Freie Marktwirtschaft

  • Hallo ,


    hab eine Frage an euch...
    wieso die freie Marktwirtschaft gerecht aber auch ungerecht ist ?
    Hab ein paar Ideen geschrieben, aber mir fehlt nicht etwas großartig .
    Danke euch,
    Amalia

    Bücher sind für uns zuerst Kulturgut, dann Konsumgut. :desnemma:

  • Passt wohl besser in den VWL Bereich, ich verschieb es mal! :falschesForum:


    Gruß
    Markus

    I don't always know what I'm talking about but I know I'm right!


    E-Mail: markus at study-board.com


    Skype und MSN auf Anfrage

  • Meine spontanen Gedanken:


    BWL-Sicht:
    Gerecht, weil es die demokratischste Form des wirtschaftens ist.
    Jeder kann sein business aufmachen und in bestimmten Grenzen (in Deutschland sehr bestimmten Grenzen) handeln. Im Prinzip vom Tellerwäscher zum Millionär. Dream your dream.


    Auf der anderen Seite:
    Nicht erst seit den Erkenntnissen der PIMS-Studie wissen wir, das es konkrete Zusammenhänge zwischen dem Erfolg einer Unternehmens und seiner Betriebsgrösse gibt (Skaleneffekte, Lernkurve, Einkauf, Logistik...), der Qualität die es herstellen kann, etc. Diese verschaffen Vorteile, die von kleineren Konkurrenten nicht mehr zu erreichen sind. Da man auf Dauer keine Schnitte hat eine Cola zu erfinden die im Markt gegen Pepsi und Coke Profite erzielt (Ausnahmen bestätigen die Regel) - alles doch nur ein Traum.


    VWL:
    Jedes Land kann seine Standortfaktoren global nutzen - es wird also alles dort produziert wo es am effizientesten hergestellt werden kann - hebt Entwicklungsländer mancherorts aus der Armut. Ziemlich gerechtes Prinzip.


    But:
    Hier fällt mir spontan nichts ein. Protektionismus einzelner Staaten gehört ja eben genau nicht zum Prinzip der freien Marktwirtschaft. Das ungerechte hier ist prinzipiell, das die freie Marktwirtschaft nirgendswo gelebt wird, da sich jeder Staat (zu Recht) gegen die Vorteile anderer schuetzen will.
    Ungerecht an der freien Marktwirtschaft selbst ist mit Sicherheit die Rücksichtslosigkeit gegenüber ökologischen Aspekten. 90% der Dinge die ich konsumiere werden nicht in Deutschland hergestellt. Da leidet der Globus leider extrem.


    Gruss,


    Andreas


    Edit: Endlich mal Verstärkung aus Aachen... Oche allaf!

    If Adam and Eve were Chinese, we would still be in paradise because they would have ignored the apple and eaten the snake!

  • Die Frage nach der Gerechtigkeit des Wirtschaftens betrifft immer die Frage der Verteilung, deshalb auch Verteilungsgerechtigkeit.


    Man unterscheidet zwei Arten von Verteilung: Die Primärverteilung erfolgt durch den Markt. Die Sekundärverteilung erfolgt durch den Staat. In der freien Marktwirtschaft hat der Staat nur die Aufgabe, die bestehende Rahmenordung durchzusetzen und keine Sekundärverteilung Steuern und Subventionen durchzuführen.


    Es bleibt also die Frage der Gerichtigkeit der Primärverteilung durch den Markt. Am Markt wird für eine bestimmte Leistung ein Preis erzielt. Werden die Marktergebnisse nicht durch die Sekundärverteilung des Staates verzerrt, liegt vollkommene Leistungsgerechtigkeit vor. Demnach ist die freie Marktwirtschaft gerecht.


    Sie ist zugleicht auch ungerecht, nicht in der Realität nicht alle Modellannahmen, v.a. Homogenität der Wirtschaftssubjekte, vollkommende Informationen, keine Transaktionskosten, ..., erfüllt sind.


