Moin Anna, zu deiner Frage: Ja, proprietäre Datenbank- oder Storage-Dienste alleine reichen schon aus, um von Lock-in zu sprechen. Du musst nicht warten, bis zusätzlich noch APIs oder Automatisierung dazukommen - das verstärkt es nur.
Für deine Fallstudie würde ich folgende Kategorien durchgehen, das ist in der Praxis auch der übliche Blick:
- Proprietäre APIs: Wenn die Anwendung direkt gegen anbieterspezifische Schnittstellen programmiert ist (nicht gegen offene Standards), ist ein Wechsel teuer, weil du Code umschreiben musst.
- Datenformate: Manche Managed-Services speichern Daten in proprietären Formaten oder mit anbieterspezifischen Metadaten. Export ist dann oft möglich, aber mit Aufwand und Qualitätsverlust verbunden.
- Automatisierung/Infrastructure-as-Code: Wenn Deployment-Skripte auf anbieterspezifischen Tools basieren, musst du die auch neu bauen.
- Vertragliche Bindung: Laufzeiten, Ausstiegsklauseln, Kosten für Datenausgang (Egress-Fees) - das wird gern unterschätzt.
- Know-how der Mitarbeiter: Oft ignoriert, aber wenn dein Team nur mit einem Anbieter-Ökosystem vertraut ist, ist das auch eine Form von Lock-in.
Mein Tipp: Geh den Text durch und markiere, wo explizit Dienste mit Eigennamen genannt werden (nicht nur "Datenbank", sondern "verwalteter Datenbankdienst XY"). Das ist meist der Fingerzeig, dass proprietär gearbeitet wurde. Viel Erfolg!