Wie gesagt, mir würde Rostock nicht fehlen, darum geht es mir. Es ist nicht mehr und nicht weniger, jedem das seine, das hat auch nichts mit Einbildung zu tun.
Und zu DD, naja es stimmt doch, wie soll man es sonst bezeichnen? Es ist nun mal ein ziemlich gewaltorientierter, politisch fehlgestimmter, und perfekt organisierter Haufen, und wenn man in den Medien immer liest, es seien nur round about 25 Leute der Grund dafür da kann ich nur lachen. Wahrscheinlich sind da sogar einige Organisationen bei uns in München mit mehr Mann am Start
Und München ist nicht gerade das Mekka der Fankultur.
Hier einmal ein netter Artickel zu DD:
Zweitligaklub Dynamo Dresden leidet unter der Gewaltbereitschaft eines Teils seiner Anhänger
Dresden - - Rainer Koch hatte lange nachgedacht. Dann verhängte der Einzelrichter beim Sportgericht des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) Anfang dieser Woche die Strafe für den Zweitligaverein Dynamo Dresden. 40 000 Euro muß der frühere DDR-Meister an den DFB überweisen. Zusätzlich ist er angewiesen, beim Heimspiel heute gegen Alemannia Aachen seine Stehplatzbereiche zu schließen.
Die Erleichterung beim ostsächsischen Traditionsverein über das vergleichsweise milde Urteil nach der Feuerwerksrandale während der Auswärtspartie beim Karlsruher SC war groß. Überrascht aber war der Klub nicht. "Bis Dienstag hat sich die Polizei hier geziert wie die Zicke am Strick", sagte Volkmar Köster, Dresdens Hauptgeschäftsführer. "Das Urteil ist sehr vernünftig." Wohl kaum aber wirklich angemessen.
Bereits zum wiederholten Male hatten Fans des abstiegsgefährdeten Zweitligaletzten in fremden Stadien randaliert. Mit zwei Heimspielen unter Ausschluß der Öffentlichkeit wollte der DFB die "Schwarz-Gelben" zur Rechenschaft ziehen. Allein der Bitte der sächsischen Polizeibehörde, durch verschlossene Stadiontore die Stimmung nicht noch weiter aufzuheizen, hat der Klub es zu verdanken, daß das Strafmaß herabgesetzt wurde. Nur lösen wird auch das das Problem nicht.
Bereits zum vergangenen Sonntag, wenige Stunden vor Beginn der später abgesagten Partie gegen den 1. FC Köln, waren die Dresdner Polizeibeamten wieder im Großeinsatz. Dieses Mal in Riesa. Hooligans hatten einen Mittelsmann "mit Blumen und Zeitung" ausgerüstet in den Sonderzug der Rheinländer eingeschleust. Der zog kurz vor der Kreisstadt die Notbremse, in der gut 50 Schläger auf ihre Gegner warteten. Im letzten Moment konnten die Ordnungshüter die Keilerei verhindern.
Daß sie heute allerdings wieder auf stadionfernes Terrain ausrücken müssen, ist nicht ausgeschlossen. "Es ist ein Räuber-und-Gendarm-Spiel", sagt Stefan Krahl, einer von vier szenekundigen Beamten bei der im November 2003 gegründete Einsatzgruppe "Gewalt"(EGG). "Die denken sich immer neue Strategien aus, um sich in Ruhe prügeln zu können." Ein kaum zu bewältigendes Problem, sicher aber nicht das größte.
Mehr noch als die Auftritte der schlagkräftigen Hooligans bereitet den Dresdner Polizeibeamten und Funktionären des Fußballklubs eine ganz andere Fangruppierung Kopfzerbrechen: sogenannte Ultras, deren Bühnen die Blöcke in den Stadien sind und nicht die Straßen außerhalb. Sie nennen ihre Inszenierungen "Choreographien", peitschen die Stimmung hoch - und greifen immer öfter zu rabiateren Mitteln, etwa bengalischen Feuer, Rauchbomben oder Leuchtspurraketen.
