STW2F Einkommensteuer

  • Hallo,


    ich hänge schon seit ein paar Tagen an der Fallstudie 1 Einkommensteuer und komme einfach nicht weiter. Ich brauch Hilfe bei den Mietwohnungen von Hans und Helga Muster.


    Hier nochmal in Kurzfassung der Fall:
    Paar kauft Haus mit 6 Wohnungen für 2.000.000,00 € zzgl. 3,5% Grunderwerbssteuer
    Wert von Grund u. Boden 500 €/qm.
    Kaufvertrag 01.08.01
    Kaufvertrag je zur Hälfte Eigentümer des Grundstücks.


    Wohnungen sind vermietet.
    Mtl. Miete 2000 € zzgl. 250 € Nebenkosten
    Finanzierung des Kaufpreises haben sie einen Kredit über 1.500.000,00 € aufgenommen.
    Disagio 10.000,00 €
    mtl. Zinsbelastung 5.000,00 €
    Aufwendungen 12.000,00 € für Strom, Heizung,...


    Meine Lösung bisher:


    Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung § 21 Abs. 1 EStG
    Mieteinnahmen 6 Wohnungen à 4 Monatsmieten 2.250,00 € = 54.000,00 €

    Werbungskosten:
    Zinsen f. Darlehen 4 Monate á 5.000,00 € = 20.000,00 €
    Disagio: 10.000,00 €
    AfA 2% (§ 7 Abs. 4 Nr. 2 a EStG) =
    Wert Grund u. Boden = 500.000 €
    Wert Gebäude = 1.500.000 € AfA 1500000*2% = 30.000 € / 12 * 4 = 10.000,00 €
    Kosten für Aufwendungen = 12.000,00 €
    Nun weiss ich aber nicht mehr weiter !




    Habe hier schon gelesen das STW4 gibt. Bei mir ist dieses Heft aber nicht vorgesehen.

    Kann mir jemand schreiben ob ich richtig liege bzw. mir jemand weiterhelfen wie ich diese Aufgabe löse?



    Danke im Voraus

  • Vielleicht findest Du ja auch hier eine Antwort:
  • Hallo,
    soweit ist alles richtig. Ich habe noch geschrieben:

    Mietwohnung Hans und Helga Muster:

    AfA:
    - lineare Abschreibung nach § 7 Abs. 4 EStG
    Kaufpreis der Immobilie : 2.000.000,- €
    - Grund und Boden: 500.00,- €
    = Gebäudeanteil 1.500.000,- €

    Grunderwerbssteuer: 2.000.000,- * 3,5 % = 70.000,- €

    Grunderwerbssteuer anteilig auf das Gebäude ermitteln:
    2.000.000,- = 100 %
    1.500.000,- = x
    x = 75 %

    75 % von 70.000,- € 52.500;- € Grunderwerbssteuer für das Gebäude

    Gesamtanschaffungskosten: 1.552.500,- €

    Jahres AfA = 1.552.500;- * 2 % = 31.050,-

    AfA anteilig berechnet für 4 Monate:
    31.050,- = 12 Monate
    x = 4 Monate
    X = 10.350,-

    Gesamtanschaffungskosten: 1.552.500;-
    - AfA für 4 Monate: 10.350,-
    AfA 31.12.01: 1.542.150,-


    Werbungskosten gesamt:
    Disagio: 10.000,-
    + Schuldzinsen/Kredit: 20.000,-
    + Betriebskosten 12.000,-
    AfA anteilig 4 Monate 10.350;-
    Werbungskosten gesamt:52.350,-

    Einnahmen Miete für die 6 Wohnungen: 54.000,- €
    - Werbungskosten insgesamt : 52.350,- €
    Einkünfte:1650,- €

    Von den 1650,- € Einkünfte werden jeweils 825,- € auf Hans und Helga Muster berechnet.

    Ich hoffe ich konnte helfen. Die Lösung war richtig, ich hatte eine 1 bekommen.
    Bei mir ist das Heft STW4 auch nicht vorgesehen.

    LG
    Anja

  • danke Rowenna du hast mir sehr geholfen :-)
    Wie hast Du den die Altersvorsorge berechnet?
    Hier meine Lösung:
    Sonderausgaben:
    Kirchensteuervorauszahl.: 1.000,00 € und 600,00 € Lohnkirchensteuer = Gesamt: 1.600,00 €

    Altersvorsorge:
    Altersvorsorgeaufwendung insgesamt: 8.000,00 €
    Arbeitnehmeranteil 2.400,00 €
    Steuerfreier Arbeitgeberanteil 2.400,00 €
    = zu berücksichtigende Altersvors. 12.800,00 €
    Höchstbetrag 40.000 € bei Zusammenveranl.
    - 62 % 7.936,00 €
    Steuerfreier Arbeitgeberanteil 2.400,00 €
    Abzugsfähige Sonderausgaben 5.536,00 €
    Kranken- und Unfallversicherung: 3.900,00 € (Höchstbetrag als Sonderausgabe)
    § 10 Abs. 3 EStG

    Stimmt das ? Wäre nett wenn du nochmal drauf schauen könntest?

