Altes Problem: FH oder Uni ?

  • Hallo,


    es tritt mal wieder das Problem der Wahl zwischen FH und Uni auf.


    -- Vorgeschichte --


    Zusammen mit zwei Freunden habe ich eine schulische Ausbildung als Informationstechnischer Assistent an einer Privatschule absolviert. Berufsabschluss und Fachhochschulreife mit 2,0 sind in der Tasche. Meine beiden Freunde haben ebenfalls beides bestanden und ähnliche Noten.


    -- Problem --


    Nun möchten meine beiden Freunde und ich Allgemeine Informatik studieren. Wir haben uns bereits eine kleine Liste von FH's und Uni's in NRW gemacht, jedoch stelle ich fest dass es bei weitem nicht alle sind.


    Bei der Erstellung dieser Liste wurde uns eines klar: Wir müssen uns überlegen ob wir an eien FH oder eine Uni möchten.


    Ich habe mich im Vorfeld natürlich über die Unterschiede erkundigt. Folgendes konnte ich dabei festhalten:


    FH:


    - mehr Praxis
    - kleinere "Klassen"
    - hohe Anwesenheitspflicht


    Uni:


    - mehr Theorie
    - große Gruppen
    - dank Bachelor auch Anwesenheitspflicht


    -- Die Entscheidung --


    Da wir drei neben dem Studium arbeiten wollen und ich persönlich kein Frühaufsteher bin, tendiere ich zur Uni. Ich habe einfach die Hoffnung dass ich an der Uni keine so hohe Anwesenheitspflicht habe und so meine Zeit, für einen Job, besser einplanen kann.


    Was ich nun nicht weiss ... unterscheiden sich da die Kurse ?


    Ich meine gilt das mit der Anwesenheitspflicht an der Uni grundsätzlich oder ist es auch so dass ich in meinem Informatikstudium eine höhere Anwesenheitspflicht habe als in anderen ?


    Tuhe ich villeicht der FH unrecht und man kann dort seine Zeit auch besser einplanen ?


    Villeicht kann mal jemand seine Erfahrungen mitteilen der sich bereits in einem Informatikstudium befindet ?


    Mit freundlichen Grüßen
    Yuen aka Alex

  • Hallo, schau doch mal hier. Vielleicht hilft dir das?

    Liebe Grüße
    Dein Study-Board.de Support Team

  • Hallo,


    also ich habe an einer FH in Berlin studiert und würde das wieder tun. Meine Schwester studiert an einer Uni in Bamberg und ist total unzufrieden.


    FH: ja kleine Gruppen (max. 40 Personen in Vorlesung, und max. 120 im Auditorium)
    Uni: immer Auditorium, es kommt nie der Seminarcharakter auf, sodass man sich einbringen kann.


    FH: offiziell Anwesenheitspflicht, aber in den meißten Kursen prüft das keiner nach, nur in einigen.
    Uni: gibt es auch Kurse mit A-Pflicht


    FH: Struktur vorgegeben, man weiß immer, welche Kurse man belegen muss und braucht, um Nachfolgekurse belegen zu können
    Uni: es gibt keine Struktur, du bist auf dich allein gestellt


    FH: in Berlin jedenfalls gibt es 2 Prüfungszeiträume, sodass man nicht großartig in Verzug gerät, wenn man mal durchfüllt
    Uni: in Bamberg jedenfalls gibts keinen 2. Prüfungszeitraum


    FH: du bekommst eigentlich fast immer deinen Kurs, nur in seltenen Fällen nicht dann aber auf jeden Fallim Folgesemester
    Uni: es kann sein, dass du ewig brauchst, um in einen Kurs zu kommen, da sie überbelegt sind, da die Bummler Vorrang haben


    Also wie du merkst, bin ich klarer Fürsprecher für FH´s, ich hoffe, ich konnte dir helfen

  • Hi,


    erstmal vielen Dank für die Infos.


