Aus der Technikecke noch eine Ergänzung, weil in Klausuren gern JIT, JIS und Kanban durcheinandergeworfen werden:
- Just-in-Time (JIT) regelt den Zeitpunkt: Das Material kommt dann, wenn es gebraucht wird, und in der benötigten Menge.
- Just-in-Sequence (JIS) geht einen Schritt weiter und regelt zusätzlich die Reihenfolge: Die Teile kommen in genau der Abfolge an, in der sie am Band verbaut werden. Klassisch in der Autoindustrie bei variantenreichen Teilen wie Sitzen oder Cockpits – der Lieferant bekommt die Montagereihenfolge und liefert die passende Variante zur passenden Karosserie. Das setzt eine noch engere Anbindung voraus und macht die Kette noch empfindlicher.
- Kanban ist dagegen ein Steuerungsinstrument nach dem Pull-Prinzip: Erst wenn ein Behälter leer ist, geht eine Karte (oder ein elektronisches Signal) zurück an die liefernde Stelle und löst Nachschub aus. Die Anzahl der Karten im Umlauf deckelt den Bestand – wer Bestand senken will, nimmt Karten aus dem Kreislauf und sieht, wo es als Erstes hakt.
Der letzte Punkt passt schön zu Fabians Gedanken „Bestand versteckt Probleme“: Kanban ist quasi das Werkzeug, mit dem man den Wasserspiegel kontrolliert absenkt, bis die Steine sichtbar werden.