  • Geldanlage Helga Muster
    Dividende § 20 EStG Abs. 1 Nr. 1 Auszahlung: 12.000 €
    Kapitalertragssteuer 20% (Neu 25%) § 43a EStG i. V. mit § 43 Abs. 1 Nr.1
    Solidaritätszuschlag 5,5 %
    Somit muss berechnet werden:
    12000 * 1,1 / 78,9 % = 167,30 € abgerundet 167,00 € Soli.-Zuschlag
    12000 * 20 / 78,9 % = 3.041,83 € abgerundet 3.041,00 € Kapitalertragssteuer
    Zusammen: 12.000,00 + 167,00 + 3.041,00 = 15.208,00 €
    Zur Hälfte steuerfrei nach § 3 Nr. 40 EStG (neu 40%) = 7.604,00 €

    Zinsen: Auszahlung ist Brutto § 20 Abs. 1 Nr. 7 EStG
    Kapitalertragssteuer gem. § 43 Abs. 1 Nr. 7 i. V. m. § 43a Abs. 1 Nr. 3 EStG Alt: 30 % Neu: 15 %
    Kapitalertragssteuer 2633,00 €
    Soli.-zuschlag 145,00 €
    Gesamt: 6000 + 2633 + 145 = 8.778,00 €



    Ist dies richtig?

    Bin mir nun überhaupt nicht mehr sicher !

  • Hallo maertel73,

    Zur Geldanlage Helga Muster sind die Beträge 7.604,- und 8.778,-€ richtig.

    Ich habe aber noch berechnet:
    Es ergibt sich ein zu versteuerndes Einkommen von 16.382,- €. Von diesem Betrag sind noch der Werbungskostenpauschbetrtag und der Sparerfreibetrag abzuziehen.

    16.382,- € (7.604 € + 8.778 €)
    - 102,- € Werbungskostenpauschbetrag (§ 9 a EStG)
    - 1.500,- € Sparerfreibetrag (§ 20 Abs. 4 EStG)
    = 14.780,- € zu versteuernde Einkünfte Helga Muster

    Zusammenfassung der Einkünfte:

    Hans Muster:
    90.00,- € Gewinn aus Selbständigkeit
    + 825,- € Anteilig Einkünfte
    = 90.825,- €

    Helga Muster:

    23.080,- € Einnahmen nichtselbständiger Arbeit
    + 14.780,- € Einkünfte aus Kapitalvermögen
    + 825,- € Ateilig Einkünfte
    = 38.685,- €

    Gesamtbetrag für die Eheleute Muster

    90.825,- €
    +38.685,- €
    = 129.510 €

  • Hans und Helga Muster:Sonderausgaben:

    die Kirchensteuergesamt 1.600,- € sind richtig.

    Zur Berechnung der Vorsorgepauschale habe ich berechnet:

    Beiträge Rentenversicherung: 12.800,- € (8.000 + 4.800)

    64 % (Jahr 2007): 8.192,- €
    - steuerfreier Arbeitgeberanteil: 2.400,- €
    = abzugsfähige Altersvorsorgeaufwendungen: 5.792,- €


    Kranken- und Unfallversicherung 01 insgesamt 6.000,- € (§ 10 Abs. 1 Nr. 3 EStG)
    Helga Muster: steuerfreier Arbeitgeberanteil zur Krankenversicherung, Höchstbetrag: 1.500,- €
    Hans Muster: Höchstbetrag: 2.400,- €
    Somit können Hans und Helga Muster 1.500,- € + 2.400,- € = 3.900,- € abziehen (§ 10 Abs. 4 EStG)

    abzugsfähige Sonderausgaben insgesamt:

    sonstige Vorsorgeaufwendungen: 3.900,- €
    + abzugsfähige Altersvorsorgeaufwendungen: 5.792,- €
    = Vorsorgeaufwendungen: 9.692,- €


    Berechnug des zu versteuernden Einkommens der Eheleute Muster:

    Gesamtbetrag der Einkünfte: 129.510,- €
    - Sonderausgaben: 1.600,- €
    - Vorsorgeaufwendungen: 9.692,-
    = zu versteuerndes Einkommen: 118.218,- €

    So, ich hoffe ich konnte helfen, die Antworten waren alle richtig gewesen.

