Hallo! Ich bin auf der Suche nach einer Definition für das "Working Capital" in Unternehmen. In Fachbüchern habe ich unterschiedliche Erklärungen gefunden. So wird Working Capital teilweise definiert als "Umlaufvermögen minus kurzfristige Verbindlichkeiten". Andernorts wird es nur als "Vorräte plus Forderungen aus Lieferungen und Leistungen abzüglich Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen" erklärt. Hat jemand eine verbindliche Definition?
Falls Umlaufvermögen minus kurzfristige Verbindlichkeiten die korrekte Definition ist: was subsummiert man unter den kurzfristigen Verbindlichkeiten? Nur kurzfristige Finanzverbindlichkeiten (Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten, Anleihen, Wechselverbindlichkeiten, erhaltene Anzahlungen) oder auch die übrigen kurzfristigen Verbindlichkeiten wie Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen, Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen, kurzfristige Rückstellungen, latente Steuern, etc.?
Grüsse und Dank im voraus!
Hawi
Working Capital
-
Hawi -
26. April 2007 um 13:05 -
Erledigt
-
-
Mehr erfahren →AnzeigeEHiP100 % digitales Studium, auch ohne Abitur – Studiengänge ansehen.
-
Hallo,
Working Capitalabsolute Kennzahl zur Beurteilung der Liquidität Sie wird wie folgt definiert: Überschuß der kurzfristigen (innerhalb eines Jahres liquidierbaren) Aktiva über die kurzfristigen Passiva eines Unternehmens
Umlaufvermögen (soweit innerhalb eines Jahres liquidierbar)
./. kurzfristige Verbindlichkeiten= Working Capital
bzw. Überhang der langfristigen Mittel über die Teile des Anlagevermögens, die innerhalb eines Jahres liquidierbar sind.
Absolutes Working Capital verändert sich nicht bei Geschäftsvorfällen, die nur die kurzfristigen Bilanzpositionen (z. B. Bezahlung kurzfristiger Verbindlichkeiten in bar oder mit Wechsel) oder nur die langfristigen Bilanzpositionen (z. B. Rücklagenzuweisung) berühren. Es wird durch solche Entscheidungen beeinflußt, die langfristige und kurzfristige Bilanzpositionen tangieren (z. B. Barverkauf eines Grundstücks, Tilgung langfristiger Schulden aus Barmitteln). Veränderungen des Working Capital einer Periode werden im funds statement aufgezeigt. Das Working Capital sollte immer positiv sein, da negatives Working Capital auf die Nichteinhaltung der goldenen Bilanzregel hinweist.
Das Working Capital kann als Kennzahl zur Beurteilung der Liquidität herangezogen werden und bietet hier eine ähnliche Aussagekraft wie die Liquidität 3. Grades, deckt aber ggf. Windowdressing auf.
Weiterhin könnte das Working Capital Auskunft über das nicht ausgenutzte langfristige Finanzierungsvolumen geben. Es läßt nämlich erkennen, in welchem Umfang Teile des kurzfristig freisetzbaren Umlaufvermögens lang- bzw. mittelfristig finanziert sind. Insofern ist dies ein Hinweis für die Expansionskraft des Unternehmens, denn das Working Capital stellt einen Fond langfristig finanzierter Vermögensteile dar, die innerhalb eines Jahres verflüssigt werden können. Dieser Manövrierfonds könnte zur Finanzierung langfristigen Kapitalbedarfs eingesetzt werden. Kritik: In der Regel ist es nicht möglich, das Umlaufvermögen im Zuge einer Expansion zu reduzieren. Das Working Capital bildet also nur einen Manövrierfonds, wenn die Aufnahme zusätzlich kurzfristiger Kredite im entsprechenden Umfang gelingt.Das Working Capital ist eine Kennzahl aus der Bilanzanalyse und der Finanzrechnung.
Das Working Capital ist die Differenz zwischen dem Umlaufvermögen und den kurzfristigen Verbindlichkeiten; daher findet sich auch der Begriff »Netto-Umlaufvermögen«.
Grundgedanke ist dabei, dass das Working Capital derjenige Teil des Umlaufvermögens ist, der nicht zur Abdeckung der kurzfristigen Verbindlichkeiten gebunden ist, und deshalb im Beschaffungs-, Produktions- und Absatzprozess »arbeiten« kann.
Kritik:
Es handelt sich lediglich um eine statische Betrachtungsweise, weil bereitts eingegangene künftige Zahlungsverpflichtungen und zu erwartende Zahlungseingänge nicht berücksichtigt werden.
Das Umlaufvermögen ist nicht kurzfristig liquidierbar.
Die Aussagekraft der Kennzahl als Maß für die Solidität der Finanzierung des Unternehmens bzw. die Sicherung der Zahlungsfähigkeit ist also sehr begrenzt.
Ich hoffe ich konnte ein wenig helfen.Viele Grüße
-
Hallo leute
-
Jetzt mitmachen!
Du hast noch kein Benutzerkonto auf unserer Seite? Registriere dich kostenlos und nimm an unserer Community teil!
Letzte Beiträge
-
- Thema
- Antworten
- Letzte Antwort
-
-

