Der Kern ist: Der Nominalzins (Sollzins) ist der reine Preis für das geliehene Kapital. Der Effektivzins beantwortet dagegen die Frage: „Was kostet mich der Kredit insgesamt, bezogen auf das Geld, das ich tatsächlich zur Verfügung habe – und wann muss ich zahlen?“ Drei Ursachen für die Differenz:
- Unterjährige Zahlung. Zahlst du monatlich statt jährlich, tilgst du früher und der Zins wird häufiger verrechnet. Aus 5 % nominal bei monatlicher Verzinsung werden effektiv (1 + 0,05/12)12 − 1 ≈ 5,12 %.
- Disagio/Auszahlungskurs. Werden 100.000 € vereinbart, aber nur 97.000 € ausgezahlt, zahlst du Zinsen auf 100.000 €, hast aber nur 97.000 €. Der Effektivzins rechnet mit dem, was ankommt.
- Bearbeitungs- und Nebenkosten, soweit sie zwingend zum Kredit gehören.
Rechnerisch ist der Effektivzins der interne Zinsfuß: der Zinssatz, bei dem der Barwert aller Zahlungen (Auszahlung minus alle Raten) genau null ergibt. Genau deshalb ist er die einzige Größe, mit der man zwei Angebote sauber vergleichen kann.