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Heckscher Ohlin Modell - umschlagende Faktorintensitäten!

  • Poerls
  • 4. Februar 2006 um 12:53
  • Erledigt
  • Poerls
    Neuer Benutzer
    Beiträge
    7
    • 4. Februar 2006 um 12:53
    • #1

    Hallo!

    Kann mir jemand sagen, warum das Heckscher-Ohlin Modell nur mit der Annahme der umschlagenden Faktorintensitäten vereinbar ist?
    Und dann würde ich noch gerne Wissen, warum es bei einer Cobb-Douglas Produktionsfunktion niemals zu Umschalgenden Faktorintensitäten kommen kann, was ist den das Besondere der Cobb-Douglas Funktion, wodurch die umschalgenden Faktorintensitäten vermieden werden?

    Vielen Dank schonmal!

    POERLS

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  • Oeconomicus
    Erfahrener Benutzer
    Beiträge
    187
    • 16. Februar 2006 um 22:25
    • #2

    Durch die umschlagenden Faktorintensitäten ändert sich die Produktivität und damit konkludent die Entlohnung, welches zu veränderten Faktorpreisen führt. Die Faktorpreise können sich nicht angleichen, weil je nach Konstellation immer ein anderes Gut das arbeitsintensivere sein kann.

    Zitat von John Maynard Keynes:

    "Solange die Nationalökonomen leben, nimmt niemand von ihnen Notiz, und wenn sie tot sind, richten sie großen Schaden an." :D

  • Poerls
    Neuer Benutzer
    Beiträge
    7
    • 18. Februar 2006 um 12:04
    • #3

    Hallo!
    Danke für die Antwort, habe schon gedacht es antwortet niemand mehr!
    Hab mir nun auch meine Gedanken darüber gemacht...
    Kann es nun sein, dass bei einer Cobb-Douglas Funktion das Prinzip der umschlagenden Faktorintensitäten nicht gegeben ist, da die beiden Produktionsfaktoren multiplikativ miteinander verknüpft sind?

    Y = K^1/3 * L^2/3

    Ich meine irgendwie ist doch durch die Exponenten die Faktorintensität bestimmt, oder sehe ich das falsch? Wird das Produkt so wie in meinem Beispiel hergestellt, dann ist es doch auch arbeitsintensiv?!

    Würde mich auch hier über eine Antwort freuen...

    Grüße

  • Oeconomicus
    Erfahrener Benutzer
    Beiträge
    187
    • 18. Februar 2006 um 15:11
    • #4

    So spontan bin ich mir da echt nicht ganz sicher. Ist schon ein bissel her bei mir, aber bei Gelegenheit werde ich mich mal darum kümmern. Interessiert mich jetzt irgendwie auch ^^

    Zitat von John Maynard Keynes:

    "Solange die Nationalökonomen leben, nimmt niemand von ihnen Notiz, und wenn sie tot sind, richten sie großen Schaden an." :D

  • Poerls
    Neuer Benutzer
    Beiträge
    7
    • 20. Februar 2006 um 10:04
    • #5

    Hallo!

    Also mittlerweile habe ich eine Herleitung... ich schreibe sie hier rein, falls du dich immernoch dafür interessierst ?(

    Also wir vergleichen die Kapitalintensitäten zweier Güter, mit der Cobb-Douglas-Funktion:

    x1 = K^a1 * L^b1
    x2 = K^a2 * L^b2

    a1 und b1 sowie a2 und b2, sind die grieschichen Buchstaben alpha und beta, wobei gilt

    a1 + b1 = 1; a1, b1 > 0
    a2 + b2 = 1; a2, b2 > 0

    Wenn wir nun die Kapitalintensitäten berechenen wollen müssen wir die Funktionen jeweils partiell nach K und L ableiten

    1. dx1/dK = a1 K^a1-1 * L^b1
    2. dx1/dL = b1 K^a1 * L^b1-1

    Teilen wir nun 2. / 1. erhalten wir

    dK/dL = b1/a1 * K/L

    analog erhalten wir für Gut 2

    dk/dL = b2/a2 * K/L

    Wir wissen nun, dass die Steigung der Kurve die in dem K,L-Diagramm liegt im Optimalpunkt w/r betragen muss, da sie mir angibt wieviel von L mehr einsetzen muss für die gleiche Menge des Gutes wenn ich auf eine Einheit K verzichte.
    Dieser Reallohn w/r muss in allen Sektoren gleich sein, es herrscht voillkommene Konkurrenz und somit gleichen sich die Löhne aufgrund der Arbeitsmobilität an. Der Lohn für Gut2 entspricht also dem für Gut 1

    Wir können also nun für dK/dL = w/r die beiden Gleichungen für Gut1 und Gut2 gleichsetzen und erhalten
    Ich schreibe nun (K/L)1 für die Kaspitalintensität des Gutes1, analog für Gut 2

    b1/a1 * (K/L)1 = b2/a2 * (K/L)2

    nach auflösen ergibt das

    (K/L)1 / (K/L)2 = b2*a1 / a2*b1

    Die linke Seite gibt mir das Relativverhältnis der Faktorintensitäten, die rechte Seite aufgrund der Definitionen von a1,a2,b1 und b2 ergibt eine Konstante.
    Somit sei bewiesen, dass das realtive Verhältnis der Faktorintensitäten immer konstant ist, zu jedem beliebigen w/r

    Gut1 wird somit z.B. immer kapitalintensiv und Gut2 arbeitsintensiv sein.

    Mathematisch ist das ganze nun klar, ökonomisch würde ich sagen hat es also auf jeden Fall was mit den Exponenten der Cobb-Douglas-Funktion zu tun. Also mein nächster Schritt war mir mal eine genaue Definition anzuschauen und ich wurde fündig:

    ""Die partielle Produktionselastizität zeigt näherungsweise an, um wieviel Prozent sich die Produktion eines Unternehmens/einer Volkswirtschaft verändert, wenn der Einsatz eines Produktionsfaktors um ein Prozent erhöht wird. Genauer: Sie gibt an, um wieviel sich die Produktion bei einer marginalen Änderung des Faktoreinsatzes ändert. Die Summe der partiellen Produktionselastizitäten ergeben die Skalenelastizität.""

    a und b sind die partiellen Produktionselastizitäten der Cobb-Douglas-Funktion, deren Summe, hier 1, ist die Skalenelastizität.

    Da bedeutet also, das durch die Cobb-Douglas-Funktion eben eine Prozentsatz festgelegt wurde, a und b, der angibt wieviel jeweils Kapital und Arbeit in die Produktion eingehen, verhältnismäßig.
    In meinem Beispiel

    Y = K^1/3 * L^2/3

    wird also realtiv mehr Arbeit eingesetzt und das eben unabhängig von w/r wie meine Rechnung gezeigt hat....
    SUPER, hört sich doch spitze an!! Also meine Klausur kann kommen, war mir noch das einzige Rätsel und dann ist es soooo logisch einfach....!!

    Grüße

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