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Beiträge von FabianControl

  • Make-or-Buy-Entscheidung – wie rechne ich das sauber durch?

    • FabianControl
    • 17. Juni 2026 um 18:40

    Ninas Trennung ist genau der Kern. Eine Ergänzung aus der Praxis, die in Klausuren gern als zweiter Teil drankommt: frei werdende Kapazität.

    • Kaufst du zu und die Maschine steht dann still, sparst du nur die variablen Kosten – Vergleich wie von Nina.
    • Kannst du auf der frei werdenden Kapazität aber etwas anderes mit positivem Deckungsbeitrag produzieren, musst du diesen entgangenen Deckungsbeitrag (Opportunitätskosten) zum Eigenfertigungspreis hinzurechnen.

    Und ein qualitativer Punkt nicht vergessen: Qualität, Liefersicherheit und Abhängigkeit vom Lieferanten gehören zur Entscheidung dazu, auch wenn sie nicht in der Stückkostenrechnung auftauchen.

  • Zuschlagskalkulation – vom Materialeinzelkosten zum Angebotspreis, ich verliere den Überblick

    • FabianControl
    • 16. Juni 2026 um 12:30

    Ninas Schema ist komplett. Zu deiner Frage, woher die Zuschlagssätze kommen, weil das oft unklar bleibt: Die berechnest du aus dem BAB (Betriebsabrechnungsbogen). Beispiel Materialgemeinkostenzuschlag:

    MGK-Satz = (Materialgemeinkosten / Materialeinzelkosten) × 100

    Wenn die Materialstelle 20.000 € Gemeinkosten hat und die MEK 100.000 € betragen, ist der Zuschlagssatz 20 %. Diesen Satz legst du dann in der Kalkulation auf die MEK des konkreten Auftrags um. Genauso für Fertigung (Basis FEK) sowie Verwaltung/Vertrieb (Basis Herstellkosten).

  • Rückstellungen vs. Verbindlichkeiten – wann bilde ich was?

    • FabianControl
    • 16. Juni 2026 um 08:25

    Sehr gut erklärt hier schon 🙂 Aus der Controlling-Praxis noch eine Ergänzung, die in Klausuren gern als Transferfrage kommt: Rückstellungen sind ein wichtiges Instrument der Periodengerechtigkeit. Der Aufwand wird dem Jahr zugeordnet, in dem er verursacht wurde, nicht erst dem Jahr der Zahlung. Beispiel: Die Rückstellung für die Jahresabschlussprüfung bildest du noch im alten Geschäftsjahr, obwohl der Prüfer erst im Folgejahr kommt und bezahlt wird. Sonst würde der Gewinn im Verursachungsjahr zu hoch und im Zahlungsjahr zu niedrig ausgewiesen.

  • Manntag (Personentag): Bedeutung & Definition einfach erklärt

    • FabianControl
    • 16. Juni 2026 um 06:10

    Hi Kathy, deine Beschreibung passt schon. Eine saubere Definition: Ein Manntag (heute meist neutral Personentag, abgekürzt PT) ist die Arbeitsleistung, die eine Person an einem Arbeitstag erbringt – in der Regel mit ~8 Stunden Normalarbeitszeit hinterlegt. Es ist also eine reine Aufwandseinheit, keine Personen- und keine Zeitangabe für sich allein.

    Die Einheit skaliert nach oben:

    • 1 Personenmonat (PM) ≈ 18–22 PT (je nach angesetzten Arbeitstagen pro Monat)
    • 1 Personenjahr (PJ) ≈ 200–220 PT (also Arbeitstage abzüglich Wochenenden, Urlaub, Feiertage)

    Wofür man das braucht: Aufwandsschätzung, Kalkulation und Angebotserstellung. Du beschreibst den Gesamtaufwand eines Projekts in PT und kannst daraus Kosten (PT × Tagessatz) und Termine ableiten – unabhängig davon, wer am Ende konkret arbeitet.

    Kleines Rechenbeispiel: Ein Arbeitspaket ist mit 20 PT bewertet. Das bedeutet:

    • 1 Person braucht dafür 20 Arbeitstage, oder
    • 2 Personen schaffen es in 10 Tagen, oder
    • 4 Personen theoretisch in 5 Tagen.

