Mindestlohn Reform durch linke Mehrheit SPD-Grüne-Die Linke

  • Hi Strolch,


    ich schreibe dir eine einzige Antwort zu dem Thema (und dabei wird es bleiben, weil du die Argumentation vermutlich sowieso nicht zur Kenntnis nehmen wirst)


    Für mich sind die, die blind dem Neoliberalismus und den Lehrbüchern anhängen ohne mal selber Nachzudenken armseelig von daher nehme ich mir die Freiheit Neoliberaler als Schimpfwort zu gebrauchen.


    ...sind DIE Leute blind, die den Lehrbüchern anhängen, oder jene, die die Lehrbücher nicht kennen aber trotzdem meinen, sie kritisieren zu können?
    Nach meiner Logik sieht der Pfad der Erkenntnis folgendermaßen aus:
    Informieren => Verstehen => Kritisieren.



    Ja es geht um Mindestlöhne und ja du schreibst am Thema vorbei ich hab hier und in anderen Foren schon ein paar Mal darauf hingewiesen, dass Mindestlöhne nicht im geringsten irgend etwas mit BWL oder VWL zu tun haben. (Auch wenn manch ein Politiker das gerne hätte.)


    Dass Politiker das gerne hätten, kann ich nachvollziehen; wer will sich schon um's Budget sorgen müssen, wenn die nächste Wahl ansteht?
    Und dass die Sache mit VWL nichts zu tun hat, ist eine Behauptung ohne jegliche Bergündung; das hättest du wohl gerne, weil dir die Antworten der Volkswirte nicht in den Kram passen.
    Fakt ist: VWL ist jene wissenschaftliche Richtung, die sich exakt mit diesem Thema beschäftigt; was deknst du, was Volkswirte sonst machen? ...dass heisst natürlich nicht, dass andere wissenschaftl. Richtungen das nicht tun. Trotzdem.

    Das hier ist Sozialpolitik und in der Sozialpolitik gibt es kein Soll und kein Haben!


    Sagt wer? Du? Irgendein Sozialwissenschaftler?
    Und wer sagt, dass deine Ansicht irgendeinen Wert für eine demokratische Gesellschaft hat?


    Sorry aber ich bin Anhänger des reihnischen Kapitalismus und in meinen Augen soll und muss der Staat überall dort mitmischen wo der Markt versagt und bei knapp 4 Mio Arbeitslosen hat der Markt versagt! Bei beständig steigender Produktivität in Deutschland und beständig sinkenden Nettoeinkommen hat der Markt versagt!


    Der Staat soll sich überall dort einmischen, wo der Markt versagt?
    Herzlich willkommen im Neoliberalismus...
    Allerdings war dein Beispiel denkbar unpassend:
    4 Mio Arbeitslose haben wir nicht deshalb, weil der Markt versagt hat, sondern deshalb, weil der Staat sich eingemischt und versagt hat...
    Ist dir mal aufgefallen, dass alle Märkte, in die der Staat sich nicht einmischt, geräumt sind (z.B. Konsumgüter wie PCs, fernseher, Klamotten, etc.), aber auf der anderen Seite alle Märkte, in denen der Staat auftritt, völligen Schwachsinn produzieren (Stichwort: Butterberg, Milchsee, etc.); der Arbeitsmarkt ist vom Staat reguliert; vielleicht (noch) nicht durch Mindestlöhne, aber durch Kündigungsschutz, Lohnnebenkosten, Lohnersatzleistungen (Sozialhilfe)...
    ALLES, was der Staat in diesem Bereich macht, übt einen Einfluss auf den Arbeitsmarkt aus.

    Mal ganz abgesehen davon, dass die Regelungskraft des Marktes auf einem so heterogenen Gebiet wie dem Arbeitsmarkt in einem obrigkeitshörigen Staat wie Deutschland ohnehin noch nie gegriffen hat.


    Diese Aussage zeigt (wie alle vorherigen von deiner Seite), dass du keine Ahnung hast, was ein Markt ist:
    Auf einem Markt werden HOMOGENE Güter oder Dienstleistungen angeboten und nachgefragt; es gibt daher keinen "Arbeitsmarkt" an sich, sondern eine Vielzahl von Arbeitsmärkten, auf denen Homogene Fähigkeiten angeboten werden (also einen Arbeitsmarkt für Bäcker, Lokführer, Rechtsanwälte, was auch immer); was da nicht gegriffen haben soll, ist die Frage; aber nachdem deine Prämisse schon grundsätzlich flasch war, ist diese Frage auch irrelevant.


