Unzufrieden mit Studium und mir selbst....

  • Hallo,


    viele werden sich jetzt mit Sicherheit an den Kopf fassen, aber ich komm alleine mit meinem Problem nicht mehr weiter.


    Ich studiere momentan im 6. Semester BWL auf Diplom an der Uni und momentan läuft alles ganz gut soweit...naja, bis auf eine Sache....
    Würde man mich fragen, warum ich diesen Studiengang wählte, oder was ich für Ziele damit konkret verfolge, würde ich wohl ziemlich ins stottern geraten und ihm keine plausible und logische Antwort liefern können.
    Wie es nun genau zur Wahl des Studienganges gekommen ist, möchte ich jetzt hier nicht näher erläutern, da es wohl einer längeren Erklärung bedürfte bzw. den Rahmen sprengen würde.
    Fakt ist, dass mir in letzter Zeit immer mehr bewusst geworden ist, dass ich mit der Wahl einen großen Fehler begangen hab (welchen ich nie wirklich für wahr haben wollte), da ich, nun, wie soll ich es sagen, immer weniger Interesse für die BWL und deren Vorlesungen hege(bis auf wenige Ausnahmen, wie z.B. Wirtschaftsinformatik, teilweise Marketing)
    Ich kann mich nicht mehr von meiner Persönlichkeit und meinen späteren Berufs- und Lebensvorstellungen her damit identifizieren. Warum und wie es dazu gekommen ist, sei jetzt mal dahingestellt.
    Ich trage permanent nur noch(insbesondere, wenn es auf die Prüfungen zu geht) einen inneren Konflikt in mir aus, der darin besteht, dass ich auf der einen Seite alles hinschmeißen will und auf der anderen Seite das durchziehen "will". Dieser Konflikt hat sich jetzt erst wirklich soweit entwickelt, dass ich über dieses "hinschmeißen" so intensiv nachdenke.
    Wenn ich über das, was ich in dem Studium wirklich mitgenommen hab, nachdenke, wird mir außerdem echt übel. Denn ich komme mir nicht mal annähernd vom Wissensstand wie ein Sechstsemestler der BWL vor (anscheinend ganz im Gegensatz zu den Komillitonen). Das macht mir auch ziemlich viel Angst, da ich bald auch mal ein Praktikum absolvieren müsste und ich mich dafür ziemlich unvorbereitet fühle(genauso wie für die Berufspraxis). Das soll jetzt hier aber erstmal eine Nebenrolle spielen.
    Jedenfalls bin ich, wie auch immer, nun schon so weit und kann für diesen Konflikt einfach keine Lösung finden. Ich müsste noch 3-4 Semester studieren und wäre dann hoffentlich fertig. Aber was dann? Ich bezweifle, zumindest momentan, dass ich später damit wirklich glücklich werden könnte (geschweige denn erfolgreich...)
    Aber jetzt alles einfach so wegzuschmeißen? Den ganzen Stress und die ganze Arbeit umsonst?
    Wenn ich es durchziehen würde, würde ich halt "gerne" beruflich in Richtung Marketing in Bezug auf Musik(oder halt allgemein Medien oder sowas in der Art) gehen wollen. Es müsste auf jeden Fall mit viel Abwechslung und Kreativität in Verbindung stehen. Aber im Zusammenhang mit meiner Studienwahl bezweifle ich, dass ich auf sowas Chancen hab... (denn was bringt mir da schon z.B. eine staubtrockene Marktforschungsvorlesung ohne jeglichen Praxisbezug)
    Was denkt ihr? Was würdet ihr (falls es euch möglich ist, sich irgendwie in meine recht außergewöhnliche Situation zu versetzen) tun? Alles hinwerfen, nochmal neu anfangen? Oder es doch durchziehen und sehen, ob man irgendwas findet, dass einen erfüllt?! Habt ihr Vorschläge für mögliche Berufsfelder?


    Über eure Meinung/Antwort/Ratschläge/Hilfe wäre ich sehr, sehr erfreut!

  • Vielleicht findest Du ja auch hier eine Antwort:
  • Hi,
    na und hast du dich entschieden was du machst? :) 
    Ich kann dich schon ziemlich gut verstehen. Habe in meinem Bekanntenkreis sowas auch schon miterlebt und im Endeffekt, war es für diese Personen besser, alles abzubrechen und neu durchzustarten. Ich denke warscheinlich würde es dir dann besser gehen.
    Allerdings würd ich an deiner Stelle mir vorher alles zurechtlegen und dann erst das Studium schmeißen. In Sachen Medien, mach doch erstmal ein Praktikum um 'reinzuschnuppern' dann kannst du immernoch entscheiden was genau du machen willst. Ist ja ein breites Feld. :)
     
    LG.

