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Beiträge von crozz-fire

  • Interessante Themen für eine Doktorarbeit

    • crozz-fire
    • 13. Juli 2009 um 16:52

    Hallo Wiwis,
    ich möchte eine Doktorarbeit schreiben. Weiss aber noch nicht über welches Thema.

    Falls ihr interessante Forschungsfragen habt, irgendwas von de ihr denkt, man müsste es mal untersuchen, könnt ihr mir die bitte einfach mal reinposten?

    Ich bräuchte unbedingt mal ein paar Gedankenanstösse.

    Vom Inhaltlichen wären für mich alles in den Bereichen: Finanztheorie, Finanzsysteme, Geld&Währung, Makroökonomie, Development, Spieltheorie, Entscheidungstheorie, Political economy, alles besonders interesssant.

    Vielen, vielen Dank für eure Ideen !!!!

  • Maßnahmen der Europ. Zentralbank - Wirkungen

    • crozz-fire
    • 10. Juli 2009 um 23:30

    Ein wichtiger Effekt wurde von euch übersehen:

    Alle Preisänderungen, also auch eine Zinsänderung (Zins = der "Preis" von Geld) haben einen Einkommens- und einen Substitutionseffekt.

    Was hier schon beschrieben wurde, war der Einkommenseffekt. Also, wenn ich höhere Zinsen zahlen muss, habe ich weniger Geld, zum konsumieren und investieren.

    Ein anderer Effekt ist aber noch viel wichtiger. Höhere Zinsen führen direkt zu niedrigeren Investitionen. Einfach weil es plötzlich viel weniger Projekte gibt, die sich rechnen (Erwartete Return on Invested Capital > Kapitalkosten).

    Hier bin ich mir nicht so sicher:
    1. Genauso gibt es viele Konsumausgaben, die auf Kredit vorgenommen werden (zumindest in den USA). Die werden bei höheren Zinsen auch heruntergefahren.
    2. Da man in einer offenen Ökonomie ist, gehen die Investitionen und Konsum runter, die Exporte, Kapitalexporte und Ersparnisse (die im Ausland angelegt werden) hoch.


    Zu steigende versus sinkende Zinsen:
    Problem der Unwirksamkeit von Zinssenkungen:
    1. Die Wirtschaftsbelebung sollte in diesem Fall insbesondere über höhere Investitionen erfolgen.
    2. Die Investitionshöhe bestimmt sich nun aus den Kapitalkosten (siehe oben) aber auch aus den Zukunftserwartungen.
    3. Die Zinsen können nicht unter 0% fallen.
    4. Wenn die Zukunftserwartungen nun extrem schlecht sind (z.B. jetzt) kann es sein, das Investoren selbst bei Zinsen von 0% nicht investieren. Da die Zentralbank die Zinsen nicht weiter senken kann, ist Schicht im Schacht
    Was ich oben beschrieben habe entspricht der "Investitionsfalle" von Keynes.
    Verwandte Erklärung: Liquiditätsfalle ? Wikipedia (Theorie ist ebenfalls von Keynes)

    Ausserdem: Spükulanten fangen bei extrem niedrigen Zinsen im Inland und hohen Zinsen im Ausland mit Dingen wie Carry Trades an (Beispiel: Yen-Carry Trades)

  • Fixierte Wechselkurse + Importierte Inflation

    • crozz-fire
    • 10. Juli 2009 um 23:03

    Man kann sich das ganze vielleicht auch aus relativer Purchasing-Power-Parity herleiten.

    Wechselkursveränderung = (1+Inflation in land A) / (1+ Inflation in land B)

    Wenn die Zentralbank eine Wechselkursveränderung verhindert, müssen sich rein mathematisch halt die Inflationsraten angleichen.

    Ansonsten könnten in deinem Beispiel die Dänen mit ihren massenhaften Kronen sozusagen zum Schnäppchenpreis Assets (z.B. Käse) in Euroland kaufen.

    Beispiel:
    Sagen wir mal Krone/Euro = 10:1
    - Also ein Euro-Käse würde bei flexiblen Wechselkurs weiterhin einen Euro kosten, was aber wegen des geänderten Wechselkurses (11:1) 11 Kronen wären.
    - Bei festen Wechselkursen gäbe es in Euroland Inflation, der Käse kostet jetzt 1.1 Euro, also wieder 11 (10:1) Kronen.

    Die Inflation im Hartwährungs/Exportland sorgt also dafür, das es nicht zu Vermögensverschiebungen zwischen den beiden Ländern kommt.

    Erstaunlich!, Oder?

    Wie du gesehen hast, kommt es bei flexiblen Wechselkursen, nicht zu einer Inflation, sondern zu Aufwertungen. So wie es in Deutschland als Exporteur und Niedriginflationsland war. (Vor dem Fall von Bretton Woods 1971 müsste es aber eigentlich anders gewesen sein, aber dass ist eine andere Frage).