    Exemplarische soll dies bei der falschen Homogenitätsprämisse gezeigt werden. Die Annahme, dass alle Wirtschaftssubjekte homogen, d.h. gleicharitg sind, ist nicht zutreffend. Es gibt Spitzensportler und Menschen mit Handicap. Sie können nicht die gleiche Leistung bringen, obwohl sie es vielleicht gerne würden.


    Aus genannten Gründen ist die freie Marktwirtschaft gleichzeitig gerecht und ungerecht.

  • Aufgabe 1:
    In einem Entwicklungsland betragen: Die Summe der notwendigen Ersatzinvestitionen
    (Reinvestitionen) 200 Mrd., die Summe der lebensnotwendigen Konsumgüter zum Erhalt der Bevölkerung 900Mrd.und die Produktionskapazität der Wirtschaft 1000 Mrd.


    Beschreiben Sie die Situation und die Entwicklungsproblematik dieser Volkswirtschaft, wenn entweder ausreichend Konsumgüter oder ausreichend Investitionsgüter produziert werden.


    Diese Volkswirtschaft kann ein maximales Einkommen von 1000 Mrd. erzielen. Die Summe der erforderlichen Investitionen und der notwendigen Konsumgüter beträgt allerdings 1100 Mrd.:


    Y = C+I
    1100 = 200+900


    Es fehlen also 100 Mrd., um den Bedarf sowohl an Konsumgütern als auch an Investitionen vollständig abzudecken. Zwischen Ersatzinvestitionen und den nötigen Konsumgütern besteht ein Zielkonflikt, da die maximale Produktionsobergrenze der Volkswirtschaft nicht beides gleichzeitig bis zur Befriedigung herstellen kann.

    Wenn zu wenig Konsumgüter hergestellt werden, vermindert sich die Bevölkerung und wenn zu wenig Ersatzinvestitionen hergestellt werden, dann vermindert sich die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit, da der Kapitalstock sinkt. Verzichtet diese Volkswirtschaft kurzfristig auf einen Teil der Konsumgüter, kann durch die vollständig durchgeführten Investitionen die Produktivität längerfristig erhöht werden. Sollten beide Ziele gleichzeitig realisiert werden, muss eine optimale Produktionsplanung von Ersatzinvestitionen und notwendigen Gütern erstellt werden, um die Wohlfahrt trotz des Konflikts zu maximieren.


    Aufgabe 2:
    Im Vertrag über die Wiedervereinigung Deutschlands war die Regelung enthalten, dass für eine begrenzte Zeit Unternehmungen der Pharma – Branche ihre Produkte in den neuen Bundesländern mit einem Preisabschlag von 55%verkaufen müssen.


    Die folgende Zeichnung stellt die Situation für ein gängiges Vitaminpräparat dar, das schon lange auf dem Markt ist und von vielen Anbietern angeboten wird.


    a.) Bestimmen Sie zeichnerisch den Gleichgewichtspreis und die Gleichgewichtsmenge, die sich auf einem vollkommenen Markt für dieses Produkt ergeben, und beschriften Sie die Grafen.
    b.) Schraffieren Sie in der Zeichnung den Bereich der Produzentenrente.

















    c.) Erklären Sie deren Zustandekommen.


    Die Produzentenrente ergibt sich aus der Differenz zwischen dem Preis, zu dem ein Produzent sein Gut (unter dem Marktpreis) anbieten würde, und zwischen dem Gleichgewichtspreis. Wenn der Produzent bereit ist sein Produkt unter dem Gleichgewichtspreis anzubieten, hat er einen Preisvorteil gegenüber den anderen Anbietern auf diesem Markt, die das gleiche Produkt zum (mindestens) Gleichgewichtspreis anbieten. Der Preisvorteil ist die Höhe der Differenz zwischen dem geplanten Preis und dem Gleichgewichtspreis. Je niedriger die Kosten des Produzenten ausfallen, desto höher ist diese Differenz.


    d.) Zeichnen Sie dann die Situation des Höchstpreises ein, der sich um 55 Prozent vom Gleichgewichtspreis unterscheidet.
    e.) Bestimmen Sie für diesen Preis grafisch folgende Größen:
    - Angebotsmenge beim Höchstpreis
    - Nachfragemenge beim Höchstpreis
































    f.) Erklären Sie: Worauf ist die Differenz zwischen Angebots- und Nachfragemenge zurückzuführen und wie wird sie bezeichnet.



