Sitze gerade an einer Statistikaufgabe aus dem Grundlagenmodul und komme beim Thema Streuungsmaße ins Grübeln. Ich berechne brav erst die Varianz (Summe der quadrierten Abweichungen vom Mittelwert, geteilt durch n bzw. n-1), ziehe dann die Wurzel und habe die Standardabweichung. Rechnerisch kein Problem, aber mir fehlt der Sinn dahinter.
Warum reicht nicht einfach eine der beiden Kennzahlen? Meine Überlegungen bisher:
- Die Varianz hat wegen der Quadrierung eine komische Einheit (z.B. mm² statt mm), deswegen braucht man die Standardabweichung, um wieder in der ursprünglichen Einheit zu sein?
- Aber wozu rechnet man dann überhaupt erst die Varianz aus, wenn man am Ende eh nur die Standardabweichung interpretiert?
Spielt die Varianz vielleicht nur für weiterführende Berechnungen (z.B. bei Verteilungen oder Tests) eine Rolle, während in der Klausur meistens nur die Standardabweichung als Endergebnis gefragt ist? Hat jemand eine klare Faustregel, wann welche Größe tatsächlich verlangt wird?