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Die Einführung von Mindestlöhnen

  • Ariox
  • 6. Mai 2006 um 20:39
  • Erledigt
  • Ariox
    Neuer Benutzer
    Beiträge
    6
    • 6. Mai 2006 um 20:39
    • #1

    Einführung von Mindestlöhnen

    In den letzten 5 bis 10 Jahren wurde das Thema ,,Mindestlöhne" von immer steigenderer Bedeutung. Die Anzahl an Bücher und Meinungen zu diesem Thema sind in dieser Periode in nahezu exponentiellem Wachstum angestiegen.
    Die in der Vergangenheit vorgebrachten Theorien, dass Mindestlöhne zwingend zu mehr Arbeitslosigkeit führen werden heute immer öfter kritisiert. Ferner werden immer mehr Theorien kreiert, welche sogar das genaue Gegenteil behaupten. Mindestlöhne sollen demnach zu mehr Arbeitsplätzen führen, gegensätzlich den damaligen Meinungen die eine ansteigende Wirkung auf die Arbeitslosigkeit eines Landes voraussag(t)en.

    Zu diesem durchaus brisanten sowie hoch aktuellem Thema würde ich jetzt gerne eure fundierten Meinungen erfahren. Was sind eurer Meinung nach Risiken sowie auch Chancen von der Einführung von Mindestlöhnen.

    Welche Wirkung erzeugt die Einführung von Mindestlöhnen auf Markteintritte von Unternehmungen mit speziellem Augenmerk auf KMUs sowie Geschäfte, welche dem Detailhandel zuzuordnen sind (Quasi die von dem Thema besonders betroffene Branche)?

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  • Arthur
    Erfahrener Benutzer
    Beiträge
    299
    • 7. Mai 2006 um 08:07
    • #2

    Ich halte von Mindestlöhnen nichts, will hier aber gar keine Diskussion anfangen. Nur so viel: ich sehe die Notwendigkeit, irgendwann ins politische Exil zu gehen und die Schweiz wäre wegen des Liberalismus eine nette Alternative. Also: soll das nur eine theoretische Diskussion sein oder wird in der Schweiz tatsächlich auch über solche Maßnahmen geredet?

    Intoleranter sturer egoistischer kapitalistischer marktradikaler rechter Hippie.

  • Ariox
    Neuer Benutzer
    Beiträge
    6
    • 7. Mai 2006 um 12:16
    • #3

    Schon mal keine schlechte Meinung, als VWLer sollte man natürlich auch stets Adam Smith im Hinterkopf behalten ;-).

    jedoch gibt sich die Schweiz vielleicht nach aussen hin liberaler als sie wirklich ist!
    Áuch dort gibt es Branchengezogene sowie Altersabhängige Mindestlöhne! Und diese sind nicht einmal sehr verhalten. In der Gastronomie liegt der Mindestlohn beispielsweise zwischen 2500 CHF - 3500 CHF ~ ca. 1700 Euro - 2350 Euro!

    Das Thema sollte jedoch gar nicht konkret nur auf die Schweiz bezogen sein sondern die Frage stellt sich eher wo ihr theoretisch sowie aus praktischer Erfahrung, Chancen sowie Risiken bei der Einführung von Mindestlöhnen im Einzelhandel/Detailhandel seht!?

    Welche Theorien/Szenarien können unterstützt werden? Diejenigen, welche ein Szenario von ansteigender Beschäftigung oder gegenteilig, zunehmender Arbeitslosigkeit voraussagen?

  • Arthur
    Erfahrener Benutzer
    Beiträge
    299
    • 9. Mai 2006 um 17:03
    • #4

    Na dann muss es wohl doch Dubai oder Liechtenstein werden;-)
    Midestlöhne werden wahrscheinlich zu mehr Arbeitslosigkeit führen. Das ist für mich aber gar nicht der Punkt: fiat iustitia et pereat mundus. Warum lässt man Arbeitnehmer und Arbeitgeber nicht selbst den Lohn aushandeln? Was für ein Recht will der Staat haben, darüber zu entscheiden? Über meinen Lohn entscheide nur ich selbst - und zwar mit dem, der ihn mir gibt. So muss es jedenfalls sein. Und meine Lebenskraft ist zu wertvoll, um sie in Ländern zu verschwenden, in denen ich das nicht darf.

