Erfahrungsbericht Praktikum an einer Schule in Jamaika

  • Mit diesem Slogan sind sämtliche Souvenirs, T-Shirts und Schlüsselanhänger versehen. Ich hatte knapp zwei Monate Zeit um heraus zu finden, ob dies wirklich die Einstellung der Jamaikaner ist, oder lediglich ein einfallsreicher Spruch für Touristen.


    Mein von World of XChange vermitteltes Praktikum habe ich 6 Wochen in einer Basic School abgeleistet. In Oracabessa wurden zwischen 45 bis 50 Kinder im Alter von 3-5 Jahren unterrichtet. 3 Lehrerinnen bereiten die Kinder auf die „richtige“ Schule vor, beschäftigen die ganz Kleinen und bringen den „Mittleren“ Rechnen bei. Je nach Bedarf unterstützt die Köchin auch gerne mal die Lehrerinnen dabei die Kinder während der Snack-Pause zur Ruhe zu bringen.
    Da ich die erste Praktikantin in dieser Schule war, hatte noch niemand eine rechte Vorstellung von meinen Aufgaben, sodass ich recht frei in der Gestaltung meines Aufenthaltes war.
    Gleich am ersten Tag musste ich meine Tauglichkeit unter Beweis stellen. Die Direktorin der Schule hat mir einen Teil ihrer Klasse übertragen (die 4-jährigen) und mir auf den Weg gegeben, dass die Kinder diese Woche den Buchstaben „K“ lernen. Ohne große Vorstellung oder Vorbereitung stehe ich vor ca. 15 Kindern und soll ihnen das „K“ beibringen. Ich war recht schnell recht überfordert!
    Meine Aufgaben in der Schule waren sehr unterschiedlich. Meist habe ich mir selbst Projekte überlegt, die ich mit der Direktorin abgesprochen habe und schließlich selbst durchgeführt habe. Oftmals war ich auch „nur“ Unterstützung der Lehrkräfte. Aber ab und an unterrichtete ich Klassen auch ganz alleine, da manche Termine der Lehrerinnen wohl nicht auf den Nachmittag verschoben werden konnten. Der Höhepunkt meines Praktikums war mit den letzten beiden Wochen erreicht, da ich ab diesem Zeitpunkt für eine Klasse alleine verantwortlich war. Diese Zeit war sehr herausfordernd, allerdings hatte ich dadurch auch die Möglichkeit mit den Kindern tolle Projekte zu machen und mich selbst im Umgang mit einer Gruppe von Kleinkindern zu üben. Die Kinder waren sehr offen mir gegenüber, kein Wunder, denn in der Schule lernen sie schließlich auch, dass „Touristen weiß sind“J.
    Leider hatte ich einige Probleme mit der pädagogischen und didaktischen Art der Lehrerinnen den Kindern etwas beizubringen. Denn leider sind in Jamaika teilweise die neuen Methoden noch nicht angekommen, weshalb Schläge mit dem Rohrstock und ein äußerst rauer Umgangston von den Lehrern, sowie den Einheimischen oftmals mit der Antwort „So ist eben unsere Kultur“ gerechtfertigt werden.


    Neben den sehr einschneidenden Erfahrungen in der Schule konnte ich allerdings auch immer wieder sehr nette und aufgeschlossene Menschen kennen lernen. So passiert es nicht selten, dass man „verloren“ in einer Stadt umherirrt und früher oder später ein Einheimischer seine „Dienste als Tourguide“ anbietet. In solchen Situationen habe ich oft festgestellt, dass Jamaikaner sehr offen und hilfsbereit sein können.


    Jamaika ist ein sehr schönes Land, das durchaus viel zu bieten hat. Das Land gibt einem die Möglichkeit tief in die Kultur der Rastafari einzutauchen und damit auch viel über Natur und Kultur zu lernen. Vor allem in kleineren Dörfern, speziell im Landesinneren kann man noch immer die jamaikanische Kultur hautnah erleben. Ich habe viele Jamaikaner kennen gelernt, die sehr aufgeschlossen und interessiert waren. Viele haben mir von ihrem Lebensstil als Rasta erzählt und in stundenlangen Unterhaltungen mir ihre Philosophie näher gebracht. Zeit ist dabei ein untergeordneter Faktor!


    Nach zwei Monaten Aufenthalt in Jamaika muss ich sagen, dass ich viele nette Menschen kennen lernen konnte, und mich mit den Menschen, mit denen ich zusammen gewohnt habe über viele aktuelle und kulturelle Themen auseinandersetzen konnte und so einen anderen Eindruck von Land und Leuten bekommen konnte. Das unterscheidet sich von dem, das die Städte einem bieten, denn hier hat der Tourismus klare Spuren hinterlassen. Gerade in den größeren Küstenstädten reiht sich ein großes Hotel-Ressort hinter dem anderen und viele Einheimische versuchen immer wieder ein gutes Geschäft aus einem zu schlagen.
    Jamaika ist dennoch ein sehr exotisches Land, das sich durchaus lohnt zu besuchen!