Gut 100 Männer zwischen 15 und 25 Jahren rechnen die Dresdner Fahnder der sächsischen Landeshauptstadt zum harten Kern der Ultras. Was sie vom Großteil ihrer westdeutschen Kollegen jedoch unterscheidet: Häufig gehen die Fußballspiele durch gezielte Planungen in die sogenannte Dritte Halbzeit, eine Verlagerung des Duells auf die Straßen außerhalb des Stadions.
Dabei verzeichnen die sächsischen Behörden eine zunehmende Verschiebung der Hemmschwelle Richtung Null. "Bilden unsere Kollegen im Westen eine Kette zwischen rivalisierenden Fans", sagt EGG-Spezialist Thomas Lau, "gehen beide Lager normalerweise auseinander. In Dresden sagen sie: "Jetzt erst recht!' Denen ist alles scheißegal."
Doch wo anfangen, das Problem in den Griff zu bekommen? Gut ein Jahrzehnt brauchten Fanprojekte samt Pädagogikspezialisten in den alten Bundesländern, um die Gewalt in und außerhalb der Stadien weitgehend einzudämmen. In Dresden gibt es ein vergleichbares Projekt erst seit zwei Jahren. Doch selbst dann: Ohne Unterstützung der Eltern fruchtet auch die Arbeit der zumeist staatlich geprüften Sozialpädagogen wenig.
Genau darin aber sehen die Dresdner Szenefahnder eine der Quellen des Übels. Gut 20 Prozent Arbeitslose bevölkern im Raum Dresden die Arbeitsämter. Die Folge sind Depressionen, Lethargie und Alkoholeskapaden. Als Krahl nach einem Spiel einen neunjährigen Steinewerfer bei seinen Eltern ablieferte, zuckten die nur gleichgültig mit den Schultern. "In 80 Prozent der Fälle", so Krahl, "unterscheiden sich die Eltern im sozialen Verhalten oft kaum von ihren Kindern." Kaum verwunderlich, daß die Ordnungshüter sogar von invaliden Stadionbesuchern traktiert werden. "Es gibt 60jährige", sagt Lau, "die mit ihren Krücken auf uns losgehen." Ein groteskes Szenario.
Das nur noch überboten wird von der jüngsten Horrorvision für die Beamten: dem Abstieg des Traditionsvereins. Nicht wenigen Ultras und ihren streitsüchtigen Trittbrettfahrern käme das gerade recht. Zum einen träfen sie in Liga drei oder vier auf die alten Rivalen aus der verblichenen DDR-Oberliga. Zum anderen würden Fernsehanstalten und Tageszeitungen kaum mehr hinschauen. "Dann", so Krahl, "müßten wir mit weniger Personal dasselbe Problem lösen. Das könnte schnell aus dem Ruder laufen."
Dreiklassengesellschaft:
Fans der Kategorie A ... - ... sind die normalen Stadionbesucher, die Antipathien nicht gewaltsam ausleben.
Fan der Kategorie B ... ... gehören zu den sogenannten Ultras und sind "situativ gewaltbereit", wie es bei der Polizei heißt. Sie sind die Vorhut der Hooligans, suchen die perfekte Kurveninszenierung und heizen beispielsweise mit bengalischen Feuern die Stimmung auf. Kommt es zu Schlägereien, sind sie nicht abgeneigt; sie suchen die Eskalation aber nicht gezielt. In Dresden gibt es davon je nach Schätzung 500 bis 800.
Fans der Kategorie C ... ... werden auch als Hooligans bezeichnet. Diese Besucher - meist in gehobener beruflicher Position - kommen mit dem Ziel zum Spiel, Gewalt anzuwenden. Im Stadion verhalten sie sich meist gesittet, Schlägereien finden oft abseits des Platzes statt. In Dresden gibt es rund 50 Hooligans.
Autor: Martin Henkel, WELT
Gruß
Markus