    Man kann viel zum Thema Mindestlohn sagen man kann pro und kontra mit den Meinungen der Wirtschaftswissenschaftler diskutieren - je nachdem welcher ideologischen Ausrichtung du dich zugehörig fühlst - aber FAKT ist und bleibt, dass die WiWi bei diesem Thema allenfalls eine ziemlich schwache Argumentationshilfe für die eigentlichen Sozialpolitischen Argumente sein können.


    Wenn du mit "ideologischer Ausrichtung" meinst, dass ich zur Gruppe der Ökonomen gehöre, ok. Es gibt eine Flut von empirischen Papers zum Thema "Zusammenhang zwischen Lohnhöhe und Beschäftigungsniveau auf einem regulierten Arbeitsmarkt"; ich halte mich an die Erkenntnisse dieser Papiere; wenn du die rhetorische Argumentation eines "Denkers" bevorzugst, dann sei dir das vergönnt; aber du solltest zur Kenntnis nehmen, dass deine Meinung eben nur eine Meinung ist und nicht der Weg zur Erlösung der Weltbevölkerung.


    In deinem Beitrag lese ich aber nur Wirtscjaft hier, Wirtschaft da und dann noch der vollkommen schwachsinnige verweis auf die Postbranche. Das ist keine Mindestlohnvereinahrung die dort getroffen wurde - das ist eine Verlängerung des Postmonopols und hat nun wirklich nichts mit der Forderung eines Mindestlohnes im eigentlichen Sinne zu tun.


    Hast du in den letzten Wochen mal einen Blick in eine Zeitung geworfen? Oder evtl in den Thread, auf den du hier antwortest?
    Es soll ein Mindestlohn für Briefzusteller festgesetzt werden.
    Die Konkurrenten der Post sind dagegen; aus Sicht eines Unternehmers ist diese Forderung logisch nachvollziehbar (vielleicht sogar für dich).
    Komisch ist nur: Das Management der Post befürwortet den Mindestlohn; warum ist das so? Hast du eine Erklärung dafür?
    Wahrscheinlich zumindest keine Erklärung, die von dem Prinzip "Die Post-Manager sind Philanthropen" großartig abweicht.
    Nun, ich hab eine (sowas lernt der Volkswirt in seinem "pseudowissenschaftlichen" Studium):
    Die Post ist Monopolist und kann dadurch gewinnmaximierende Preise festlegen; wenn die Post auf einemal Konkurrenz hätte, die die Monopolpreise natürlich unterbieten würde, würde die Post Marktmacht und Gewinn einbüßen;
    die Kalkulation der Post-Manager ist als Folgende: Ich zahle meinen Briefzustellern den vorgeschlagenen Mindestlohn (vielleicht auch mehr, k.A.), um die Konkurrenz aus dem Markt zu vertreiben; dann hab ich zwar höhere lohnkosten, aber so viel Marktmacht, dass ich die höheren Lohnkosten fast vollständig an den Kunden weiterreichen kann.


    Meine Prophezeiung:
    Anfang nächstes Jahr wird der Mindestlohn in Kraft treten; die Postkonkurrenten geben ihr Geschäft auf, deren Zusteller sitzen alle wieder beim Arbeitsamt, die Post hat ihr Briefmonopol wieder, und ca. 3 Monate später wird das Briefporto um 20% erhöht; dann maulen alle rum, aber trotzdem muss es jeder zahlen, weil die Post eben wieder Monopolstellung hat.

    Aber ich hab ohnehin schon wieder zu viel geschrieben und ich weiß auch so, dass das oben geschriebene für dich keinerlei Bedeutung hat.


    dito


    -Granti

  • Vielleicht findest Du ja auch hier eine Antwort:
  • İch halte das Referendum für die Einführung des einheitlichen gesetzlichen Mindestlohn,der Dauerstreitpunkt für die Koalitionspartner SPD und Union ist,für beste und objektive Lösung,weil SPD und Union das Ergebnis der Volksabstimmung respektieren müssen.


    Am besten soll das Volk über die Einführung des einheitlichen gesetzlichen Mindestlohn entscheiden.Meiner meinung nach kann die Volksabstimmung für diesen Dauerstreitpunkt zwischen SPD und Union definitive Lösung sein.

  • Glaubst Du wirklich das es zu einer Volksabstimmung kommen wird? Ich denke das einzige, was zum Thema Mindestlohn jetzt schon sicher ist, ist die Tatsache, dass das Volk nicht abstimmen wird sondern lediglich die "Zeche" zahlt (wie immer).

    Unser Problem wird nicht sein, daß günstige Gelegenheiten für wirklich motivierte Menschen fehlen, sondern daß motivierte Menschen fehlen, die bereit und fähig sind, die Gelegenheiten zu nutzen.