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SGD Fernstudium – WM-Vorteile 2026

Amortisationsrechnung (Payback-Methode) – wie schnell habe ich mein Investment wieder drin, und wo sind die Grenzen?

  • PhilBWL
  • 13. Juli 2026 um 14:20
  • Erledigt
  • PhilBWL
    BWL Bachelor
    Beiträge
    39
    • 13. Juli 2026 um 14:20
    • #1

    Hallo zusammen, wir sind gerade bei der Investitionsrechnung und ich hänge bei der Amortisationsrechnung. Die Grundidee („nach wie vielen Jahren habe ich die Anschaffung über die Rückflüsse wieder drin?“) verstehe ich, aber:

    • Rechne ich mit dem Gewinn oder mit dem Cashflow?
    • Und warum sagen alle, die Methode sei „gefährlich“, wenn man sich nur danach richtet?

    Ein kleines Zahlenbeispiel wäre mega. 🙏

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  • MaxFinance
    Finance
    Beiträge
    60
    • 13. Juli 2026 um 15:40
    • #2

    Gern 🙂 Erstmal die Formel für den einfachsten Fall (gleichmäßige Rückflüsse):

    Amortisationszeit = Anschaffungskosten / jährlicher Rückfluss

    Beispiel: Maschine kostet 100.000 €, bringt jedes Jahr 25.000 € Rückfluss → 100.000 / 25.000 = 4 Jahre. Wichtig: gerechnet wird mit dem Cashflow (Gewinn + Abschreibungen), nicht mit dem bilanziellen Gewinn. Die Abschreibung ist ja kein Geldabfluss, das Geld fließt dir real zu.

    Bei schwankenden Rückflüssen zählst du die jährlichen Rückflüsse einfach kumuliert auf, bis du die Anschaffungssumme erreicht hast – das Jahr, in dem der Strich überschritten wird, ist die Amortisationszeit (mit unterjähriger Interpolation, wenn es genau sein soll).

  • NinaZahlen
    Controlling
    Beiträge
    77
    • 13. Juli 2026 um 17:10
    • #3

    Zur zweiten Frage – warum die Methode kritisch gesehen wird: Sie hat zwei blinde Flecken.

    • Was nach der Amortisation passiert, wird ignoriert. Investition A ist nach 3 Jahren drin und dann vorbei, Investition B braucht 4 Jahre, wirft danach aber noch 10 Jahre satt ab. Nach reiner Payback-Logik gewinnt A – wirtschaftlich ist B oft viel besser.
    • Der Zeitwert des Geldes fehlt (bei der statischen Variante). 25.000 € in Jahr 4 werden gleich behandelt wie 25.000 € heute.

    Deshalb ist die Amortisationsrechnung eher ein Risiko-/Liquiditätsmaß („wie lange hängt mein Kapital drin?“) als ein Rentabilitätsmaß. Als Ergänzung zur Kapitalwertmethode super, als alleinige Entscheidungsgrundlage nicht.

  • FabianControl
    Controlling
    Beiträge
    57
    • 13. Juli 2026 um 20:30
    • #4

    Ergänzung aus der Praxis: Es gibt auch die dynamische Amortisationsrechnung – da diskontierst du die Rückflüsse erst ab und zählst dann die Barwerte kumuliert auf. Damit ist Ninas zweiter Kritikpunkt (Zeitwert) entschärft, der erste bleibt.

    Wir nutzen die Payback-Zeit intern vor allem als schnelle Faustregel und als Ausschlusskriterium („alles über X Jahren fassen wir gar nicht erst an, zu unsicher“). Die eigentliche Vorteilhaftigkeit entscheidet dann der Kapitalwert. Merksatz für die Klausur: Payback beantwortet „Wie schnell sicher?“, der Kapitalwert „Wie viel lohnend?“.

  • SvenjaFinanz
    Finanzen
    Beiträge
    42
    • 15. Juli 2026 um 05:40
    • #5

    Noch ein Nachtrag zum Rechenweg, weil das in Aufgaben fast immer der Stolperstein ist: Bei ungleichmäßigen Rückflüssen reicht die einfache Division nicht, da musst du kumulieren und im letzten Jahr interpolieren.

    Beispiel: Anschaffung 100.000 €, Rückflüsse 30.000 / 40.000 / 50.000 €. Nach zwei Jahren hast du 70.000 € zurück, es fehlen also noch 30.000 €. Im dritten Jahr kommen 50.000 € rein:

    Amortisationszeit = 2 Jahre + 30.000 / 50.000 = 2,6 Jahre (also rund 2 Jahre und 7 Monate).

    Das setzt gleichmäßigen Zufluss übers Jahr voraus – für die Klausur ist das die übliche Annahme. Und falls die Aufgabe einen Restwert oder Liquidationserlös angibt: Der gehört in das Jahr, in dem er anfällt, mit in die Rückflüsse. Wird gern übersehen.

    Aus dem Bankalltag noch die Einordnung, warum euch die Methode trotz aller Kritik überall begegnet: Bei Finanzierungsanfragen liegt die Payback-Zeit praktisch immer bei – nicht als Rentabilitätsmaß, sondern weil sie in einer Zahl sagt, wie lange das Engagement im Risiko steht. Genau dafür ist sie gut, und für nichts anderes. 🙂

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