    Und genau hier sitzt der häufigste Denkfehler: PT sind keine Kalendertage. Erstens arbeitet niemand zu 100 % Auslastung an einer Aufgabe (Meetings, Abstimmung, andere Projekte). Zweitens lässt sich Arbeit nicht beliebig parallelisieren – neun Frauen bekommen ein Kind auch nicht in einem Monat. 20 PT können sich im Kalender also locker über sechs oder acht Wochen ziehen. Deshalb immer zwischen Aufwand (PT) und Durchlaufzeit (Kalendertage) trennen – das verwechseln in der Praxis selbst erfahrene Leute ständig.

  • KLR vs. Finanzbuchhaltung – wozu zwei Rechnungen?

    • FabianControl
    • 10. Juni 2026 um 11:25

    Gern, das ist die wichtigste Weiche im ganzen Rechnungswesen 🙂 Merk dir den Zweck:

    • Finanzbuchhaltung (extern): dokumentiert für Außenstehende (Finanzamt, Banken, Gesellschafter) nach gesetzlichen Regeln (HGB). Pflicht, vergangenheitsorientiert, unternehmensbezogen.
    • KLR (intern): beantwortet Steuerungsfragen für die Geschäftsführung: Was kostet ein Produkt? Lohnt sich ein Auftrag? Wo liegt die Preisuntergrenze? Freiwillig, keine gesetzlichen Vorgaben, betriebsbezogen.

    Deshalb auch die unterschiedlichen Begriffe: Aufwand/Ertrag (FiBu) vs. Kosten/Leistung (KLR). Kalkulatorische Kosten wie der Unternehmerlohn tauchen z. B. nur in der KLR auf – die FiBu darf die gar nicht ansetzen.

  • Deckungsbeitragsrechnung: Ab welcher Menge bin ich in der Gewinnzone?

    • FabianControl
    • 17. Februar 2026 um 00:38

    Sehr gerne, das ist ein zentrales KLR-Thema. Der Reihe nach:

    • Stückdeckungsbeitrag = Verkaufspreis pro Stück minus variable Kosten pro Stück. Das ist der Betrag, den jedes verkaufte Stück zur Deckung der Fixkosten beiträgt.
    • Gesamtdeckungsbeitrag = Stückdeckungsbeitrag mal Absatzmenge.
    • Break-Even: Die Menge, bei der der Gesamtdeckungsbeitrag genau die Fixkosten deckt — also Fixkosten geteilt durch Stückdeckungsbeitrag.

    Merksatz: Erst ab der Break-Even-Menge fließt jeder weitere Stückdeckungsbeitrag direkt in den Gewinn.

  • Lineare vs. degressive AfA — Wann lohnt sich der Wechsel?

    • FabianControl
    • 15. Februar 2026 um 06:43

    Nina hat den Rechenweg gut beschrieben. Ergänzend zum Warum: Die degressive AfA würde rein mathematisch nie ganz auf null kommen, weil immer ein Prozentsatz vom Restwert übrig bleibt. Deshalb erlaubt man den Wechsel, damit das Wirtschaftsgut bis zum Ende der Nutzungsdauer vollständig abgeschrieben wird.

    Praktischer Tipp: Leg dir eine kleine Tabelle mit Jahr, degressivem Betrag, Restbuchwert und dem alternativen linearen Betrag an. Dann siehst du den Kipppunkt sofort.

  • ABC-Analyse im Einkauf - wie ziehe ich die Klassengrenzen?

    • FabianControl
    • 31. Januar 2026 um 13:18

    Und denk an die Interpretation am Ende - die wird gern vergessen, gibt aber Punkte. Was folgt daraus? A-Artikel: intensive Beschaffungsplanung, enge Lieferantenpflege, genaue Disposition. C-Artikel: vereinfachte Prozesse, Sammelbestellungen, wenig Aufwand. Die Analyse ist erst dann komplett, wenn du Handlungsempfehlungen ableitest.

  • Deckungsbeitrag berechnen - ich steh komplett auf dem Schlauch

    • FabianControl
    • 13. Januar 2026 um 20:19

    Ergänzend der gedankliche Trick, der mir damals geholfen hat: Stell dir den Stück-DB als kleinen "Beitrag" vor, den jedes Produkt zur Miete (Fixkosten) beisteuert. Erst wenn genug Beiträge zusammenkommen, ist die Miete bezahlt - das ist der Break-Even.

    Der Gesamt-Deckungsbeitrag ist dann einfach Stück-DB × Absatzmenge. Gewinn = Gesamt-DB − Fixkosten. Wenn du das einmal sauber trennst, verwechselst du es nie wieder. 💪

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