, um dieses Ziel auch wirklich zu erreichen?
    Mindestreservesätze der Kreditinstitute
    - erhöhen xxx
    - absenken
    Volumen anzukaufender Handelswechsel
    - erhöhen
    - absenken xxx
    Volumen anzukaufender internationaler Währungseinheiten
    - erhöhen
    - absenken xxx

    Bei Aufgabe zwei habe ich drei Kreuze hinter meinen Antworten gemacht.
    Es wäre schön wenn ihr euch das bitte einmal ansehen könntet.

    Danke.Teddy5

    Teddy5

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  • Denny
    Erfahrener Benutzer
    Reaktionen
    1
    Beiträge
    380
    • 21. September 2006 um 09:43
    • #2

    Hallo Teddy,

    Ich habe einige Infos gefunden. Ich hoffe das ganze hilft die ein wenig zu deiner Aufgabe weiter.


    Nach der herrschenden Geldtheorie ist es die wesentliche Aufgabe der Geldpolitik, den Geldwert zu stabilisieren. In einer Indexwährung wie dem Euro soll vor allem das Preisniveau stabilisiert werden. Nach der Geldtheorie kann aber die Stabilisierung des Preisniveaus nicht in jedem Fall die Geldwertstabilität gewährleisten. Das lässt sich mit einfachen Beispielen verdeutlichen:

    In einer Volkswirtschaft steige - z.B. durch erfolgreiche Kartellbildung - das gehandelte Wertvolumen, wobei der Mengenzuwachs unterproportional sei. Die Geldnachfrage steigt. Verfolgt die Notenbank eine Politik der Preisstabilität, erhöht sie das Geldangebot nicht entsprechend und verhindert so das höhere Umsatzvolumen, die Menge der absetzbaren Güter sinkt, es kommt zur Rezession. Der Geldwert - definiert als Marktwert des Geldes - ist gestiegen, obwohl das Preisniveau konstant geblieben ist.

    Durch eine Naturkatastrophe gehe die produzierbare Menge zurück, die Produktionskosten steigen. Die Geldnachfrage bleibt konstant. Es käme zu Preissteigerungen, die die Notenbank aber durch Verringerung der Geldmenge, also des Geldangebots, verhindert. Dadurch steigt der Geldwert. Bei stabilem Geldwert wären die Preise gestiegen, die absetzbare Menge wäre nicht so stark gesunken, die Rezession wird verstärkt.

    Folgerung: Das Preisniveau kann auch bei nicht stabilem Geldwert stabil sein. Das Ziel der Preisniveaustabilität macht regulierende Währungspolitik daher fehleranfällig, seine Verwendung kann dem Wirtschaftswachstum schaden. Die Bedingung für Geldwertstabilität ist deshalb nicht Preisniveaustabilität, sondern Geldnachfrageänderungen durch entsprechende Geldangebotsänderungen zu kompensieren.


    Daher versuchen die Notenbanken, die Geldmenge entsprechend dem Wirtschaftswachstum zu erhöhen plus einer allerdings wissenschaftlich unfundierten "natürlichen Teurungsrate", die im Falle der EZB 2% beträgt. Allerdings sind bekanntlich die Prognosen des Wirtschaftswachstums nicht immer zutreffend. Daher verfolgte die Zentralbank der USA unter Alan Greenspan kein striktes Ziel der Preisniveaustabilität, wie es die EZB tut, bei der andere Ziele wie Wirtschaftswachstum nur eine Nebenrolle spielen. Die USA erreichten ein wesentlich höheres Wirtschaftswachstum als die Eurozone. Auch die Bundesbank hatte laut Bundesbankgesetz noch die Aufgabe, „die Währung zu sichern“, während die EZB nach ihrer Satzung als Hauptziel Preisniveaustabilität gewährleisten soll.


    Inflation


    Wenn die Geldmenge übermäßig wächst oder bei konstanter Geldmenge die Umlaufgeschwindigkeit des Geldes zunimmt, kommt es zu einem Ungleichgewicht zwischen dem verfügbaren Geld und den Gütern, die mit dem Geld bezahlt werden könnten. Dieses Ungleichgewicht führt zu einem Anstieg des allgemeinen Preisniveaus, was man dann als Inflation bezeichnet. Da sich der wirtschaftliche Wert des Geldes aus den Gütern ergibt, die damit erworben werden können, kann die Ausgabe zusätzlichen Geldes den Gesamtwert des in einer Volkswirtschaft umlaufenden Geldes nicht erhöhen, sondern führt zu Inflation.

    Eine Zunahme der Geldmenge kann z. B. durch die (Zins-)Politik der Zentralbank (vgl. Hyperinflation nach dem Ersten Weltkrieg in Deutschland) oder eine plötzliche Erhöhung der Staatsverschuldung unter Zunahme der Geldmenge durch Zentralbankkredite an den Staat entstehen. Denkbar sind auch plötzlich veränderte Erwartungen der Verbraucher, die zu einem Abnehmen der Sparguthaben führen.

    Deflation

    Wenn die Geldmenge sinkt oder bei gleicher Geldmenge die Umlaufgeschwindigkeit des Geldes zurückgeht, kann es zu einer Periode nachhaltig fallender Preise kommen, die als Deflation bezeichnet wird. Ein Rückgang der Geldmenge kann auch hier durch Maßnahmen der Zentralbank ausgelöst werden (Zinspolitik). Die Umlaufgeschwindigkeit kann sinken, wenn die privaten Haushalte und Unternehmen zurückhaltender werden bezüglich Konsum und Investitionen und Geld eher sparen als ausgeben.

    Mindesreservesatz der EZB:
    Der Mindestreservesatz rSE wird von der Zentralbank bestimmt und bezeichnet das proportionale Verhältnis zwischen der Mindestreserve und dem Volumen an Sichteinlagen, das Geschäftsbanken dem Nichtbankensektor ausgestellt haben.

    Der Mindestreservesatz der EZB beträgt zur Zeit in den meisten Fällen 2,00 %, bestimmte sind mindestreservefrei, d. h. der Satz beträgt 0 %. Für die Steuerung der Geldschöpfung spielt dieser Satz aber eine untergeordnete Rolle, bisher wurde er noch nie geändert.


    Gruß
    Denny

    Nichts ist unmöglich, bis man sich selber davon überzeugt hat.

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