    In China hast du das Gegenteil. Sie haben eine Dollarbindung und tatsächlich eine recht hohe Inflation.

    Falls jemand sieht, das meine Erklärung Blödsinn ist, bitte kommentieren!

  • Fixierte Wechselkurse + Importierte Inflation

    • crozz-fire
    • 10. Juli 2009 um 22:33

    Bin selbst auch kein Experte, aber hier ein paar Ideen:

    Übrigens auf Wikipedia wird auch einiges zum Thema erklärt.
    (http://de.wikipedia.org/wiki/Importierte_Inflation)

    1. Könnte ja sein, das die importierten Produkte notwendig sind. Z.B. Öl aus Saudi-Arabien, oder Kleidung aus China. Wenn die Weltmarktpreise für Öl oder die Löhne und damit die Kleiderpreise in China hochgehen und beides hier noch genauso gekauft wird wie bisher, und der Wechselkurs von KSA oder china nicht im selben Maße runtergeht, dann geht in D über den Warenkorb und Rohstoffpreise der CPI auch hoch.

    2. Ich denke deine Grundidee von Nettoexport = Kapitalabfluss (bzw. Erhöhung der Nettoaktiva im Ausland) ist richtig. Aber die Geldschöpfung der EZB hat damit ja gar nichts zu tun. Ausserdem hast du keine freien Märkte. Ich glaube was du mit Euroland, Dänemark beschreibst, passiert in der Realität mit China, USA.

    Die Chinesen haben einen Nettoexport in die USA. Die US-Importeure kaufen Renminbi und verkaufen dafür USD. Um den Wechselkurs zu halten verkauft die Chinesische ZB neugeschaffene Renminbi und kauft damit USD.

    Und ich glaube, um das zu verhindern, was du beschreibst, "immunisieren" oder "neutralisieren" die chinesischen Zentralbanker nun den Effekt. Dies machen sie, indem sie im selben Maße, wie sie USD kaufen, chinesische Wertpapiere verkaufen. (Die Chinesen nehmen ihre Yuan und kaufen sich dafür zum Beispiel 5 jährige Yuan-Anleihen.) In anderen Worten, die neugeschaffenen Yuan werden vom Staat wieder eingesammelt.

    Wenn man also alles zusammenfasst.
    1. Am Ende hat die chinesische ZB eine z.B. eine 5Y- US-Treasury Note (oder was auch immer die ZB mit den USD macht), die US Konsumenten haben ihre chinesischen Konsumartikel und eine Treasury Note weniger (Annahme: sie haben mit der Note die Konsumartikel bezahlt) und die Chinesen haben eine chinesische Anleihe.
    2. Nach 5 Jahren bekommt die chinesische ZB die Kohle der USD Anleihe, wandelt sie in Yuan um und bezahlt damit die Eigentümer der Yuan Anleihe.

    T1: Geldmenge Yuan: +-0, Kreditmenge Yuan +5, Nettoexportin die USA, eine US Anleihe erworben, Wechselkursveränderung 0 (Nettoexport und Anleiheerwerb cancelln sich aus), Yuan Zinsen steigen (um die neuen Anleihen zu platzieren)
    T2: Geldmenge Yuan: +5, Kreditmenge Yuan -5, Nettoimport aus den USA, eine US Anleihe wurde zurückbezahlt, Wechselkursveränderung 0 (Nettoimport und Anleihezahlung cancelln sich aus). Yuan Zinsen fallen wieder.

    Insgesamt steigt die Geldmenge in China trotzdem, nur verzögert. Also auch Inflation. Tja, schwierig zu interpretieren. Ich kapiere es auch nicht ganz. Aber eigentlich ganz klar. Wenn die Zentralbank die Geldmenge erhöht, steigt halt das Preisniveau.

    Zu den Verteilungseffekten:
    Ex Zinseffekte: Profitieren sollten alle Yuan Schuldner: z.B. der Staat. Negativ betroffen sollten sein alle Yuan Gläubiger (also insbesondere Sparer). Und neutral wäre es für die Besitzer von Sachanlagen. Falls aber die Emission von Anleihen durch den Staat zu steigenden Zinsen führen sollte, würden die Effekte ausgeglichen werden.


    Was meint ihr: Macht das Sinn, was ich hier erkläre? Bitte gebt mir eure Kommentare!!!!

  • Debetismus

    • crozz-fire
    • 10. Juli 2009 um 21:05

    Hallo, kennt sich von euch einer mit dem Thema Debetismus aus?
    Ich bin gerade dabei, mich in die Thematik einzulesen, ist aber ziemlich schwierig ohne Unterstützung durch andere.

    Noch eine Frage: Ich habe bemerkt, das die Aktivität hier im Board ziemlich niedrig ist. Kennt ihr vielleicht noch spezialisiertere Foren, wo man sich zum Thema VWL austauschen kann?

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