Hallo Ole, zu deiner ersten Frage: Der Skontosatz bezieht sich immer auf den Bruttobetrag, also inklusive USt. Das steht normalerweise so in der Rechnung ("2% Skonto bei Zahlung innerhalb von 10 Tagen" bezieht sich auf die Gesamtsumme). Du berechnest also erst den Skontobetrag vom Bruttobetrag und musst diesen dann rechnerisch in Netto- und USt-Anteil aufteilen.
Zur zweiten Frage: Ja, die Vorsteuer muss korrigiert werden, und das ist der Kernpunkt bei der Nettomethode. Logik dahinter:
- Der Skontoabzug mindert nachträglich die Anschaffungskosten der Ware (Wareneinkauf wird also um den Nettoanteil des Skontos entlastet, nicht als separater Ertrag gebucht)
- Gleichzeitig mindert sich die ursprünglich abgezogene Vorsteuer anteilig, weil der tatsächliche Kaufpreis ja niedriger ist als ursprünglich fakturiert
Buchungssatz bei Zahlung sieht dann vereinfacht so aus:
Verbindlichkeiten aLuL (Bruttobetrag) an Bank (Zahlbetrag) / Wareneinkauf (Nettoanteil Skonto) / Vorsteuer (USt-Anteil Skonto)
Merksatz: Skonto ist keine eigene Ertrags-/Aufwandsposition, sondern korrigiert die ursprüngliche Buchung – quasi so, als hättest du von Anfang an weniger bezahlt. Typischer Fehler ist, den Skonto nur auf den Nettobetrag zu beziehen oder die Vorsteuerkorrektur zu vergessen. Rechne dir am besten mal ein Zahlenbeispiel mit 19% USt komplett durch, dann wird’s klarer.