    Bei einem staatlich festgelegten Höchstpreis kann der Verkäufer die Ware nicht zu einem aus seiner Sicht optimalen Preis anbieten. In diesem Fall muss er sein Produkt zu einem unter dem Gleichgewichtspreis liegendem Preis anbieten. Deshalb lohnt es sich für ihn nicht, die Menge zu produzieren, die er bei einem Gleichgewichtspreis verkaufen könnte. Er wird weniger anbieten als er bei einem höheren Preis anbieten würde.


    Die Käufer wiederum würden zu diesem „Niedrigpreis“ mehr von dem Produkt kaufen, als sie es bei einem höheren Preis tun würden. In dieser Marktsituation wird also weniger angeboten und mehr nachgefragt als beim Gleichgewichtspreis. Es ergibt sich einen Nachfrageüberhang.


    Da es unter solchen Bedingungen immer Nachfrager geben wird, die bereit sind, mehr für das Produkt zu zahlen, ist die Gefahr der Entstehung eines Schwarzmarktes hoch. Der Staat kann es versuchen, die Angebotsmenge dadurch zu erhöhen, dass er für den Verkäufer die Produktion dieses Produktes - zum Beispiel durch Subventionen - „günstiger macht“. Lohnt sich dadurch die Produktion der Ware zum vorgegebenen Preis, wird der Verkäufer wieder mehr davon anbieten.


    Solche Maßnahmen sind jedoch aufwändig und durch die finanzielle Unterstützung des Verkäufers letztendlich auch teuer.


    Aufgabe 3:
    Erläutern Sie zunächst die fett gedruckten Begriffe, untersuchen Sie dann die folgende Behauptung und nehmen Sie Stellung:
    „Eine Lohnerhöhung verändert das Verhältnis von Lohnquote und Gewinnquote. Die Quoten könnten aber etwa gleich bleiben, wenn der Lohnerhöhung eine Steigerung der Produktivität vorausginge.“


    Die Lohnquote ist definiert als das Verhältnis von Einkommen unselbständiger Arbeit (Arbeitnehmerentgelt) zum Volkseinkommen, und ist ein wichtiger Indikator für die funktionelle Einkommensverteilung, d. h. die Verteilung des Volkseinkommens auf die Produktionsfaktoren "Arbeit" und "Kapital".
    Lohnquote = (Einkommen aus nichtselbständiger Arbeit/Volkseinkommen)*100


    Man unterscheidet die Bruttolohnquote, die die Einkommen vor Abzug der Steuern und Sozialabgaben betrachtet, von der Nettolohnquote, die die Einkommen nach Abzug von Steuern und Sozialabgaben zugrunde legt.


    Das Gegenstück der Lohnquote ist die Gewinnquote in der Ökonomie. Diese setzt sich aus den Einkommen aus Vermögen, wie Aktien, Mieten, Zinsen, Gewinne, und unternehmerischen Tätigkeiten zusammen. Angegeben wird sie in der Regel als prozentualer Anteil am gesamten Volkseinkommen. Sie stellt damit einen Maßstab für die Einkommensverteilung in einer Volkswirtschaft dar.


