ZitatPrinzipell ist die Frage der Finanzierung irrelevant. Grundsätzlich steht nämlich das GG im Vordergrund,
Solange ich das Grundgesetz mit ner Zweidrittelmehrheit im Parlament ändern kann, ist es nur dass, was es ist, wie du schon sagtes, die Grundlage für unsere Gesetze, die unsere moralischen und sittlichen Werte festschreiben und wiederspiegeln! Es steht also nicht unverückbar im Mittelpunkt sondern hat sich, wie jedes andere Gesetz, den verändernden Werten und Vorstellungen der Gesellschaft anzupassen. Momentan ist es allerdings ein Schutzmantel, der das Soziale Jahr rechtlich verhindert, und den ich daher sehr begrüße!
ZitatWer hier anderer Meinung ist muss mir erst einmal begründen, warum das jetztige System vor allem in seiner täglichen Praxis fair und noch mit den Grundsätzen unserer demokratischen Gesellschaft vereinbar ist und wenn nicht, wie er dieses denn gerne umgestellt wüßte und vor allem
Warum sollte ein unfaires System nicht mit der demokratischen Gesellschaft vereinbar sein? Schon seit dem Altertum ist klar, das eine Demokratie grundsätzlich die Unterdrückung einer Minderheit durch eine Mehrheit darstellt um es einfach auszudrücken. Daran haben im Grunde auch die letzten 2500 Jahre nichts geändert - auch wenn wir das ganze mittlerweilen durch die Vielschichtigkeit unserer Gesellschaft nur nicht mehr richtig wahr nehemen. Ganz abgesehen davon, dass wir uns schon lange von einer wirklich demokratischen Gesellschaft, hin zu einer olligarchisch dominierten Gesellschaft entwickelt haben.
Aber damit entfernen wir uns jetzt eindeutig vom Thema!
Das Konzept der Wehrpflicht, das du Augeworfen hast, steht absolut außer Frage, der Bürger in Uniform ist nicht ohne Grund Sinnbild des militärischen Selbstverständnisches Deutschlands seit der preusischen Zeit und stellt seit jeher einen Schutz vor einem Staat im Staate da, wie es die Reichswehr in der Weimarer Republik war. Einzig das Konzept passt nicht mehr an die Anforderungen, die durch die "Globalisierung", wenn man so will, an eine moderne Armee einer Industrienation gestellt werden, die sich mittelfristig einen permanenten Platz im Weltsicherheitsrat sichern will. Und um das Konzept der Wehrgerechtigkeit aufzugreifen, diese ist nicht mehr gegeben, da der Staat sich entschlossen hat die Friedensdividende einzukassieren und seine Streitkräfte zu verkleinern. Wobei für mich persönlich jetzt noch mehr als vor zwei oder drei Jahren der Satz "Jeder Staat hat eine Armee, entweder seine eigene oder eine Fremde" Gültigkeit besitzt. Zwar ist die direkte Bedrohung der BRD durch ihre Nachtbaren gleich Null, jedoch der verzicht auf eine eigene Armee zugunsten dier Multinationalen, soweit sind wir noch lange nicht.
ZitatIch sprach von gesamtgesellschaftlichen Kosten. Diese haben natürlich den Vorteil, dass sie sich nicht quantifizieren lassen.
So, jetzt zurück zum eigentlichen Thema, natürlich lassen sich diese Kosten quantifizieren, jedoch ist das sehr aufwendig und kompliziert. Wenn es wirklich ne Diskussion geben wird, wird dies auch am Rande auftauchen, genau wie bei den Rauchern, deren gesamtgesellschaftliche Belastung ja rechnerisch gegen Null geht. Aber das ist je nicht die Frage...
Es ja nun so, dasdu meine eigenen Argumente aus Post Nr. 2 um einiges detailierter, das geb ich gerne zu, wieder mit einbringst, jedoch die direkte monetären Fragestellung, mit Systemkritik umgehst. Nochmal, ich bin nicht für das Pflichtjahr, ich lehne das genauso ab, wie den Wehrdienst oder den Zivieldienst, aber bevor ich über eine Abschaffung des ganzen im Jahre 2010 diskutiere, muss ich doch ein Konzept zur langfristigen Finanzierung des ganzen aufstellen. Dies kann ich durchaus mit Systemänderungen verknüpfen, aber ich kann es nicht mit diesem Argument umgehen. Ganz abgesehen davon, alle, die als Musterländer dastehen haben gut 10 Jahre später massive Probleme deinem Beispiel Skandinavien wird es da nicht anders ergehen, aber das gehört wie du schon sagtest nicht hierher.
Die Grundlegende Frage ist also im Grunde doch weiterhin, wieviele Steuern, Abgaben und Sozialabgaben bin ich bereit den Bürgern aufzuerlegen, denn um nichts anderes geht es ja.