Kathi hat das eigentlich schon top erklärt, ich ergänz nur ein paar praktische Erfahrungswerte aus meiner eigenen Bastelecke 😄
Zum VIF: schau dir bei Auffälligkeiten auch mal an, welche Variablen sich das Problem teilen. Oft sind das inhaltlich verwandte Größen (z.B. Kapitaleinsatz und Anlagenwert oder sowas), da lohnt sich die Frage: brauche ich wirklich beide getrennt, oder messen die eigentlich dasselbe Konstrukt aus zwei Blickwinkeln?
Praktisch würde ich folgende Reihenfolge empfehlen:
- Erstmal prüfen, ob die beiden Variablen theoretisch wirklich unterschiedliche Effekte abbilden sollen. Wenn nein: Index bilden (z.B. Mittelwert nach Standardisierung, oder eine simple Faktoranalyse/PCA, wenn du mehr als zwei Kandidaten hast).
- Wenn beide theoretisch wichtig sind, aber halt korrelieren: Stichprobe vergrößern hilft tatsächlich, weil der Standardfehler der Koeffizienten auch von n abhängt – mehr Beobachtungen dämpfen das Problem etwas, auch wenn die Korrelation selbst bleibt.
- Zentrieren bringt vor allem was, wenn du Interaktionsterme oder quadrierte Terme im Modell hast – bei "normaler" Multikollinearität zwischen zwei Haupteffekten bringt's meistens wenig.
Typischer Fehler in Hausarbeiten: Variable einfach rauswerfen, ohne das im Text zu begründen. Der Dozent will meist sehen, dass du das Problem verstanden hast und eine bewusste Entscheidung triffst, nicht nur den Datensatz so lange fütterst, bis die Sterne passen 😉