    Gewinnquote = (Einkommen aus Unternehmertätigkeit und Vermögen/Volkseinkommen)*100


    In der Volkswirtschaftslehre wird unter Produktivität das (Mengen-)Verhältnis zwischen dem, was produziert wird (Output), und den dafür beim Produktionsprozess eingesetzten Mitteln (Produktionsfaktoren) verstanden:


    Produktivität = Ausbringungsmenge (Output)/Einsatzmenge (Input)


    Dabei ist der Output eine Stromgröße, wird also als Menge pro Zeiteinheit angegeben. Der Input kann eine Stromgröße sein, beispielsweise Anzahl der Arbeitsstunden in einem Jahr oder Abschreibungen auf den Kapitalstock in einem Jahr. Er kann auch eine der Bestandsgrößen sein beispielsweise durchschnittliche Anzahl der Erwerbstätigen in einem Jahr oder durchschnittlicher Kapitalstock eines Jahres.


    Veränderungen der Lohnquote können zum einen auf Veränderungen der Einkommen, zum anderen aber auch auf die Veränderung der Zahl von Arbeitnehmern (früher auch "abhängig Beschäftigte") und von Empfängern von Unternehmens- und Vermögenseinkommen zurückgeführt werden. Um den Einfluss der Einkommensänderungen zu isolieren, berechnet man auch eine sogenannte bereinigte Lohnquote, die angibt, wie sich die Lohnquote entwickelt hätte, wenn die Zahl der Empfänger der beiden Einkommenskategorien konstant geblieben wäre.


    Eine Lohnerhöhung führt bei unveränderten Preisen zu einer Schmälerung der Unternehmens-Gewinne. Eine Gewinnerhöhung ist bei gleichbleibenden Produktionskosten fast immer nur dann möglich, wenn die Lohnkosten gesenkt werden. Deshalb ist eine gleichzeitige Gewinn- und auch Lohnerhöhung häufig nicht möglich.


    Nur wenn die Produktivität so gesteigert werden kann (zum Beispiel durch technische Fortschritte, und/oder durch die Senkung der Produktionskosten), so dass der Output bei geringerem Input konstant bleibt oder wächst, kann gleichzeitig Gewinn und Lohn erhöht werden.


    Die Produktivitätssteigerung führt zu höheren Gewinnen der Unternehmen, welches einen Teil dieser Mehreinnahmen als Lohnerhöhung an die Arbeitnehmer weitergeben können. Ein anderer wichtiger Effekt bei diesem Prozess ist die Motivation der Mitarbeiter durch Lohnerhöhung. Dieser kann wiederum zur Produktivitätssteigerung beitragen, denn motivierte Mitarbeiter sind eher bereit mehr und besser zu arbeiten, und durch ihr Wissen den Unternehmenserfolg zu unterstützen.

    Aufgabe 4:
    Der Anteil des tertiären Sektors an der Gesamtwirtschaft ist fortwährend gestiegen und steigt weiter. Suchen Sie Gründe für diese Veränderung.


    In einer Volkswirtschaft unterscheidet man nach dem Weg der Wirtschaftsgütern von der Entstehung bis zum Verbraucher zwischen drei großen Bereichen:


    1. Primärer Sektor (Urerzeugung):
    Landwirtschaft, Fischerei, Forstwirtschaft, Bergbau, Jagd
    Primäre Energie: Wasser, Solar, Gezeiten, Wind


    2. Sekundärer Sektor (Weiterverarbeitung)
    Handwerk und Industrie: Bäcker, Schmied, Tischler
    Metallindustrie, Textil, Möbel
    Sekundäre Energie: Kohle-, Kern-, Gaskraftwerk


    3. Tertiärer Sektor (Verteilung): zum tertiären Sektor zählen Handel und Dienstleistungen. Wesentlichste Bereiche sind neben den Handelsbetrieben Banken, Versicherungen, Verkehr- und Kommunikation, öffentliche Dienste und persönliche Dienstleistungen.


