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Referat zum Thema Monetarismus - Ist alles Wichtige enthalten?

  • Rayne
  • 14. Oktober 2007 um 20:12
  • Erledigt
  • Rayne
    Anfänger
    Beiträge
    1
    • 14. Oktober 2007 um 20:12
    • #1

    Ich habe für das Studium ein Referat zum Thema "Friedman Monetarismus" vorzubereiten. Vortragsdauer: 45 Minuten.

    Das Publikum hat (bis auf wenige Ausnahmen vielleicht) dieses Thema nie behandelt. Deshalb muss das Referat alle wichtigen Aspekte (von Anfang bis Ende) beinhalten.

    Nach nun 10 Seiten in Word ist das Referat soweit fertig, ich bin mir aber nicht ganz sicher, ob alle relevanten Punkte enthalten sind.

    Ich nenne euch einfach mal meine Gliederung und einige Stichpunkte dazu:

    Gliederung:

    1. Milton Friedman
    2. Theorie des Monetarismus
    3. Ursachen konjunktureller Schwankungen

    4. Ansatzpunkte/Instrumente der angebotsorientierten Konjunkturpolitik
    a. Saysches Theorem
    b. Stärkung des privaten Sektors
    c. die klassische Beschäftigungstheorie
    d. die Phillipskurve???

    5. Realität
    a. USA
    b. Großbritannien
    c. Agenda 2010

    6. Kritik
    7. Zusammenfassung
    8. Quellen


    1.
    - beinhaltet kurz den Werdegang Friedmans und seine Ansichten

    2.
    - Ziel = die Anbieterseite bzw. die allgemeine Investitionsbereitschaft des privaten Sektors zu stärken --> durch Förderung entsteht mehr Wachstum und damit einhergehend mehr Arbeitsplätze
    - Unterschied zu dem Keynesianismus liegt in der Rolle des Staates --> Staat soll sich weitestgehend mit seinen Überregulierungen und bürokratischen Apparaten aus dem wirtschaftlichen Geschehen raus halten (Markt reguliert sich selber)
    - wichtigste Instrument zur Steuerung des Wirtschaftsablaufes ist die Geldmenge --> stabiles Wirtschaftswachstum und Preisstabilität nur durch eine stetig wachsende Geldmenge

    3.
    - Einmischen des Staates (antizyklische Wirtschaftspolitik) --> Schuldenfalle

    - Rücknahmen von Erleichterungen sind politisch nur schwer durchzusetzen
    - Verdrängungseffekt
    - Time-Lags
    - staatliche Eingriffe = nur Anreize

    4.
    a.
    - Saysche Theorem --> Jedes Angebot schafft sich seine Nachfrage --> mit der Herstellung von Gütern wird gleichzeitig das Geld verdient wird, um diese Güter zu kaufen --> Gleichgewicht --> Sparen/Horten --> Marktzins (Banken) bzw. Notenbank erhöht Geldmenge, wenn Geld dem Kreislauf entzogen und gehortet wird --> Nachweis mit Quantitätsgleichung --> M = (P * H) / v (sinkt die Umlaufgeschwindigkeit v, so erhöht sich die Geldmenge M)

    b.
    - Investitionsbereitschaft stärken --> mehr Wachstum und damit einhergehend mehr Arbeitsplätze
    - Je umfangreicher sich nun das Angebot gestaltet, desto höher wird sich auch die Nachfrage nach Gütern gestalten
    - Hemmnisse für Investitionen abbauen
    - nicht nur Kostenaspekte, auch Leistungsaspekte (Bildung, Infrastruktur, Sozialsystem) muss gestärkt werden

    c.
    - freien Markwirtschaft --> harmonisierende Kraft, die automatisch die bestmögliche Versorgung der Menschen mit Arbeit, Geld und Gütern sichert --> Beschäftigungstheorie nach Adam Smith --> Lohnmehanismus, Zinsmechanismus, Mechanismus der Güterpreise

    5.
    - USA --> Ronald Reagan
    - GB --> Margaret Thatcher
    - Agenda 2010 --> Senkung Sozialausgaben (Verkürzung der Dauer für Arbeitslosengeld), Senkung Lohnkosten --> insgesamt gescheitert --> Arbeitslosgkeit kaum gesunken, dafür sind Gewinne der Unternehmer extrem gestiegen
    - Reinkultur der angebotstheoretischen Politik hat sich nie durchgesetzt (nur Ansätze)