    Wie ist es denn mit der Zeiteinteilung generell ? - bleibt dir noch Zeit für einen Nebenjob ? - oder ist es so dass du Täglich von 8:00 - 16:00 Uhr in der FH hockst und fertig, wie in der Schule ?


    MFG
    Yuen

  • Hallo Yuen,


    also in den ersten zwei Semester war ich neben dem Studium erst 20 dann 15 Stunden arbeiten, war aber ganz schön hart. dann habe ich nen Studienkredit aufgenommen und bei einem Studentenprojekt mitgemacht, das hat mir voll Spaß gemacht, da ich da zum ersten mal Teamwork kennengelernt hatte und erste Praxiserfahrungen sammeln konnte. Das habe ich auch so 2 Semester lang gemacht. Anschließend habe ich als Werkstudentin angefangen und bin dann auch bei der Firma geblieben (Praktikum und wieder Werkstudentin). Es geht von der Zeit her. Im Hauptstudium waren dann nicht mehr all zu viele Kurse, aber ich hatte noch auf Diplom studiert, bei den Bachelorn sieht das ja etwas anders aus. Da ist der Zeitplan ganz schön straff. Aber du kannst dir den Stundenplan selber zusammenstellen und hast dann auch mal ganze Tage frei. ist auf jeden Fall zu schaffen, aber dann ist nicht mehr viel mit Party und so. Du musst dir überlegen was dir wichtig ist...
    LG

  • Hi,


    die Sache ist die dass ein Job neben dem Studium aus verschiedenen Gründen umungänglich ist. Bereits während meiner Ausbildung habe ich nebenbei bei einer Werbeagentur gearbeitet und war mit einem bekannten Selbstständig.


    Aufgrund der Kundenkontakte war der feste Zeitplan der Ausbildung sehr hinderlich.


    Nun sieht meine Situation vie folgt aus:


    Ich beginne das Studium mit zwei Freunden und zu dritt werden wir neben dem Studium entweder wieder arbeiten oder uns wieder selbstständig machen, beides gleichzeitig mache ich nicht nochmal mit.


    Wenn wir arbeiten gehen, dann haben wir dort feste Arbeitszeiten, die sich nur zu gerne mit anderen "üblichen" Zeiten überschneiden. In der Situation müssen wir einen Weg finden die Zeit so zu planen dass für beides Zeit da ist. Wenn ich allerdings von Mo. - Fr. von 08:00 - 16:00 Uhr oder so in der FH hocken muss geht das natürlich nicht mehr.


    Sollten wir uns wieder selbstständig machen können wir da die Zeit zwar besser einplanen doch Kontakte mit Kunden sind unumgänglich und dafür muss auch Zeit gefunden werden.


    Es wäre schön wenn jemand von der FH, villeicht der FH Düsseldorf oder Bochum und villeicht sogar dem Kurs Informatik ^^ ... seinen "Stundenplan" posten könnte.


    Sollten wir arbeiten gehen wäre das Teilzeit und meistens von Morgens bis Mittags, sodass wir eigentlich nur Nachmittags und Abends studieren können.

  • Yuen,


    ich gebe zu bedenken, dass unter den Fachhochschulen ein markanter Unterschied im Lehrwesen besteht, insbesondere innerhalb der einzelnen Fachrichtungen. Gerade technische entsprechen nicht dem Lehrbetrieb wirtschaftlicher Studienrichtungen. Stell dir eher mal Fragen wie "Sind mir Projektarbeiten wichtig und wie umfangreich sollen diese meiner Vorstellung nach sein?"; denn es gibt Fachhochschulen, die lassen ihre Studenten große Projektarbeiten umsetzen, wie es im klassichen Unistudium nicht ermöglicht wird, was nicht unbedingt nur mit dem Wörtchen Praxis ausreichend erklärt werden kann.


    Sieh dir deine Uni oder FH persönlich an (TdoT, Vorträge usw.), dann wirst du die richtige Entscheidung treffen.