    Bis zum 19. Jahrhundert waren die meisten Arbeitskräfte im primären Sektor tätig. Nach der Industrialisierung in England ist die Anzahl der Arbeitnehmer hauptsächlich im sekundären Sektor gestiegen. Der Dienstleistungsbereich blieb nahezu konstant, im Primären und im Sekundären Sektor gab es gleichviel Arbeitskräfte. Durch die technischen Entwicklungen – wie zum Beispiel die Dampfmaschine, das elektrische Licht, Eisenbahn, Dampfschiff, Fliesband, usw. - wurde die Weiterverarbeitung der Produkten im 20. Jahrhundert immer bedeutender.


    Die Innovationen zwischen 1900 – 1990 trugen dazu bei, dass die Verhältnisse dieser drei Sektoren noch einmal grundlegend verschoben sind. Der internationale Handel, der Maschinenbau, die Datenverarbeitung und die Telekommunikation haben neue Arbeitsplätze im Dienstleistungsbereich geschaffen. In den vergangenen Jahrzehnten hat sich in den hochentwickelten Industrienationen dadurch ein bedeutender Wandel vollzogen, dass eine immer stärker steigende Zahl von Beschäftigten im Dienstleistungsbereich tätig geworden ist.
    In den 90er Jahren des letzten Jahrhunderts waren ca. 2/3 der Arbeitnehmer im tertiären Sektor tätig, nur ca. 1/3 im sekundären, und ca. 5% im primären Bereich. Seitdem ist ein stetiger Anstieg im Tertiären Sektor zu beobachten.


    Die Veränderung der Marktumgebung vom Verkäufer- zum Käufermarkt gehört in fast allen Branchen bereits zum Normalen. Im Dienstleistungsbereich ist diese Entwicklung derzeitig verstärkt zu beobachten und gehört zu den zentralen Aspekten, die Dienstleistungsunternehmen berücksichtigen müssen. Dienstleistungen werden für Unternehmen zunehmend zum entscheidenden Erfolgsfaktor. Das gilt nicht nur für traditionelle Dienstleistungsunternehmen, sondern auch für den produzierenden Sektor. Der Unternehmenserfolg hängt heute von einem qualitativ hochwertigen Produktmix aus Sachgütern und Dienstleistungen ab. Längst wird nicht mehr das nackte Produkt verkauft, sondern die komplette Problemlösung.


    Auf der Unternehmensseite werden Produkte häufig aus immer mehr speziellen Einzelteilen (zum Beispiel in der Autoindustrie), die an verschiedenen Standorten produziert werden, zusammengefügt. Dies funktioniert nur in einem optimalen Zusammenspiel der Handels-, Transport-, Versicherungs-, Kommunikations- und Zahlungsvorgänge. Immer mehr Unternehmen spezialisieren sich auf bestimmte Dienstleistungen, die im Zuge dieser Veränderungen für die Industrie notwendig sind: da in vielen Unternehmen die Entfernung der einzelnen Produktkomponenten sehr hoch ist, würde es heute zum Beispiel ohne den Dienstleistungsbereich Logistik nicht mehr funktionieren.
    Auch im Bereich der persönlichen Dienstleistungen werden viele bisher vom privaten Haushalt wahrgenommene Aufgaben gegen Bezahlung in Anspruch genommen oder dem Staat übertragen (zum Beispiel die Kranken- und Altenpflege).


    Darüber hinaus muss eine Vielzahl von Unternehmen mit einer steigenden Wettbewerbsintensität auseinandersetzen, die aus der Homogenität den am Markt angebotenen Leistungen und aus der in den westlichen Industrienationen vorzufindenden gesättigten Märkten resultiert. Insgesamt also stehen Unternehmen vor der Herausforderung, langfristig wirksame Instrumente zum Markterfolg zu finden und einzusetzen.


    Aufgabe 5:
    In einer geschlossenen Volkswirtschaft ohne staatliche Aktivität beziehen die Haushalte von Unternehmungen ein Einkommen von 5000 Mrd. Euro. Sie wollen davon 90% für Konsum verwenden. Die Unternehmungen planen Anlageinvestitionen von 800 Mrd. Euro.


    a.) Zeichnen Sie die am Periodenende neu entstandene Situation (nach Anpassung der Spar- und Investitionspläne) in das Lösungsschema ein.














