Sitze gerade an der Nachbereitung unserer letzten Übungsklausur (Stochastik, läuft bei uns parallel zur Technischen Mechanik mit rein) und hänge an einem Verständnisproblem, das mich schon öfter Punkte gekostet hat.
Die Aufgabe war sinngemäß: Ein Prüfverfahren erkennt fehlerhafte Bauteile mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit, es gibt aber auch Fehlalarme. Gesucht war die Wahrscheinlichkeit, dass ein Bauteil wirklich fehlerhaft ist, gegeben das Prüfverfahren schlägt an. Ich habe ganz naiv mein Baumdiagramm mit „fehlerhaft/nicht fehlerhaft“ als erste Stufe aufgebaut, dann aber am Ende die bedingte Wahrscheinlichkeit einfach aus dem Baum abgelesen, ohne zu merken, dass ich eigentlich die Reihenfolge der Ereignisse umdrehen musste.
Woran erkennt ihr zuverlässig, dass:
- man den Satz von Bayes braucht, weil die gegebene und die gesuchte Wahrscheinlichkeit „in unterschiedliche Richtungen“ zeigen,
- eine stinknormale Vierfeldertafel oder ein normaler Baum ausreicht?
Gibt es da ein festes Schema, an der Formulierung der Aufgabe erkennbar, oder muss man sich jedes Mal die Ereignisse sauber aufschreiben und schauen, was gegeben und was gesucht ist?