Hänge gerade an einer Einsendeaufgabe aus dem Finanzierungsmodul fest. Aufgabenstellung sinngemäß: Ein Unternehmen hat einen kurzfristigen Liquiditätsengpass, z. B. weil Kundenzahlungen verspätet reinkommen, aber Lieferantenrechnungen und Löhne trotzdem pünktlich raus müssen. Ich soll begründen, welches Finanzierungsinstrument sich dafür eignet.
Meine erste Idee war ganz klar der Kontokorrentkredit, weil er flexibel ist, man ihn nur in Anspruch nimmt, wenn man ihn braucht, und er genau für solche kurzfristigen Spitzen gedacht ist. Soweit auch meine Erklärung in der Aufgabe.
Jetzt überlege ich aber, ob die Aufgabe nicht noch mehr Tiefe erwartet. Aus meiner Bankausbildung weiß ich ja, dass der Kontokorrentkredit vergleichsweise teuer ist (hohe Zinsen, teils Überziehungsprovision). Gibt es Konstellationen, in denen man trotz kurzfristigem Bedarf eher zu einem klassischen Darlehen raten würde, z. B. wegen Planbarkeit oder weil der Engpass absehbar länger dauert als „kurzfristig“ im eigentlichen Sinn? Oder ist das in der Finanzierungslehre tatsächlich so klar getrennt nach Fristigkeit, dass man da nicht mischen sollte?