Welche Marktform ist die Beste?

  • Hallo, schau doch mal hier. Vielleicht hilft dir das?

    Liebe Grüße
    Dein Study-Board.de Support Team

  • Hallo Angelika 22,


    Polypol= Verkauf durch viele
    viele Nachfrager und viele Anbieter
    Monopol= Verkauf durch einen
    Angebotsmonopol:ein Anbieter und viele Nachfrager
    Nachfragemonopol:ein Nachfrager und viele Anbieter
    zweiseitiges Monopol:ein Nachfrager und ein Anbieter


    Ich würde sagen:
     
    Monopol: Briefverkehr (gesetzliches Monopol), Microsoft (Quasimonopol bei Betriebssystemen... die Konkurrenz auf den hinteren Rängen), die Telekom bei Ortsgesprächen (eigentlich. Deswegen gibt es ja eine Regulierungsbehörde)


    Polypol: Aktienmarkt (perfektest denkbares Polypol)
     
    In einem Polypol (viele Anbieter treffen auf viele Nachfrager, sprich: Wettbewerbsmarkt) herrscht ein gewisses Gleichgewicht zwischen Verbrauchern und Anbietern. Einerseits hat jeder Verbraucher viele Alternativen, andererseits haben die Anbieter eine riesige Menge an Kunden, die sie auf unterschiedlichste Art und Weise ansprechen können, in dem er z.B. versucht, Nischen zu finden.
    Wenn beide Gruppe sich wirklich Mühe geben, können beide daraus Vorteile ziehen. Die Kunden, indem sie den für sich besten Anbieter finden und die Anbieter, indem sie durch die vielfältigen Interessen der Kunden mit einem bestimmten Marktanteil rechnen können (denn es werden niemals alle Kunden zu einem Anbieter wechseln, selbst wenn der optimale Konditionen bietet)


    In einem Monopol würde dieses Gleichgewicht wegfallen und den Anbieter in den Vorteil rücken. Der Verbraucher ist dann quasi abhängig vom Anbieter und sowas kann schnell ausgenutzt werden.
    Selbst wenn man die von dir vorgeschlagene staatliche Kontrolle in Form von Höchstpreisen einbezieht, würde der Monopolist seine Vorteile nutzen, indem er z.B. das Produkt billiger und damit minderwertiger herstellen lässt oder einfach keinen Service mehr anbietet. Und das alles vom Staat fair kontrollieren zu lassen, halte ich für unmöglich. Die Unternehmen würden immer einen Weg finden, die staatliche Kontrolle zu untergraben, damit sie mehr kurzfristigen Profit daraus ziehen können. Und notfalls würde man ein paar Lobbyisten im Bundestag vorbeischicken. Wer Geld hat (und das hat ein Monopolist) der hat auch Macht...


    Ich halte Wettbewerb unter Unternehmen für sinnvoll, weil die Anbieter so gezwungen werden, sich stets weiterzuentwickeln. Wer am Markt bestehen will, muss sein Produkt immer weiter verbessern oder auf bestimmte Zielgruppen spezialisieren. Und auch die Preise regeln sich im Polypol auf ein gesundes Maß (es sei denn man bildet Kartelle, was leider viel zu oft vorkommt).
    Natürlich hast du Recht, dass es in manchen Sparten einfach zu viele Anbieter gibt und man als Kunde kaum eine Chance hat, den Überblick zu behalten. Aber wenn man den Theorien der Marktwirtschaft glauben darf, werden die sich irgendwann gegenseitig wegkonkurrieren.


