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Inflation

  • meinecke
  • 8. April 2009 um 10:54
  • Erledigt
  • meinecke
    Anfänger
    Beiträge
    2
    • 8. April 2009 um 10:54
    • #1

    Hallo zusammen,

    ich habe als Geschichtsstudent leider nur wenig Ahnung von Wirtschaftsprozessen. Mich plagt schon länger eine Frage zur Entstehung von Inflation, deren Klärung mir nun bei einer Seminararbeit helfen würde. Ihr seid ja quasi die Experten, vl. könnte mir jemand weiterhelfen?

    Zur Inflation kommt es doch, wenn die Menge des Geldes im Umlauf erhöht wird (z.B. durch Banknotendruck der Regierung). Da mehr Geld im Umlauf ist, verringert sich nun dessen Wert. Das hat einen Preisanstieg zur Folge. An dieser Stelle ist mir etwas nicht klar: Preise werden doch von den Anbietern der Waren gemacht. Demnach müssen diese Leute also mitbekommen, dass ihre Kunden auf einmal mehr Geld haben, einschätzen wieviel mehr sie haben, und dann einen neuen Preis festsetzen der Ihrer Einschätzung vom neuen Wert des Gelds entspricht.

    Der Wert des Gelds verfällt, aber wie wissen die Leute, die die Preise machen um welchen Wert es verfällt?

    Ich ahne, das ist eine banale Frage und ich habe mich als vollkommen planlos entlarvt. Vl. erbarmt sich doch jemand mir das zu erklären :)

    Im Voraus schonmal Danke!

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  • ChristianSpky
    Anfänger
    Beiträge
    28
    • 8. April 2009 um 16:10
    • #2

    Hallo,

    ich werde versuche mal die einzelnen Fragebestandteile aufzudröseln und zu erklären

    Kommen wir zur Inflation.:

    Nehmen wir vereinfacht an, dass die Nachfrager in einer Volkswirtschaft ein Geldvolumen von 1.000 Geldeinheiten haben., das sie in einer Wirtschaftsperiode (1 Jahr) zum Kauf von Gütern ausgeben.
    Die in der Volkswirtschaft umgesetzten Güter haben entsprechend einen Marktwert von ebenfalls 1.000 GE.
    In der folgenden Wirtschaftsperiode erhöht sich das Geldvolumen auf 1.100. GE; das Gütervolumen jedoch bleibt gleich. Die Geldnachfrage ist nun höher als das Güterangebot. (Nachfrage > Angebot)
    Wenn die Nachfrager nun wieder das gesamte Geldvolumen von 1.100 GE investieren um Güter zu kaufen, erhalten sie die gleiche Gütermenge (1.000 GE) für mehr Geld (1.100 GE).
    Das geht nur, wenn wermäßige Anpassungen bei den Gütern stattfinden. Der Wert der Güter wird erhöht aber nicht durch reale Zuwächse bei den Gütermengen, sondern durch die Anhebung der Güterpreise. (nominale Erhöhung)
    Konnten also die Käufer in der ersten Periode für eine GE 1 Gütereinheit erwerben so können sie in Periode 2 nur noch 0,9 Gütereinheiten für 1 GE bekommen. Der Wert des Geldes hat also um 10% abgenommen bzw. die Güterpreise sind um 10% gestiegen.

    Kommen wir also zu der Frage wie der Markt merkt. Wenn in einer Volkswirtschaft mehr Geld vorhanden ist, wird auch mehr an Gütern nachgefragt. Problem jedoch ist, dass nicht genug an Güter vorhanden sind um die Nachfrage zu decken. Also erhöhen die Produzenten den Preis, weil sie sie sich dadurch mehr Gewinne versprechen. Erhöhen sie den Preis zu sehr, bricht der Absatz ein, da die Konsumenten nun auf ein anderes vergleichbares Produkt umsteigen, belassen sie es beim gleichen niedrigen Preis, haben sie bald keine Güter mehr. Um also herauszufinden, welcher Preis der richtige ist, bedienen sich die Unternehmen der Formel zur Ermittlung des Gleichgewichtspreises. Das heißt bei welchem Preis ist Angebot = Nachfrage. Die einfache Mathematische Grundformel ist hier p=mx+b
    Solltest Du genau wissen wollen wie die Berechnung aussieht mit Bsp, kannst Du Dich ja per PN melden

    Ich hoffe das ich es diese doch etwas komplexere Frage halbwegs verständlich beantworten konnte

    MFG
    Chris

    Justitia in suo cuique, tribuendo cernitur

    Einmal editiert, zuletzt von ChristianSpky (8. April 2009 um 16:39)

  • meinecke
    Anfänger
    Beiträge
    2
    • 8. April 2009 um 21:53
    • #3

    Klasse, vielen Dank das hilft mir sehr!

  • Donald
    Moderator
    Reaktionen
    1
    Beiträge
    555
    • 25. April 2009 um 10:08
    • #4

    Zur Preisbildung der VWL

    Der Punkt ist der, dass die VWL mit Modellen arbeitet. Diesen Modellen liegen eigens gebildete Prämissen zugrunde, was zu Theorien führt, deren Nachweis nicht durch die Methoden der Betriebswirtschaftlehre gelingt. Die Preisbildung nach VWL ist sozusagen eine andere als die Preisbildung in den Betrieben. Beides muss –zumindest während des Studiums- auseinander gehalten werden.

    Im Übrigen hat ChristianSpky ausführlich erläutert, dass die Inflation Ausdruck für eine Änderung des Verhältnisses von Geldmenge und Gütermenge ist.

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