    Y = C + I Y = C + S












    I = S




    b.) Erklären Sie, wie der Ausgleich von S und I zustande kommt.



    Die Unternehmen planen Investitionen (I) in Höhe von 800 Mrd. Euro. Wenn sie dies durchführen, bedeutet das bei gegebener Kapazität, dass sie Konsumgüter nur in Höhe von 4200 Mrd. Euro produzieren können. Die Haushalte würden zwar 4500 Mrd. Euro konsumieren und 500 Mrd. Euro sparen (S geplant), ihnen seht aber nur die produzierte 4200 Mrd. Euro zur Verfügung. Der Ausgleich erfolgt über die ungeplanten Ersparnisse (S ungeplant) von 300 Mrd. Euro, da die Produktionsentscheidungen bei den Unternehmen liegen.


    Die am Anfang der Periode geplanten Investitionen wurden im Laufe der Wirtschaftsperiode durch ungeplante Ersparnisse ermöglicht. So stimmen am Ende der Periode die Nettoinvestitionen mit den Ersparnissen in dieser Volkswirtschaft überein: I = S.




    Aufgabe 6:
    In einer Volkswirtschaft werden in einer Periode folgende Ergebnisse (in Mrd.) festgestellt:


    Subventionen: 200
    Abschreibungen: 900
    Bruttoinlandsprodukt: 8500
    Indirekte Steuern: 1000


    Ermitteln Sie das Nettoinlandsprodukt zu Faktorkosten.


    Bruttosozialprodukt
    - Abschreibungen
    = Nettosozialprodukt zu Marktpreisen
    - indirekte Steuern
    + Subventionen
    = Nettosozialprodukt zu Faktorkosten
    = Volkseinkommen
    Bruttosozialprodukt: 8500
    - Abschreibungen: 900
    = Nettosozialprodukt zu Marktpreisen: 7600
    - indirekte Steuern: 1000
    + Subventionen: 200
    = Nettosozialprodukt zu Faktorkosten = Volkseinkommen = 6800 Mrd.
    Hallo hoffe ich konnte dir weiterhelfen. Leider ließ sich nicht jede Zeichnung kopieren! Hoffe es hilft trozdem!
    Gruß zhaan

  • Jedes Land kann seine Standortfaktoren global nutzen - es wird also alles dort produziert wo es am effizientesten hergestellt werden kann - hebt Entwicklungsländer mancherorts aus der Armut. Ziemlich gerechtes Prinzip.


    hi,


    die idee der standortfaktoren ist in seiner theoretischen reinform gut, aber hat einen (eigentlich mehrere) gravierenden haken.


    er zielt auf spezialisierung ab, afrika sollte sich z.B. auf agrargüter spezialisieren, da sie die faktoren, die dafür intensiv genutzt werden, reichlich haben.


    allerdings steigt mit steigender weltwirtschaft auch die nachfrage, allerdings nicht nach so grundprodukten wie kartoffeln! die elastizität ist bei industriegütern viel größer, weshalb langfristig der reichtum der industrieländer steigt, was arme länder relativ ärmer macht... ist das gerecht!? (sehr lesenswert: rune skarstein: free trade: a dead end for developing countries)


    cezisj:


    Zitat


    Werden die Marktergebnisse nicht durch die Sekundärverteilung des Staates verzerrt, liegt vollkommene Leistungsgerechtigkeit vor. Demnach ist die freie Marktwirtschaft gerecht.


    deine aussage ist schon richtig, aber da es mehr gerechtigkeitsprinzipien gibt als leistungsgerechtigkeit können auch andere systeme gerecht sein... wieder mal eine definitionsfrage des begriffes "gerechtigkeit", was aber in philosophische bereiche führt!!!


    gruß
    srisch :wirr: