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konjunktur- und wachstumspolitische folgen der kontrollierten zuwanderung

  • marisol
  • 16. März 2006 um 20:07
  • Erledigt
  • marisol
    Neuer Benutzer
    Beiträge
    1
    • 16. März 2006 um 20:07
    • #1

    Hallo! Ich sitz hier grad vor meinen Abi- Vorbereitungen und bin stark am Kniffeln. Vielleicht hat ja jemand von euch eine gute Idee hierzu:

    Wegen der sinkenden Geburtenrate wird zur Sicherung der Sozialsysteme eine kontrollierte Zuwanderung diskutiert. Diese hätte auch konjunktur- und wachstumspolitische Folgen.

    1. Erläutern Sie die konjunkturellen Folgen in der bestehenden wirtschaftl. Situation mit Hilfe des keynesianischen Totalmodells.


    lg marisol

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  • tarantel
    Benutzer
    Beiträge
    95
    • 16. März 2006 um 21:26
    • #2

    eine zuwanderung würde eine verschiebung der arbeitsangebotskurve nach rechts bedeuten, da zu jedem reallohn (w/p) nun mehr arbeit (n) angeboten wird. die arbeitsnachfrage würde dabei konstant bleiben, weshalb der neue schnittpunkt nun rechtsunten liegen würde. also mehr arbeit zu einem niedrigen reallohn. damit müßte die produktion steigen und die konjunktur ebenfalls...


    soweit mir bekannt, ist das keynesianische totalmodell ein anderer begriff für das IS/LM-modell, das bekanntlich den geld-, wertpapier- und kapitalmarkt umfasst. ich wüßte nicht wie man ohne arbeits- und gütermarkt die auswirkungen beschreiben kann. aber der begriff des keynesianischen totalmodells wurde bei uns auch nicht verwendet, ich mag mich also irren.


    ihr behandelt in der oberstufe bereits makroökonomische modelle?

    "Politiker, so sagt man, benutzen Ökonomen wie Betrunkene Laternen.
    Sie suchen nicht Licht, sondern Halt"

    Alfred Marshall

  • Sabine-123
    Benutzer
    Beiträge
    92
    • 19. März 2006 um 20:08
    • #3

    Das mit mehr Arbeitskräfteangebot -> sinkenden Löhnen stimmt, damit könnte ich das beenden, ist aber eher kurzfristig anzusehen.
    Das ist in etwa grob die keynesianische Sichtweise. Das hat Tarantel richtig beschrieben.

    Die neuen Arbeitskräfte sind auch natürlich nicht nur Arbeitskräfte, sondern Konsumenten. Es müssen also für sie auch Waren und Dienstleistungen bereitgestellt werden. Ich behaupte, dass es längerfristig keine (oder wenig) Rolle im Bezug auf Lohnhöhe spielen wird. Wenn es so wäre, dann wäre ja empirisch in Ländern mit hoher Bevölkerungsdichte ein relativ niedriger Lohn existent.
    Ich wage mich mal weit raus, weil ich keine Untersuchungen diesbezüglich kenne und behaupte, dass es eben nicht beobachtet wurde.
    Bevölkerungsdichte und nicht Einwandererzahl oder Einwandererquote,
    denn die Unterscheidung zw. Einwanderern und Einheimischen ist irgendwann nicht mehr da. Oder ist Herr Kowalski aus Dortmund Pole, weil er vor xx Jahren oder seine Eltern eingewandert sind? ;) Ist wohl Ansichtssache.

    "zur Sicherung der Sozialsysteme eine kontrollierte Zuwanderung diskutiert" ist schon ein Satz der auseinander genommen werden könnte.
    Denn, was ist "kontrolliert" bzw. wie sieht die Kontrolle aus.
    Womöglich geht es in die Richtung "welche Qualifikation brauchen wir?", oder ist es nur eine Frage der Zahlen? Das sagt der Satz nicht, beides müsste wohl spekuliert werden.
    Das zweite was ich zum Satz anmerken würde, ist dass die Sozialsysteme, zumindest die Rente, die da wohl auch damit gemeint ist, strukturelle Probleme aufweist und der betr. Versuch nur eine zeitliche Verschiebung, aber keine Lösung ist.
    Einzahler von heute sind Bezieher von morgen.
    Das Rentensystem "lebt" davon, dass man relativ viele Nachkommen hat, und möglichst lange einzahlt - gegenüber der Bezugsphase.
    Wenn das die Einwanderer nicht leisten, ist es nur eine zeitliche Verschiebung.

    Es gibt auch Alternativen zum Generationenvertrag.

    Ich weis nicht ob die Lehrer erwarten, dass man das nur am keynesianischen Totalmodell untersucht, oder wie ich, das Ganze kritisiert. Ich würde beides tun.

    Waren nur paar Ideen und Anmerkungen. Habe kein Anspruch auf Vollständigkeit.

    Hoffe konnte wenigstens etwas helfen,
    Grüsse

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