RELB09 - Vermieter/Mieter

  • Hallo!


    Ich sitze gerade an der Einsendeaufgabe für RELB9 und bin mir bei bisher einer Frage sehr unsicher, da diese nicht wirklich im Heft beantwortet wird und ich nicht weiß was genau abverlangt wird :/



    Die Frage fängt zuerst mit einem Erklärungstext an:



    1. Herr Otto hat bisher ein glückliches Leben in Ahrensburg geführt. Er bewohnt ein Reihenhaus und ist sogar noch Eigentümer einer schicken Wohnung in Nor- derstedt, die er vermietet hat. Mieter ist Herr Kalk. Leider hat Herr Kalk in den letzten Monaten die Miete wegen behaupteter Mängel gekürzt. Daher möchte Herr Otto heute nach Norderstedt fahren, um die Angelegenheit mit Herrn Kalk Auge in Auge zu besprechen.

    Auf dem Weg zum Parkplatz beobachtet er, wie Herr Lenne aus Siegen eine Küh- lerfigur von seinem Auto abbricht und mit der Bruchkante den Lack zerkratzt.

    Herrn Lenne zur Rede stellend gelingt es ihm, dessen Namen und Anschrift zu erfahren.

    Ahrensburg verfügt über ein Amtsgericht, es liegt im Landgerichtsbezirk Lübeck. Norderstedt verfügt über ein Amtsgericht, es liegt im Landgerichtsbezirk Kiel. Sie- gen ist Sitz eines Amts- und eines Landgerichts.


    Hier die (etwas längliche) Frage:


    Vor einem Prozess über die Mietrückstände macht Herr Kalk Herrn Otto ein Ange- bot. Herr Kalk offenbart Herrn Otto, dass er seit Jahren von der Fürsorge lebe. Bisher habe er sich das Geld für die Miete von verschiedenen Freundinnen zusammengeborgt. Wenn Herr Otto die Mietrückstände fallen lässt, verspricht Herr Kalk, dass er nächsten Monat freiwillig ausziehen werde. Andernfalls müsse Herr Otto die Woh- nung kündigen und auf Räumung klagen. Herr Otto empfindet das als Drohung. Droht in diesem Falle Herrn Otto außer der Mühe für die Klage ein Nachteil, wenn er auf Räumung klagen muss?



    Meine bisherige Antwort:


    Bei Einer Räumungsklage muss der Vermieter dem Mieter eine entsprechend Lange Frist zur Wohnungssuche gewähren - diese kann ggf. länger als die von Herrn Kalk vorgeschlagene Frist von 1 Monat werden. Herr Otto hat jedoch einen Anspruch auf noch ausstehende Miete und ebenso das Recht fristlos dem Mieter zu kündigen. Ein fallen lassen des Anspruchs mehrerer Mietzahlungen hat finanziell gesehen negativere Auswirkungen als auf Räumung zu klagen. Der Mieter hat nicht die Bitte geäußert, dass er einen Zeitaufschub benötigt, sondern hat eine alternative Vorgeschlagen, die der Vermieter nicht akzeptieren muss. Würde der Vermieter eine Räumungsklage trotz eines Gesuchs auf Zeitaufschub einreichen, kann es passieren, dass der Vermieter die Prozesskosten für die Räumungsklage tragen muss (LG Heidelberg, Beschluss v. 11.7.2014, 5 T 38/14).


    Kann mir jemand sagen ob ich hier richtig liege oder etwas vergesse/übersehe? Das würde mir sehr helfen!


    Habt schon mal vielen Dank!


    LG,

    leduke

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