-
Einliniensystem, Stab-Linien-Organisation, Matrix – woran erkenne ich in der Klausur, welche Organisationsform gemeint ist? 3
- PhilBWL
6. August 2026 um 15:40 - Betriebswirtschaftslehre
- PhilBWL
7. August 2026 um 08:05
-
- Antworten
- 3
- Zugriffe
- 127
3
-
-
-

-
Interner Zinsfuß – warum kommt bei der Methode manchmal eine andere Rangfolge raus als beim Kapitalwert? 2
- JuliBuecher
3. August 2026 um 17:40 - Betriebswirtschaftslehre
- JuliBuecher
4. August 2026 um 07:15
-
- Antworten
- 2
- Zugriffe
- 119
2
-
-
-

-
ABC-Analyse in der Materialwirtschaft – wo genau ziehe ich die Grenzen zwischen A, B und C? 3
- DieJulia
1. August 2026 um 14:20 - Betriebswirtschaftslehre
- DieJulia
2. August 2026 um 06:45
-
- Antworten
- 3
- Zugriffe
- 97
3
-
-
-

-
Liquiditätsgrade 1., 2. und 3. Grades – was sagen die Kennzahlen wirklich aus? 4
- Sara93
30. Juli 2026 um 14:20 - Betriebswirtschaftslehre
- Sara93
1. August 2026 um 07:30
-
- Antworten
- 4
- Zugriffe
- 127
4
-
-
-

-
Make-or-Buy: Eigenfertigung oder Fremdbezug – welche Kosten muss ich beim Vergleich wirklich gegenüberstellen? 4
- Lena96
27. Juli 2026 um 14:15 - Betriebswirtschaftslehre
- Lena96
29. Juli 2026 um 07:35
-
- Antworten
- 4
- Zugriffe
- 200
4
-
-
-

-
Return on Investment (ROI) und das DuPont-Schema – wie hängen Umsatzrendite und Kapitalumschlag zusammen? 4
- Sara93
25. Juli 2026 um 14:20 - Betriebswirtschaftslehre
- Sara93
27. Juli 2026 um 06:55
-
- Antworten
- 4
- Zugriffe
- 178
4
-
-
-

-
Economies of Scale vs. Economies of Scope – worin liegt der Unterschied? 4
- PhilBWL
23. Juli 2026 um 14:20 - Betriebswirtschaftslehre
- PhilBWL
25. Juli 2026 um 06:35
-
- Antworten
- 4
- Zugriffe
- 140
4
-
-
-

-
Kurzfristige Preisuntergrenze – darf ich einen Auftrag annehmen, der nicht mal die Vollkosten deckt? 4
- Felix96
21. Juli 2026 um 14:20 - Betriebswirtschaftslehre
- Felix96
23. Juli 2026 um 06:25
-
- Antworten
- 4
- Zugriffe
- 129
4
-
-
-

-
Penetration vs. Skimming - wie entscheide ich mich bei der Preisstrategie fuer ein neues Produkt? 4
- Sophie99
19. Juli 2026 um 14:15 - Betriebswirtschaftslehre
- Sophie99
21. Juli 2026 um 06:25
-
- Antworten
- 4
- Zugriffe
- 134
4
-
-
-

-
Target Costing – wie funktioniert Zielkostenrechnung vom Marktpreis rückwärts? 4
- JaninaBWL
17. Juli 2026 um 14:20 - Betriebswirtschaftslehre
- JaninaBWL
19. Juli 2026 um 06:30
-
- Antworten
- 4
- Zugriffe
- 136
4
-