Ich hatte genau dasselbe Problem und habe mir dafür einen Streichtest angewöhnt, der ziemlich unbarmherzig ist, aber funktioniert: Jeder Satz muss die Frage beantworten. Ich gehe die fertige Antwort einmal durch und frage bei jedem Satz „welchen Teil der Aufgabenstellung erledigt der?“. Alles, was sich nicht zuordnen lässt, fliegt raus. Bei mir waren das anfangs regelmäßig 30 bis 40 Prozent.
Was dabei fast immer wegfällt:
- Der Anlauf. „Um diese Frage zu beantworten, ist es zunächst wichtig zu verstehen, dass …“ – bringt null Punkte. Direkt mit der Sache anfangen.
- Abgeschriebene Definitionen, nach denen nicht gefragt war. Wenn die Aufgabe „Berechnen Sie …“ lautet, braucht es davor keine halbe Seite Theorie zum Verfahren.
- Wiederholungen in anderen Worten. Ein Gedanke zweimal gesagt zählt trotzdem einmal.
Zwei Dinge, die den Umfang dagegen sinnvoll erhöhen: Rechenwege (bei Rechenaufgaben gibt es Punkte für den Weg, nicht nur für das Ergebnis – wer nur die Zahl hinschreibt, verschenkt bei einem Fehler alles) und ein eigenes Beispiel, wenn der Operator es hergibt.
Ganz praktisch für die Form, das kostet fünf Minuten und macht dem Korrektor das Leben leichter: Aufgabennummern klar übernehmen, jede Teilaufgabe sichtbar getrennt beantworten (a, b, c untereinander statt in einem Fließtext), bei mehrteiligen Fragen ruhig kurze Zwischenüberschriften. Wenn sichtbar ist, dass alle Teile bearbeitet wurden, gehen keine Punkte durch Übersehen verloren.
Und zu deinen zwei Abenden extra: Das ist der eigentliche Schaden. Die Zeit fehlt beim Wiederholen – und geprüft wird am Ende in der Klausur, nicht im Einsendeheft. 🙂