    LG
    Anja

  • Hallo maertel73,

    ich habe Dir ein "Gefällt mir" eingetragen, weil Du Dir die Mühe gemacht hast, die Aufgabenstellung einzutragen. Daran wird es auch liegen, dass dieses Thema in fachlicher Hinsicht sehr belebt worden und dadurch ergiebig ist. So macht allein schon das Lesen der Beiträge Spaß !

    Grüße
    Donald

  • Erstmal danke an Rowena !!! Du hast mir wirklich sehr geholfen bei dieser Aufgabe !!!
    Es ist nicht leicht in den Gesetzbüchern nachzuschlagen wenn dort die neuen Gesetze stehen und man soll dann Aufgaben von 10 Jahren lösen !!!!


    So nun mache ich mich mal an die Umsatzsteuerfälle


    Danke Donald ;-)

  • Hallo, liebe Anja,


    ich habe gestern Deine Einträge gelesen. Ich komme nur überhaupt nicht mit den Sonderausgaben klar. Wie kommst Du auf die Rentenversicherungsbeträge in meinem Heft steht nur, die beiden haben Vorsorgeaufwendungen von 9.000 € insgesamt geleistet. Und ebenso die Kranken- und Unfallversicherungsbeträge, wie soll man die errechnen ohne Tabelle???? Oder habt ihr vielleicht andere Hefte. LG Jaqueline

  • Hallo allerseits,


    Ich bin dabei, dieses Heft zu bearbeiten. Hier ist meine Lösung zur ersten Aufgabe, könntet ihr gucken, ob es richtig ist?





    Persönliche und wirtschaftliche Verhältnisse von Manfred und Helga Müller im Kalenderjahr 2014

    Manfred Müller, geb. 01.01.1970, und Helga Müller, geb. 23.02.1970, wohnen in Mainz und werden dort zusammen zur Einkommensteuer veranlagt.


    Bäckerei

    Manfred Müller betreibt in Mainz in eigenen Räumen eine Bäckerei.

    Zum 31.12.2013 und zum 31.12.2014 wurden folgenden Bilanzen erstellt (alle Angaben in €):


    Aktiva 31.12 2013 Passiva

    Grund und Boden 50.000 Darlehen 40.000

    Gebäude 80.000 Lieferantenschuld 10.000

    PKW 10.000 Umsatzsteuer 5.000

    Warenbestand 10.000 Kapital 125.000

    Bank 20.000

    Kasse 10.000

    180.000 180.000

    Aktiva 31.12 2014 Passiva

    Grund und Boden 50.000 Darlehen 30.000

    Gebäude 75.000 Lieferantenschuld 10.000

    PKW 7.500 Umsatzsteuer 5.000

    Warenbestand 10.000 Kapital 134.500

    Bank 25.000

    Kasse 12.000

    179.500 179.500


    Manfred Müller hat Anfang 2014 zu privaten Zwecken 40.000,00 € entnommen. Im Dezember 2014 hat er Einlagen in Höhe von 15.000,00 € geleistet.


    Mietwohnungen


    Manfred Müller kaufte in 2001 in Mainz ein 1.100 m2 großes Mietwohngrundstück (Baujahr 1990) mit 8 Wohnungen für 2.000.000,00 €. Der Wert des Grund und Bodens beträgt 500,00 €/qm.

    Alle Wohnungen sind vermietet, die monatliche Kaltmiete beträgt jeweils 1.100,00 €. Nebenkosten für Wasser, Strom und Heizung müssen noch zusätzlich in Höhe von 500,00 € monatlich gezahlt werden. Die Miete und die Nebenkosten sind zum Monatsanfang zu zahlen und wurden von allen Mietern pünktlich gezahlt.


    Zur Finanzierung des Kaufpreises hatte Manfred Müller einen Kredit aufgenommen, die monatliche Zinsbelastung betrug 3.000,00 €. Außerdem tilgte er das Darlehen mit monatlich 2.000,00 €. Die monatlichen Betriebskosten (Wasser, Strom, Heizung) betrugen 3.100,00 €.

    Mit notariellem Vertrag vom 15.11.2014 verkaufte er das Haus. Der Übergang von Besitz, Gefahr, Nutzen und Lasten fand am 01.12.2014 statt.

    Der Kredit wurde von Manfred Müller am 01.12.2014 in voller Höhe getilgt.


    Geldanlage


    Die Eheleute Müller erzielten in 2014 aus Geldanlagen folgende Erträge:

    Die Zinseinnahmen des Sparbuchs bei der BVM Bank in Mainz betrugen 2.000,00 €.