    6.
    - Maßnahmen langfristig angelegt --> bei Regierungswechsel können Maßnahmen abgebrochen werden
    - Unternehmen sollen trotz schwacher Nachfrage investieren
    - Verbesserung der Gewinnquote zu Lasten der Lohnquote --> bedenklich ist eine einseitige Beziehung zwischen Kostenbelastung und Investitionsneigung --> keine Garantie für beschäftigungswirksame Investitionszunahme, sofern die inländische oder ausländische Nachfrage nicht zunimmt
    --> FAZIT --> kein Entweder/Oder (sondern policy-mix) --> Verbesserung der Rahmenbedingungen --> Verminderung staatlicher Beeinflussung --> abzusichern durch eine stabilisierende Geldpolitik, die monetäre Störungen auffangen soll und eine Finanzpolitik, die insbesondere auf Abbau des strukturellen Defizits im Staatshaushalt abstellen soll


    Das soll euch einen kleinen Einblick in den Inhalt des Referates geben. Das gesamte Dokument möchte ich, aus verständlichen Gründen, nicht online stellen ;)

    Fehlen wichtige Aspekte?

    Ist ein Aspekt überflüssig oder gar falsch?

    Was ist mit der Phillipskurve? Bei der bin ich mir absolut unsicher, ob die unbedingt in das Referat gehört, oder den Vortrag nur unnötig in die Länge zieht.

    Ich habe an irgendeiner Stelle etwas von einer "natürlichen Arbeitslosigkeit" gelesen, leider nicht viel dazu gefunden. Muss das Thema Arbeitslosigkeit/natürliche Arbeitslosigkeit mehr ausgeführt werden? Oder reicht das Bisherige?

    Ich habe die Quantitätsgleichung bisher nur auf Beziehung Umlaufgeschwindigkeit <->Geldmenge bezogen. Reicht das aus, oder muss die Formel unbedingt näher erläutert werden?

    Welche Aspekte muss dieser Vortrag eurer Meinung nach unbedingt beinhalten? Denkt aber bitte dran, dass das Referat für Leute ist, denen dieses Thema in 45 Minuten nahegelegt werden soll.

    Ich bin für jede Hilfe dankbar! :)

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  • granti
    Fortgeschrittener
    Beiträge
    333
    • 15. Oktober 2007 um 01:51
    • #2

    Hi Rayne,

    eine kleine Anmerkung zur Phillipskurve:

    Diese Thematik halte ich in dem Zusammenhang für äußerst wichtig, solltest du erklären (und bei Zeitnot lieber auf die Agenda 2010 verzichten; die hat mit Monetariusmus und Friedman nur am Rande zu tun):

    Die Phillipskurve ist in der keynesianischen Theorie von zentraler Bedeutung; soweit ich mich erinnere, hat er ja irgendwie so argumentiert: "Bei Arbeitslosigkeit (die nicht der "natürlichen Arbeitslosigkeit" zugerechnet werden kann, führt eine Staatsausgabenerhöhung zunächst zur Kapazitätsauslastung und zu einem Abbau der AL, erst danach entsteht Inflation"
    Friedman hat diese Aussage vehement bestritten (und sogar ein Paper/Buch Namens "Expectations-augmented Phillips-Curve" oder so ähnlich geschrieben).
    Letztendlich geht es hier wohl um die "Lucas-Kritik", Lucas-Kritik - Wikipedia, die im großen und ganzen besagt, dass die Wirtschaftssubjekte die Ausgabenpolitik des Staates antizipieren und ihr Verhalten (also z.B. die marginale Investitions-/ und Konsumneigung) verändern, so dass sich die höheren Staatsausgaben irgendwann direkt auf die Inflation auswirken und am Arbeitsmarkt nichts mehr bewirken.

    Musst du mal alles nachlesen, ich hab's nicht mehr detailliert im Kopf :)

    Ansonsten: Flat-tax und negative Einkommensteuer wären vielleicht noch interessant; diese hat Friedman immer mit dem Argument verteidigt, dass damit eine soziale Grundsicherung und die Finanzierung des Staates möglich wäre, ohne dass auf dem Arbeitsmarkt Fehlanreize gesetzt würden.

    Zu Punkt 3 fällt mir noch ein Kritikpunkt ein: Staatsausgaben sind größtenteils permanent nötig (Instandhaltung der Infrastruktur o.Ä.), unabhängig von der konjunkturellen Lage.

    P.S.:
    "Deficit-spending" und "Antizyklische Fiskalpolitik" bitte nicht Keynes in die Schuhe schieben, das hat sich jemand anders ausgedacht; Keynes wollte den Staat eher als langfristigen Investor.
    Ich wüsste zumindest nicht, wo Keynes diese beiden Prinzipien in seiner "General Theory" niedergeschrieben hätte...

    Grüße,
    -granti

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