  • Hey Aleca,


    danke für deinen post.
    ich denke, ich werde das jetzt durchziehen und die augen nach möglichkeiten offenhalten, dennoch etwas zu finden, was meinen vorstellungen gerecht werden könnte.
    die überwindung das alles hinzuschmeißen ist mittlerweile einfach zu groß geworden und ich glaube kaum, dass ich mir das je verzeihen könnte. auch ist der drang zur finanziellen unabhängigkeit und endlich befreit von prüfungsangst und -stress zu sein sehr groß.
    ich denke in dem bereich gibt es einfach sehr viele möglichkeiten etwas passendes zu finden, wo man sich viell. auch noch in eine andere richtung weiterentwickeln kann.


    lg

  • ich glaube, das ein Studienabschluss sehr wichtig ist und dass du es durchziehst finde ich absolut großartig! Natürlich verstehe ich, dass der Drang nach der langersehnten finanziellen Unabhängigkeit durchaus groß ist, wenn man bedenkt, was man sich im Leben alles leisten muss und dass man das Geld dann für jene Dinge, die man sich leisten möchte, nicht mehr zur Verfügung hat ist sehr bitter - aber es kommen bessere Zeiten! :)

  • ich glaube, das ein Studienabschluss sehr wichtig ist und dass du es durchziehst finde ich absolut großartig! Natürlich verstehe ich, dass der Drang nach der langersehnten finanziellen Unabhängigkeit durchaus groß ist, wenn man bedenkt, was man sich im Leben alles leisten muss und dass man das Geld dann für jene Dinge, die man sich leisten möchte, nicht mehr zur Verfügung hat ist sehr bitter - aber es kommen bessere Zeiten! :)

  • Ich glaub es geht mehr Leuten so, als du denkst. Zweifel, ob man das Richtige gewählt hat, wie es weitergehen soll, etc. - das ist ganz normal :)


    Ich würde dir auf jeden Fall zum Studienabschluss raten. Gerade mit BWL kannst du dich ja in sehr viele Richtungen weiterentwickeln - wenn dich Marketing interessiert, dann stürze dich doch darauf! Und du kannst ja immerhin auch noch einen "anderen" Master dranhängen, da gibt es schon viele berufsbegleitende Angebote, oft auch für Quereinsteiger. Das Wichtigste: Schmeiß dein Studium nicht, das würdest du sicher irgendwann bereuen. Halte durch :)

  • Ich möchte dazu auch noch ganz kurz sagen, dass es ja auch (besonders heutzutage) in Sachen Berufswahl gar nicht mehr so
    sehr abhängig davon ist was man studiert oder in einer Ausbildung gelernt hat.


    Ich habe genau auf Grund dieser Überlegungen, die ich auch sehr gut kenne, bereits mit vielen Menschen in meinem privaten
    und beruflichen Umfeld gesprochen und sehr viele von denen sind selbst Quereinsteiger oder haben etwas völlig Anderes vor
    ihrem eigentlichen Beruf gelernt oder studiert und sie sind trotzdem durch Weiter- und Fortbildungen oder Umschulungen und
    letztendlich praktische Berufserfahrung sehr gut in ihrem Beruf und sind im Stande weitere Kollegen den Job zu erklären, sie zu fördern usw.


    Meine Ängste, ich könnte später im Beruf nichts erreichen, sind auf Grund dessen extrem zurückgegangen.

  • Und lass dich von der mutmaßlichen Sicherheit der anderen nicht verunsichern. Viele merken gar nicht, wenn sie etwas nicht verstanden haben, sondern glauben dies einfach, weil sie weniger Widersprüche in ihrem Verständnis entdecken können. Wenn man ihnen genauer auf den Zahn fühlt, kommt nicht viel dabei rum ;) Beiß dich durch, ein Abschluss ist hierzulande mehr als wichtig.

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  • ich studiere auch tiermedizin und naja, bin mir nicht sicher, ob es die richrige wahl war. mir macht es zwar spaß und ich will das seit kindesbeinen werden, aber ein undankbarer job ist es auch... trotzdem muss man sich entscheiden. und ich gehe jetzt erstmal diesen weg :)