    Edit: achja, Chancen sehe ich in einer Einführung übrigens überhaupt nicht. Die gäbe es höchstens noch nach Keynes, und von dessen Theorien halte ich nichts als ökonomischer Österreicher;)

    Intoleranter sturer egoistischer kapitalistischer marktradikaler rechter Hippie.

  • Ariox
    Neuer Benutzer
    Beiträge
    6
    • 9. Mai 2006 um 17:51
    • #5

    Wenn es in Dubai wirklich noch eine so liberale Wirtschaft gibt O:-),..!

    Über eins kann man sich ja schon einmal einigen.
    Mindestlöhne werden primär dazu geschaffen, um einem sozialen monetären Ausgleich innerhalb einer Gesellschaft näher zu kommen.

    Und genau dort trennen sich die Gemüter à la fiat iustitia et pereat mundus.
    Denn was bedeutet Gerechtigkeit? Ist es gerecht, dass ein Kellner, der Tag täglich eingequalmt im Restaurant arbeitet einen Hungerlohn kassiert oder ein Baustellenarbeiter unter schwersten Konditionen arbeitet und zudem noch eine massive physische Belastung erntet, während ein anderer, der über welche Wege auch immer, vielleicht auch per Zufall, in eine um längen höher honorierte Position gekommen ist, vergleichsweise weniger Stress über den Tag hat und zudem besser verdient - obwohl beide möglicherweise nahezu die gleiche Ausbildung haben?

    Und selbst wenn ein großer Unterschied in der Ausbildung bestehen würde, wäre es nicht fairer, wenn die Hungerlöhne zumindest zu einem vertretbaren und lebenswürdigen Niveau erhöht werden würden?

    Hier ist eben auch die Frage, ob Angebot/ Nachfrage in der Jobkultur auch so gehandhabt werden sollte, wie auf dem freien Markt die Preise verschiedener Produkte nach der Seltenheit und dem Beschaffungsaufwand bestimmt werden - oder ob die Menschenwürde der Ärmeren jedenfalls in sofern gestützt werden sollte, dass eben dieser soziale Ausgleich geschaffen werden kann und die Kluft zwischen Arm und Reich nicht noch größer zu werden droht.

    Ob es zudem förderlich zur Gesamtwirtschaflichen Lage ist, sei dahin gestellt, wobei auch nicht verwerflich, da sich die Kaufkraft der momentan in Deutschland großen ärmeren Schicht verbessern würde.

  • Birgit3010
    Neuer Benutzer
    Beiträge
    4
    • 9. Mai 2006 um 20:14
    • #6

    Du erwähnst in deinem letzten Beitrag Angebot und Nachfrage. Da ist wohl derzeit das Problem. Ein großer Teil des Arbeitsmarktes besteht aus Tätigkeit, die mittlerweile auch von "Ungelernten" ausgeübt werden können. Hier herrscht aber mittlerweile im Gegensatz zur hohen Nachfrage (bedingt durch Zuwanderung) ein nur kleines Angebot. Aus dem Problem der Zuwanderung ergibt sich, dass Unternehmer immer niedrigere Löhne für diese Tätigkeiten anbieten können. Mittlerweile kannst du am Frankfurter Flughafen für 6 € Stundenlohn "schuften". Der von dir genannte Verdienst für Kellner in der Schweiz ist da ja direkt verlockend. :D

    Jetzt kommt das Thema Mindestlöhne. Wer legt hier die Meßlatte? Politiker? ... schweben in höhere Sphären; Unternehmer? ... die wollen so wenig wie möglich zahlen; Zuwanderer? ... die mit 6 Personen in max. 3 Zimmern wohnen

    Tja ... ich freue mich schon auf deinen Beitrag

    B

  • Arthur
    Erfahrener Benutzer
    Beiträge
    299
    • 10. Mai 2006 um 11:53
    • #7
    Zitat

    Original von Ariox
    Wenn es in Dubai wirklich noch eine so liberale Wirtschaft gibt O:-),..!


    Nunja, immerhin Staatskapitalismus und 0% Steuern.

    Zitat

    Denn was bedeutet Gerechtigkeit?


    Gerecht wäre es, wenn jeder das bekommt, was er - natürlich auf dem Markt - verdient. Das Gegenteil von Gerechtigkeit ist übrigens Barmherzigkeit.
    PS: Auf dem freien Markt sind die Einkommensunterschiede dennoch geringer.

    Intoleranter sturer egoistischer kapitalistischer marktradikaler rechter Hippie.

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