    Meine Meinung zu Monopolen:
    Nicht gut. In einem Monopol fehlt der Wettbewerb auf dem Markt, was in Bezug auf Innovationen nicht unbedingt gut ist. Der Monopolist ist ja nicht dazu gezwungen sein Geld für Neuheiten auszugeben, wenn er sowieso keinen Konkurrent besitzt, der ihm den Rang ablaufen könnte. Wäre dem aber nicht so und es würde einen oder mehrere wirtschaftliche Konkurrenten geben, dann müssten diese immer und immer wieder an neuen Produkten arbeiten, die alten verbessern um sich wettbewerbsfähig zu halten.
    Innovationen im Allgemeinen sind gut für den Verbraucher.
    Schlimm finde ich nur, dass dann Firmen wie Pilze aus dem Boden schießen die alles versprechen und nichts halten. Die ganzen Telefon- und Internetanbieter mit den tollsten Konditionen, die dann als einzigen Ansprechpartner eine kostenpflichtige Hotline bieten, in der man nie durchkommt oder die Dame am anderen Ende der Leitung sowieso die Daten nicht verwalten darf. Die nehmen da einen Wunsch dann auf und du hörst wahrscheinlich nie wieder etwas^^ Muss man halt aufpassen, an wen man gerät.


    http://www.bommi2000.de/wirtkunde/lernbereich4_32.pdf
    Reines Monopol - Wiwiwiki.net
    [url=http://books.google.de/books?id=fsStP8nQ-SsC&pg=PA155&lpg=PA155&dq=Welche+Marktform+ist+die+Beste+monopol+oder+Polypol,&source=bl&ots=CxGwupI6os&sig=uyOAZIxiTvqsMITLSydZVpG38L8&hl=de&ei=Isl6TM6BPcqCswaezOmyDQ&sa=X&oi=book_result&ct=result&resnum=4&ved=0CB4Q6AEwAzgK#v=onepage&q&f=false]Allgemeine Volkswirtschaftslehre - Google Bücher[/url]
    'Polypol' als Fokus im Lexikon fr Wirtschaft von Gabler


    Ich hoffe, ich konnte Dir helfen.


    Gruß


    Jeromé

  • @ Angelika:


    Das liegt im Auge des Betrachters. Am besten für wen?
    Wenn das hier ne klassische VWL-Frage ist, würde ich sagen, der Marktpreis (freier Wettbewerb) ist optimal, weil es bei freiem Wettbewerb keinen Wohlfahrtsverlust gibt. Ergo: Für alle in der Summe am besten.

  • Aus VWLer-Sicht ist das beidseitige Polypol der "beste" Markt, da er sich durch die Marktkräfte selbst immer ins, angestrebte, Gleichgewicht bringt. In preislicher Hinsicht, als auch was das Warenangbot betrifft.
    Allerdings ist es auch ein eher harter Markt, da er nur dann richtig funktioniert, wenn er ohne jede Einschränkung (Mindestlohn, Höchstpreise, Subventionen, ...) arbeiten kann und nach der Maxime Friss oder stirb funktioniert. Aus sozialer Sicht also eher fraglich (aber damit sollen sich andere beschäftigen ;) )


    Aber der Hauptgrund für mein Buchstabensammelsurium ist Jeromes Beitrag zum Monopol:
    Der Monopolist ist aber nicht gezwungen seine (ohnehin guten) Produkte zu verbessern/verändern, da sein Absatz ja gesichert ist. Daher kann er sich auf wirkliche Innovationen konzentrieren und kann ohne Plagiatsängste forschen und seine (vorläufigen) Erbebnisse veröffentlichen (zb. an Unis zur weiteren Forschung). Damit ergibt sich ein Synergieeffekt, der im freien Wettbewerb eher selten ist.
    Auch kann der Monopolist mehr experimentieren ohne aus dem Markt gedrängt zu werden. Wenn zB Sony Milliarden in die Entwicklung eines Handys mit Käsereibe investiert und alle Handys damit ausstattet, kann es passieren, dass sie vom Markt (Kunden) nicht angenommen werden und Sony daraufhin pleite geht. Wenn nun aber jeder "gezwungen" wäre Handys mit Käsereibe zu kaufen, würden die Konsumenten evtl die unglaublichen Vorteile einer mobilen Käsereibe mit der man auch noch telefonieren kann sehen und nichts anderes mehr wollen ... (doofes Beispiel aber ich hoffe es wird klar, was ich meine: Der Monopolist wird mutiger)


    Prinzipiell ist das Monopol sicher nicht der beste Markt, aber auch nicht nur schlecht