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Handelskalkulation – wie komme ich vom Einstandspreis zum Verkaufspreis?

  • OleNordwind
  • 8. November 2026 um 15:41
  • Unerledigt
  • OleNordwind
    BWL Bachelor
    Beiträge
    51
    • 8. November 2026 um 15:41
    • #1

    Hänge gerade an einer Aufgabe zur Handelskalkulation und blick bei der Reihenfolge nicht mehr durch. Wir sollen vom Einkaufspreis (Listenpreis) ausgehend über Rabatt, Skonto, Bezugskosten, Handlungskostenzuschlag, Gewinnzuschlag usw. am Ende auf den Verkaufspreis kommen.

    Mein Problem: Ich weiß nicht mehr genau, was zuerst abgezogen bzw. draufgerechnet wird. Kommt der Rabatt vor oder nach dem Skonto? Und wo genau kommen die Bezugskosten rein – vor dem Handlungskostenzuschlag oder danach?

    Ich hab mir schon ein Schema aus der Vorlesung rausgesucht, aber da sind ein paar Begriffe (Bezugspreis, Selbstkostenpreis, Barverkaufspreis, Zielverkaufspreis) die ich nicht sauber zuordnen kann. Hat jemand das komplette Schema mal Schritt für Schritt für mich, am besten mit nem kleinen Rechenbeispiel? Wäre mega hilfreich, weil ich sonst immer an der falschen Stelle rechne 😅

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  • Sara93
    BWL · Fernstudium
    Beiträge
    43
    • 8. November 2026 um 17:00
    • #2

    Hallo OleNordwind, das Schema hat mich im ersten Semester auch zur Verzweiflung gebracht, bis ich es mir einmal sauber strukturiert aufgeschrieben habe. Die Reihenfolge ist tatsächlich fix, da darf man nichts vertauschen:

    1. Listeneinkaufspreis
    2. – Lieferrabatt = Zieleinkaufspreis
    3. – Liefererskonto = Bareinkaufspreis
    4. + Bezugskosten = Bezugspreis (Einstandspreis)
    5. + Handlungskostenzuschlag = Selbstkostenpreis
    6. + Gewinnzuschlag = Barverkaufspreis
    7. + Kundenskonto = Zielverkaufspreis (netto)
    8. + Kundenrabatt = Angebotspreis (netto)
    9. + USt = Verkaufspreis (brutto, Listenverkaufspreis)

    Merksatz, den ich mir eingeprägt habe: „Erst runter mit Rabatt und Skonto auf der Einkaufsseite, dann rauf mit Kosten und Gewinn, dann wieder runter mit Skonto und Rabatt auf der Verkaufsseite, zum Schluss die Steuer drauf.“ Die Bezugskosten kommen also nach dem Skonto, aber vor dem Handlungskostenzuschlag – das ist der Punkt, an dem viele stolpern, weil Bezugskosten ja eigentlich „Kosten“ sind, aber eben nicht Teil des Handlungskostenzuschlags.

    Kleines Beispiel mit Zahlen: Listeneinkaufspreis 1000 €, Rabatt 10 % → 900 €, Skonto 2 % → 882 €, Bezugskosten 18 € → Bezugspreis 900 €. Handlungskostenzuschlag 20 % → Selbstkostenpreis 1080 €. Gewinnzuschlag 10 % → Barverkaufspreis 1188 €. Von da aus rechnest du dann mit den Hundertsatz-Formeln (im Hundert/vom Hundert) rückwärts auf Zielverkaufspreis und Angebotspreis.

    Typischer Fehler: Rabatt und Skonto werden beide vom Listenpreis aus berechnet statt nacheinander (also Skonto auf den bereits rabattierten Preis). Das verfälscht das Ergebnis spürbar.

  • Basti92
    Marketing
    Beiträge
    39
    • 8. November 2026 um 18:48
    • #3

    Saras Schema ist genau richtig so, kann ich nur bestätigen – das hab ich auch heute noch als Spickzettel am Schreibtisch hängen, auch wenn ich im Vertrieb mittlerweile selten "von vorne" kalkuliere.

    Was in der Praxis nämlich viel häufiger vorkommt: die sogenannte Differenzkalkulation, also rückwärts rechnen. Da gibt der Markt oder Wettbewerb den Verkaufspreis quasi vor, und man muss schauen, ob man mit diesem Preis überhaupt noch auf seinen Gewinn kommt oder wie viel Rabatt man dem Kunden maximal geben kann.

    Beispiel aus meinem Alltag: Ein Kunde will unbedingt einen bestimmten Zielverkaufspreis, sagen wir 1000 € netto. Ich kenne meinen Einstandspreis (Bezugspreis) von 700 € und meinen Handlungskostenzuschlag von 20 %. Dann rechne ich:

    • 700 € + 20 % HKZ = 840 € Selbstkostenpreis
    • 1000 € – 840 € = 160 € „Puffer“ für Gewinn und eventuellen Kundenrabatt/Skonto

    Daraus seh ich sofort, wie viel Verhandlungsspielraum ich beim Kundenrabatt noch habe, ohne ins Minus zu rutschen. Gerade bei Preisverhandlungen im B2B ist das Gold wert, weil man live während des Gesprächs abschätzen kann, ob ein Nachlass noch drin ist oder nicht. Deshalb: Vorwärtskalkulation fürs Verständnis der Struktur üben, aber die Differenzkalkulation ist das, was einem im Vertriebsalltag wirklich hilft.

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