Dann mach ich mich auch mal hier ran:
Wie alt bist du?
Ich bin 21.
Wo studierst du? Was ist dein Studienfach?
Studium der Betriebswirtschaftslehre, noch FH München.
Wie viele Semester studierst du jetzt schon?
Derzeit 5. Semester.
Was hattest du zu Beginn für Vorstellungen und wie haben sich diese entwickelt?
Gute Frage. Ich weiss nicht genau ob es Vorstellungen, Hoffnungen oder Erwartungen waren. Das kann man sehr schwer abgrenzen. Hauptpunkt war sicherlich eine höherstufige Qualifikation zu erreichen. Sein Wissensgebiet kontinuierlich auszubauen, Kompetenzen aufzubauen und für die Zukunft zu lernen. Dies hat sich nur teilweise bestätigt. In vielen Bereichen habe ich sicherlich dazu gelernt, der Wissensstand hat sich vervielfacht, die Anwendbarkeit dessen sicherlich auch in wenigen Bereichen. Auf manchen Ebenen scheint man ein wenig stehen zu bleiben. Fachlich und persönlich. Es kommt eben immer darauf an was dir deine Hochschule vermitteln kann.
Stimmt der Studiengang thematisch mit deinen früheren, schulischen Interessen überein?
Auf jeden Fall. Habe Wirtschaftsfachabitur gemacht welches die Interessensbasis zu meinem Studium stellte. Analytik, Mathematik und die Transformation und Anwendung von typischen BWL und VWL Theorien kommen im Studium nicht zu kurz, also bin ich da auf der sicheren Seite. Nichtsdestotrotz ist der Erfolg beim BWL Studium eher mit Fleiß, Ausdauer und Abstraktionsvermögen gleichzusetzen als mit dem Verstehen von Zusammenhängen.
Wie bist du darauf gekommen, genau dieses Fach zu studieren?
Sicherlich aus obig genannten Gründen. Die Interessensgebiete sollten sich schon genau decken sonst kann ein Studium zur Qual werden und man zieht evtl. zu spät die Notbremse. Sicherlich ist dieses Studium für den Berufsstart nicht gerade das Falscheste. Darauf muss man natürlich am besten schon vor Studienbeginn achten, gerade bei der Auswahl der Hochschule und des Studienfaches. Bei ersterem war der Zufall und das Glück nicht mein Freund.
Hast du schon eine genaue Vorstellung davon, wie es für dich nach dem Studium weitergehen soll ?
Ein Soll gibt es. Ein Wollen auch. Eine konkrete Umsetzung aller Möglichkeiten? Sicherlich nicht. Es gibt viele Wege, welchen genau ich einschlagen werde, ich will und was alles noch dazwischenkommen wird kann ich nicht sagen. Es wird sicherlich weiter und voran gehen aber ein hunderprozentig durchgeplantes Leben hab ich aufgegeben. Lieber Querfeldein als Stur in der Spur? Keine Ahnung, ich weiss es nicht. Ich hoffe die Entscheidungsfreudigkeit in diesem Bereich nimmt zu Studienende konkretere Ausformungen an. Aber ich stehe dem Ganzen recht positiv gegenüber auch wenn alles nicht immer leicht ist.
Beschreibe in drei Wörtern dein Leben als Student.
Soziale Kontakte (Feiern geöhren auch dazu...). Ausgewogenheit. Kontinuierliche Verbesserung.
Ist das Studieren anstrengender als das Schulleben und was denkst du über deine Schulzeit, wenn du jetzt darauf zurückblickst?
Eine Vergleichbarkeit von Studium und Schule ist schwer bis unmöglich. Das Studieren ist anstrengenender als die Schule. Man muss eigenständig und konzentriert arbeiten können, v.a. auch unter großem Zeitdruck. Ein ausgewogenes Zeitmanagement, Fähigkeiten zur Abstraktion und das Arbeiten in Gruppen sind eine notwendige Voraussetzung, hinreichend sollte es sicherlich möglich sein Potential zu wecken und zu fördern, sonst ist das alles ziemlich sinnlos. Ich stehe meiner Schulzeit sehr positiv gegenüber, vll. sogar mit einem weinenden Auge. Denn erst im Nachhinein lernt man diese zu schätzen. Ein 5 Stundentag, zum Großteil nette Leute um sich herum, eine gewisser Klassen-Spirit sind Dinge die man im Nachhinein viel mehr zu schätzen weiss, desweiteren das eigentlich recht lockere Schulleben mit weitaus geringerem Leistungsdruck und Zukunftsängsten, da man weiss, dass man noch sehr viel Zeit zum wirklichen Start des wahren Lebens hat.
Wie sieht deine Freizeit aus? Bleibt noch viel Zeit neben Lesungen und Lernen?
Wenn man es richtig anstellt auf jeden Fall. Wer auf einer "normalen" Hochschule studiert, nicht gerade zu den Eliten gehört, keinen Studientag von 8 bis 20 Uhr hat und es freizeitlich nicht auf die Reihe kriegt hat meiner Meinung nach einiges Missverstanden. Die Ausgewogenheit aus Studium, so viele Vorlesungen sind es ja auch nicht, Privatleben und einem Nebenjob ist bei einem BWL Studium mehr als leicht hinzubekommen, man muss nur wollen und sollte den Kopf nicht in den Sand stecken. In der Prüfungszeit ist Zeit ein knappes Gut, Stress deine alltägliche Depression und ungesundes Essen und Schlafmangel dein täglicher Begleiter. Aber in dieser Situation steckt man auch nur ein paar Wochen im Jahr und dann ist auch schon wieder alles vorbei und die Semesterfeiern und -ferien können beginnen. Alles in allem ist ein Studium schon eine wunderbare Sache.
Würde mich über ein zwischenzeitliches Feedback und einen Endbericht von euch sehr freuen.
Gruß
Markus