Aus der IT-Freelance-Ecke noch ein Blick darauf, wie „echte“ Selbstständigkeit in der Softwareentwicklung aussieht – dann siehst du den Kontrast zu deinem Angebot besser.
Ich habe während des Studiums zwei Jahre freiberuflich entwickelt, und was bei mir den Unterschied gemacht hat:
- Projekte statt Stunden: Vereinbart war ein Ergebnis (eine Funktion, ein Modul, eine Seite) mit Abnahme – nicht „20 Stunden pro Woche verfügbar sein“.
- Ich habe entschieden, wann und wo ich arbeite. Es gab Abstimmungstermine, aber kein tägliches Stand-up als Pflichttermin.
- Eigene Ausstattung: eigener Rechner, eigene Lizenzen, ein Gast-Zugang zum Repository des Kunden statt einer Firmen-Identität.
- Mehrere Kunden parallel und ein eigener Stundensatz, den ich auch mal nicht bekommen habe.
Bei deinem Angebot ist es umgekehrt: Du wärst faktisch eine Teilzeitkraft ohne Arbeitsvertrag. Einzelne Punkte wie ein Firmenlaptop sind in der IT übrigens nicht automatisch schädlich – aus Datenschutz- und Sicherheitsgründen bekommen auch Externe oft Hardware gestellt. Kritisch wird es in der Summe, und die ist bei dir ziemlich eindeutig.
Falls du irgendwann doch freiberuflich loslegst, noch zwei Stichworte, die man sich früh anschauen sollte: die Frage freiberuflich oder gewerblich (bei Softwareentwicklung nicht immer eindeutig, entscheidet über Gewerbeanmeldung und Gewerbesteuer) und die Kleinunternehmerregelung nach § 19 UStG, deren Umsatzgrenzen zuletzt angehoben wurden – den aktuellen Stand am besten kurz nachschlagen. Aber das ist dann Stoff fürs Steuerforum. 🙂