    Am 30.12.2014 wurden auf einem Konto von Manfred Müller bei der schweizerischen SBU Bank in Genf 7.500,00 € an Zinsen gutgeschrieben.


    Arbeitsverhältnis


    Helga Müller ist bei der Firma XY angestellt. Sie erhält ein monatliches Bruttogehalt von 2.500,00 €. Sie ist an 220 Tagen mit dem PKW zur Arbeit gefahren, die einfache Entfernung betrug 13 km.


    Lottogewinn

    Im Dezember 2014 hat Manfred Müller 15.000,00 € im Lotto gewonnen.


    Sonderausgaben

    Manfred Müller hat in 2014 in eine nach § 10 Abs. 1 Nr. 2 b EStG begünstigte Rentenversicherung 9.000,00 € eingezahlt. Für eine private Krankenversicherung zahlte er 6000,00 €, wovon 500,00 € auf Chefarztbehandlung entfallen.


    Helga Müller hat 5.880,00 € in die gesetzliche Rentenversicherung eingezahlt, wovon jeweils 2.940,00 € auf den Arbeitnehmeranteil und auf den Arbeitgeberanteil entfielen. Darüber hinaus zahlte Helga Müller 2.460,00 € Krankenversicherungsbeitrag, 300,00 € Pflegeversicherungs- und 450,00 € Arbeitslosenversicherungsbeitrag. Helga Müller hat in der gesetzlichen Krankenversicherung Anspruch auf Krankengeld.


    Manfred Müller musste in 2014 2.000,00 € Kirchensteuervorauszahlungen an das Finanzamt leisten, Helga Müller wurden im Rahmen ihres Arbeitsverhältnisses 800,00 € Lohnkirchensteuer einbehalten.


    Kurz vor Weihnachten spendeten die Eheleute 300,00 € an das Deutsche Rote Kreuz.


    LÖSUNG:


    Gewinn aus Gewerbebetrieb:

    €179.500

    - €180.000

    = -€500 Vermögensvermehrung

    + €40.000 Entnahmen

    - €15.000 Einlagen

    = €24.500 Gewinn aus Gewerbebetrieb 2014

    Einkünfte aus Vermietung und Verpachtungen:

    Kaufpreis: €2.000.000

    Grundstückpreis: €1.100 x 500 = €550.000

    Gebäudeanteil: €1.450.000

    Abschreibung (2% p.a.): €1.450.000 x 2%: €29.000 p.a.

    Für 11 Monate:

    (€29.500 / 12) x 11 = €26.583,34

    Werbungskosten:

    Zinsen: 3.000 x 11 = 33.000

    Tilgung: 2.000 x 11 = 22.000

    Betriebskosten: 3.100 x 11 = 34.100

    Abschreibung: 26.583,34

    Total: €115.683,34

    Einnahmen 11 Monate (Miete + Nebenkosten):

    8 x €1.600,00 x 11 = €140.800

    Einkünfte aus VuV:

    140.800 – 116,141,67 = €25.116,66

    Einkünfte aus Kapitalvermögen:

    BVM Bank: €2.000

    - Abgeltungssteuer 25%: €500,00

    - Solidaritätszuschlag 5,5 = €27,50

    Netto: €1.472,50

    SBU Bank: €7.500,00

    Total: €1.472,50 + €7.500= €8.972,50

    Arbeitsverhältnis

    €2500 x 12 = €30.000

    Werbungskosten Entfernungspauschale: 220 x 13 x €0,30 = €858

    Einkommen aus nichtselbständiger Arbeit: 30.000-858 = 29.142

    Lottogewinn (nicht steuerbar): €15.000,

    Gesamteinkommen (steuerbar): €87.588

    - Sparerfreibetrag: €1.602

    - Kirchensteuer: €2800

    Rentenversicherung: €9000+€5880 = €14880

    78% (2014) = €11.606,40

    - Arbeitgeber Steuerfreierbetrag: €2940

    =Abzugsfähiger Betrag: €8.666,40

    Krankenversicherung:

    Manfred: €6.000 – €500 = €5.500 (Hochstbetrag: €2800)

    Helga: €2460+€300 = €2.760 (Hochstbetrag: €1900)

    - Total abziehbar: €4700

    Arbeitslosenversicherung (nicht abziehbar): €450

    - Spenden: €300


    zu versteuernde Einkommen:

    Gesamteinkommen: €87588

    - Sparerfreibetrag: €1602

    - Kirchensteuer: €2800

    - Rentenversicherung: €8666,40

    - Krankenversicherung: €4700,00

    - Spenden: €300

    = zu versteuernde Einkommen: €69.519,60