Semesterzahl im Diplomzeugnis?

  • Hallo,


    da ich neben meinem Studium einen Beruf ausüben und meine Familie (Ehefrau und zwei Kinder) versorgen muss, dauert mein Studium wesentlich länger als normal. Ich habe vor dem Studium auch schon 11 Jahre (incl. Ausbildung) gearbeitet. Mein Aufgabenfeld als Arbeitnehmer sowie später als selbstständiger Unternehmer ist/sehr vielseitig, daher wollte ich meinen Job nie vernachlässigen. Dies hätte ich mir als Familienvater aus finanziellen Gründen auch gar nicht leisten können.


    Nun habe ich wesentlich mehr Semester hinter mir, als viele meiner Kommilitonen. Steht eigentlich die Anzahl der Semester in irgendeinem Abschlussdokument (Diplomzeugnis, Bescheinigungen, etc.) ?


    Falls nein, würde ich die Anzahl der Semester bei einer Bewerbung nicht unbedingt offenlegen wollen bzw. im Lebenslauf den Studiumbeginn mit einem späteren Datum versehen.


    Ich kann mir nicht vorstellen, dass Arbeitgeber bzw. Personalchefs tatsächlich die Anzahl der Semester bei der Uni/FH rückfragen, oder?


    Wie ist dazu Eure Meinung?


    Gruss
    Frank

  • Nein, auf meinem Diplomzeugnis steht keine Semesterzahl!


    Aber ich würde NIEMALS diese an deiner Stelle verkürzt angeben, dass kommt früher oder später immer raus, und was hast du dann davon?


    Deine Situation erklärt nun ja auch warum dein Studium länger gedauert hat!
    Dies ist ja dann auch plausibel zu erläutern und lässt dir keine Lücken im Lebenslauf...



    Gruss Kathy

  • Wenn Du die Länge Deines Studiums ordentlich begründen kannst spielt die Semesteranzahl keine Rolle, bedenke das Du mit Lebens- und Berufserfahrung aufwarten kannst. Wenn du Deinem Arbeitgeber noch veklickern kannst, daß Deine Kinder Du schon Kinder hast und nicht erst welche bekommen wirst wird dies sicher ein Pluspunkt sein (bei den Frauen ist es einer). Ansonsten gilt: Ehrlich währt am längsten. Ehrensache.

  • Zitat


    Falls nein, würde ich die Anzahl der Semester bei einer Bewerbung nicht unbedingt offenlegen wollen bzw. im Lebenslauf den Studiumbeginn mit einem späteren Datum versehen.


    Späteres Datum -> Urkundenfälschung. Damit sollte alles klar sein, nicht wahr?


    Gruß
    Markus

    I don't always know what I'm talking about but I know I'm right!


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  • Genau. Ehrlichkeit dürfte bei solchen Gründen das Beste sein.
    Dein (evtl) späterer Arbeitgeber würde es dir eher hoch anrechenen, dass du Beruf, Familie und Studium unter einen Hut bekommen hast und das Studium - wenn auch spät - erfolgreich abgeschlossen hast!

    Intoleranter sturer egoistischer kapitalistischer marktradikaler rechter Hippie.

  • Zitat

    Original von Arthur
    Genau. Ehrlichkeit dürfte bei solchen Gründen das Beste sein.
    Dein (evtl) späterer Arbeitgeber würde es dir eher hoch anrechenen, dass du Beruf, Familie und Studium unter einen Hut bekommen hast und das Studium - wenn auch spät - erfolgreich abgeschlossen hast!


    ... aber nach 24 Semestern?


    (allerdings war ich schon vor dem Studium im Beruf, musste ich während des gesamten Studiums arbeiten, und habe noch eine Familie gegründet und bin Alleinverdiener)

  • @ Frank H.


    24 Semester, also 12 Jahre??? :O


    Wie hast du es denn hinbekommen, dass die dich nicht exmatrikuliert haben?
    War es ein Teilzeitstudium? Da zählt nämlich 1 Jahr wie 1 Semester.


    Das Problem dürfte in deinem Fall nicht mal die Begründung sein für deine lange Studiendauer, sondern dass potentielle Arbeitgeber befürchten könnten, dass du dich an die Hälfte deines Wissens gar nicht mehr erinnern kannst, weil es einfach zu lange her ist, bzw. dass dein Wissen einfach veraltet ist.


    Hatte dein jetziger Job denn viel Bezug zu deinem Studium? Dann sieht das ganze wieder etwas anders aus.


    Also lügen würde ich auf keinen Fall. Wenn das rauskommt, kommst du in Teufels Küche.


  • Nee nee, habe auch gar nicht vor zu lügen. Sorry für meinen provokanten Fragestil.


    Exmatrikulieren? Aus welchem Grund?
    Exmatrikulieren können Unis und FHs nur, wenn eine Klausur 3 mal nicht bestanden wurde. Aber ich schreibe nur eine Klausur, wenn ich hundertprozentig sicher bin, sie zu bestehen. Das klappt auch, sogar mit guten Noten.


    Ausserdem verdient NRW an mir durch die Studiengebühr, Soz.Studienbeitrag zahle ich auch noch; also nix für lau.


    Derzeitiger Job hat natürlich mit Inhalten des Studiums zu tun, genauso wie der Job vorher. Bin seit Jahren selbstständiger Geschäftsführer und habe mehrere Mitarbeiter. Die Auftragslage in den letzten Jahren war so stark, dass jedesmal die Zeit zum Lernen viel zu knapp war. Trotzdem will ich nicht hinwerfen, da mir nur noch 4 Klausuren fehlen. Aber als GF ist man mitten im Unternehmen, kunden- wie mitarbeiterseitig. Und Geldverdienen geht nun mal vor Studium, oder soll ich meinen Kunden sagen, da müssen Sie warten, ich geh jetzt in die Vorlesung?
    So kam es leider vor, dass ich mangels Zeit in einigen Semestern gar keine Klausur geschrieben habe. Aber ich will das Studium auf jeden Fall erfolgreich abschliessen.


    Kann aber auch sein, dass ich irgendwann mal Lust habe, wieder als Arbeitnehmer zu arbeiten, weil mein derzeitiger Job mich 14 Stunden am Tag beansprucht; ist wirklich stressig.

  • @ Frank H.


    Einer meiner Freunde wurde geext, weil auch mehrere Semester lang keine Scheine gemacht hat. Aber bei dir scheint das ja kein Problem zu sein.


    Wenn deine Firma gut läuft, musst du dir ja fürs erste keine Gedanken machen über eine Bewerbung. Bei dem, was du schon gemacht hast, solltest du dir um deine Semesterzahl keine Sorgen machen.


    Ich kann verstehen, dass du das Studium noch bis zum Ende durchziehen möchtest, aber für eine Bewerbung dürften deine bisherigen Tätigkeiten als Unternehmer für einen potentiellen Arbeitgeber interessanter sein, als dein Diplom. ;)


    LG,
    tink


  • Ist halt trotzdem sehr belastend, wenn man immer wieder an Klausuren denken muss. Teilweise musste ich auch zusätzliche Klausuren schreiben, da ich von einer Diplomprüfungsordnung in die nächste gerutscht bin. Dadurch achtet das Prüfungsamt schon darauf, das mein Wissen/Stoff noch aktuell ist. Finde ich allerdings - bis auf den zusätzlichen Zeitaufwand - nicht weiter schlimm, da es ja interessant und brauchbar ist.


    Ist schon etwas komisch, wenn man im Managerdress zu Kunden oder Messen in die Ferne jettet, und dann doch mal wieder im Studydress in der Uni zu tun hat. :]

  • Zitat

    Ist halt trotzdem sehr belastend, wenn man immer wieder an Klausuren denken muss. Teilweise musste ich auch zusätzliche Klausuren schreiben, da ich von einer Diplomprüfungsordnung in die nächste gerutscht bin. Dadurch achtet das Prüfungsamt schon darauf, das mein Wissen/Stoff noch aktuell ist. Finde ich allerdings - bis auf den zusätzlichen Zeitaufwand - nicht weiter schlimm, da es ja interessant und brauchbar ist.


    Mal ne Frage, wie konntest du deine Präsenzzeiten während deiner GF Tätigkeit noch wahrnehmen? Und wie sieht´s mit der Aktualität deines Wissens aus, Bsp. vor 12 Jahren waren BUS Systeme und SPS gerade erst im Kommen, gerade in der E-Technik gibt´s ne rasende Entwicklung....


    Ich denke als Geistes-, Sprach- oder Sportwissenschaftler sollen 24 Semester nicht der Aufhänger sein, aber in der E-Tech??


    Mir kommen schon meine 10 Semester wie ein Generationswechsel vor :rolleyes: