Aus der Bankseite noch ein paar Dinge, die im Alltag regelmäßig für Ärger sorgen – die passen gut zu Holgers Ablauf.
Freistellungsauftrag richtig verteilen. Der häufigste Fehler ist, die vollen 1.000 € bei einer Bank zu hinterlegen, während die Erträge bei einer zweiten anfallen. Wenn du weißt, wo deine Zinsen und Ausschüttungen entstehen, verteil den Betrag ungefähr entsprechend. Und: Für den Auftrag ist deine Steuer-Identifikationsnummer zwingend – ohne sie ist er unwirksam, das führt jedes Jahr zu bösen Überraschungen. Zusammenveranlagte Ehepaare können nur gemeinsame Aufträge erteilen.
Verlustverrechnungstöpfe. Deine Bank führt getrennte Töpfe für Aktienverluste und für sonstige Verluste. Verluste werden automatisch nur innerhalb derselben Bank mit Gewinnen verrechnet. Hast du bei Bank A einen Verlust und bei Bank B einen Gewinn, brauchst du eine Verlustbescheinigung von Bank A – und die musst du dort bis zum 15. Dezember des Jahres beantragen. Das ist eine gesetzliche Ausschlussfrist; danach wird der Verlust nur noch bei derselben Bank ins Folgejahr vorgetragen. Für dich gerade wahrscheinlich noch nicht relevant, aber der Termin ist gut zu kennen.
Bei Fonds und ETFs: die Vorabpauschale. Wenn dein Sparplan in einen thesaurierenden Fonds läuft, wird zu Beginn eines Jahres eine kleine fiktive Ertragsgröße besteuert, obwohl gar nichts ausgeschüttet wurde. Viele wundern sich dann über eine Belastung im Januar. Auch die zählt gegen deinen Sparer-Pauschbetrag – ein weiterer Grund, den Freistellungsauftrag rechtzeitig zu erteilen. Praktischer Hinweis dazu: Die Bank braucht dafür Guthaben auf dem Verrechnungskonto; ist keins da, kann es zu einer ungewollten Anteilsveräußerung oder Rückbuchung kommen.
Kirchensteuer. Die wird über eine automatische jährliche Abfrage beim Bundeszentralamt für Steuern ermittelt, du musst also nichts tun – sie mindert übrigens ihrerseits die Abgeltungsteuer geringfügig.
Und keine Sorge wegen der Kollegin: „Selber schuld“ stimmt hier gerade nicht. Über die Anlage KAP holst du dir das vollständig zurück, es ist nur ein Umweg statt eines Direktwegs. 🙂