Andi hat das schon sehr gut zusammengefasst, ich ergänze nur noch einen praktischen Punkt zur Anhangsangabe, weil der in Klausuren gerne übersehen wird.
Die Formulierung in § 285 Nr. 31 HGB ist bewusst unbestimmt gehalten – „außergewöhnliche Größenordnung oder Bedeutung“. Das heißt, es gibt keine feste Betragsgrenze, ab der man angabepflichtig wird. In der Praxis orientiert man sich meist an der Wesentlichkeit im Verhältnis zum Jahresergebnis oder zur Bilanzsumme. Ein kleiner Versicherungsschaden von ein paar Tausend Euro bei einem Konzern mit zweistelligem Millionenumsatz wird da selten extra erwähnt, während derselbe Betrag bei einem kleinen Unternehmen durchaus angabepflichtig sein kann.
Wichtig für euch als Merksatz: Es reicht nicht, nur den Betrag im Anhang zu nennen – verlangt wird auch eine Erläuterung der Art des Geschäftsvorfalls, damit der Bilanzleser nachvollziehen kann, warum das Ergebnis in dem Jahr so ausgefallen ist. Das ist quasi der Ersatz für die alte GuV-Transparenz.
Ein typischer Klausurfehler ist übrigens, dass Studierende bei solchen Sachverhalten reflexartig noch „außerordentlicher Ertrag“ als Buchungskonto hinschreiben – das gibt in den meisten aktuellen Aufgabenstellungen Punktabzug, weil es den Posten im GuV-Schema schlicht nicht mehr gibt.