Unzufrieden mit Studium und mit mir selbst

  • Hey!
    Ich studiere momentan Diplom Pädagogik im vierten Semester, bin aber leider überhaupt nicht zufrieden und daher am überlegen ob ich Wechsel soll. Das Fach Pädagogik an sich gefällt mir sehr gut, aber irgendwie erfüllt das Studium meine Erwartungen überhaupt nicht. Es Fällt mir auch sehr schwer meine Unzufriedenheit zu beschreiben, aber ich werde es einfach mal versuchen, hoffen, dass mich hier jemand versteht und mir helfen oder mich beraten kann.
    Also, ich habe 2005 mein Abitur gemacht und direkt danach angefangen Pädagogik zu studieren, mit dem Ziel später in irgendeiner Form mit behinderten Kindern zu arbeiten, da ich während meiner Schulzeit ein Praktikum in einem Kindergarten mit integrativen Schwerpunkt gemacht habe und mir die Arbeit sehr viel Spaß gemacht hat.
    Motiviert, habe ich also angefangen zu studieren...doch leider hielt diese Motivation nicht lange an, da das Studium sehr „locker“ ist, dass heißt, ich habe festgestellt, dass Uni doch etwas ganz anderes als Schule ist und sich auf deutsch gesagt, sich keine Sau für dich interessiert.
    Am Anfang war das natürlich toll, man konnte einfach daheim bleiben wenn man keine Lust hatte und nur das machen was man wollte.... Tja und so fing das dann an . Ich habe also nur noch das nötigst gemacht um meine Scheine zu bekommen, sprich immer die einfachsten Professoren gewählt und mein Studentenleben genossen. Jetzt im dritten Semester rückt jedoch das Vordiplom immer näher, was man nach der Studienordnung Ende des vierten Semester machen sollte. Von den Scheinen her würde ich das auch packen, aber vom Wissen her bestimmt nicht. Ich habe nämlich nicht im geringsten das Gefühl irgendetwas gelernt zu haben, was mir die Berechtigung gäbe diese Prüfung zu bestehen.
    Ich erkenne mich auch irgendwie gar nicht wieder, da ich in der Schule immer so ehrgeizig war und immer total viel gemacht habe, was sich durch meine gute Abinote auch ausgezahlt hat.
    Aber jetzt im Studium, wo überhaupt kein Druck mehr vorhanden ist, habe ich mich total verändert, kann mich kaum noch motivieren und versuche mich vor jeder Arbeit zu drücken. Das kann doch eigentlich gar nicht sein, das bin ich eigentlich gar nicht?? Warum kann ich mir nicht mehr selbst in den A... treten? Es geht sogar manchmal so weit, dass ich nächtelang nicht schlafen kann, weil ich so ein schlechtes Gewissen habe, nichts gemacht zu haben.
    Ich denke dann oft darüber nach warum das so ist, und frage mich ob es wirklich der fehlende Druck ist oder einfach auch die Angst den Anforderungen des Studiums nicht gewachsen zu sein! Es gibt so viele schlaue Leute, die in den Vorlesungen und Seminaren sitzen und Sachen von sich geben die ich überhaupt nicht verstehe, mal ganz abgesehen von den Professoren... Ich traue mich gar nicht irgendetwas zu sagen, weil ich Angst habe, dass es total dämliche ist! Also bin ich lieber still und versuche die Diskussionen einigermaßen zu verfolgen. Ist das normal, oder bin ich einfach kein Uni-Mensch?
    Na ja, auf jeden Fall bin ich nun am überlegen, ob ich einfach noch mal neu anfange, aber erst nachdem ich mein Vordiplom in Pädagogik gemacht habe, was ich dann voraussichtlich nach dem fünften Semester machen werde, um wenigstens mal einen Zwischenabschluss zu haben, an dem ich im Falle eines erneuten Scheiterns, wieder ansetzten könnte.
    Nach einem Praktikum, im Rahmen meines Studiums, an einer integrativen Schule, interessiere ich mich nämlich auch sehr für den Studiengang Lehramt an Förderschulen. Ich denke auch, dass hinter diesem Studium, durch die Einführung der Module, ein höherer Duck steht, der mir eventuell helfen könnte meine Motivation aufrecht zu erhalten.


    Was haltet ihr davon? Ist es euch im Laufe eures Studiums vielleicht auch schon mal so gegangen? Ich hoffe ich habe euch nicht gelangweilt, aber ich musste meine Sorgen einfach mal loswerden. Würde mich freuen wenn der ein oder andere antworten würde!
    Liebe Grüße

  • Vielleicht findest Du ja auch hier eine Antwort:
  • Hey Mira,


    ich möchte jetzt gar nicht auf deine spezielle Frage eingehen, ob jetzt wechseln oder nicht, sonder eher auf das, was mir beim Lesen deines Textes aufgefallen ist, denke mal das könnte auch helfen!


    Was mir aufgefallen ist: Du bist unsicher. Das liegt daran, weil du nicht weißt wie es mit dir in Sachen Job und "Karriere" weitergehen soll.


    Diese Unsicherheit kommt denke ich davon, dass dir andere im Studium angeblich voraus sind und in den Vorlesungen schlaue Sachen von sich geben und du denkst, du hättest in deinem Studium bisher nichts gelernt.


    Da du aber gesagt hast, dass du in deiner Schulzeit sehr fleißig warst und ein gutes Abi hingelegt hast, heißt es nun, wieder Sicherheit und vor allem Motivation zu bekommen!


    Das ist jetzt meiner Meinung nach das absolut wichtigste. Viel wichtiger als wenn du dich jeden Tag ein paar Stunden hinsetzen und lernen würdest. Denn wenn du deine Sicherheit wieder gewonnen hast, gehst es wieder bergauf. Du musst dir vor Augen führen, was du bisher erreicht hast und dass du trotz deines fortgeschrittenen Studiums noch sehr jung bist. Es gibt Leute in genau derselben Situation wie du, die wesentlich älter sind, Mitte 20.


    Also würde ich empfehlen nochmal in dich zu gehen, überlege wie du am Anfang deines Studiums dastandest und wie es jetzt ist. Haben sich deine Ziele verändert, hast du nicht vielleicht doch schon viel dazugelernt, außerhalb des Stoffes?


    Kannst ja gerne hier nochmal schreiben, wenn du das getan hast.


    Gruß, Dustin