  • Ich möchte dir noch einen Tipp bezüglich des nebenher Arbeitens geben. Hast du vllt. mal darüber nachgedacht dual zu studieren? Der Praxisbezug ist da natürlich extrem hoch, es gibt ein bischen Geld nebenher und man hat Aussichten später übernommen zu werden. Einwände könnten natürlich sein, dass da das Uni-Leben zu kurz kommt und sich das Studium einer Ausbildung ähnelt. Ich persönlich studiere selbst dual und ich vermisse "freieres" Unileben nicht wirklich. Ich habe vorher zwei Semester an einer Universität studiert und habe somit beides kennengelernt.
    Letztlich muss wohl jeder selbst entscheiden, was für ihn das richtige ist. Alles hat seine Vor- und Nachteile.
    Der Tip von Klaus ist schon sehr gut. Uni angucken und vielleicht auch mal mit Absprache der Dozenten einige Vorlesungen besuchen. Dort kann man unter Umständen auch mal mit den Studenten reden, was die vom Studiengang halten.

  • Praxisbezug? Diese ganze Abwägerei zwischen Theorie, Fachlichkeit, Anwendung ist meiner Ansicht nach ein Fass ohne Boden. Denn:


    Gerade im technischen Bereich sollte einem nicht nur klar sein, Womit will ich mich beschäftigen?, sondern auch Woran will ich mitarbeiten?; das heißt im Klartext: So schnell als möglich, so intensiv als möglich mit deinem Ziel auseinandersetzen.

  • ja also das ist so wie du es schon geschrieben hast..doch bei unis musst viel mehr selbsständiger arbeiten..als bei fhs...wenn du das kannst und dir das zutraust..dann geh in die uni...mir fel´hlt es manchmal sehr schwer mich selbständig hinzusetzen und was zu machen, vor allem wenn es sommer ist und alle geniessen das wetter usw...da ist es schon besser wenn dir jemand dann in den hintern tritt..

    [COLOR=slategray]Die Ehe ist eine wunderbare Erfindung, aber das ist ein [URL="http://www.elektrofahrrad.net/"]Fahrrad[/URL]flickzeugkasten auch.[/COLOR]
  • ich würde das nicht so pauschal entscheiden, sondern nach der art deines studiums und was dein berufsziel ist. soll es eher praktisch sein? willst du mal forschen? alles sowas trägt zur entscheidung bei, nicht die insitution an sich.

  • Ich meine, seit der Bologna-Reform sind Unterschiede in der Vermittlung der Lehre zwischen Uni und FH kaum noch relevant für eine Entscheidung pro und contra. Universitäten forschen, stellen eigenverantwortlich den Lehrstoff zusammen und werden dadurch finanziell privilegiert gefördert im Vergleich mit den Fachhochschulen. Diese forschen nicht selbst, sondern stehen meist in Kooperation mit Universitäten. Der Rahmenstoffplan wird i. d. R. reglementiert sein.


    Ich halte es für ein Argument vergangener Zeiten, dass Universitäten theorielastiger sein sollen als Fachhochschulen. Der Bachelor-Studiengang ist ja schon eine im Vergleich zu früheren Zeiten theoretisch stark abgespeckte Studienform mit praktischen Anteilen wie Praktika oder Projektarbeiten. Daran richten im Wesentlichen Unis und FH`s ihre Studiengänge aus. Freilich lässt sich im Einzelfall erwägen, welche Reputation eine Lehranstalt hat oder deren Dozenten haben, was für eine Entscheidung gewichtig sein könnte. Hier wird jedoch sofort wieder einzuschränken sein, dass solche Reputation nur unsichere Schlussfolgerungen zulässt und bei der Besetzung der Professoren eine Bekanntheit über einen bestimmten regionalen Kreis hinaus keine Bedeutung haben dürfte.
     
    Grüße
    Donald

  • Ich glaube man kann das alles nicht generell sagen. Falls jemand an einer Uni unzufrieden ist, muss da nicht unbedingt heißen, dass es an einer FH besser läuft. Als erstes musst man wissen, was man selbst für ein Typ ist. Eher praktisch oder theoretisch. Das macht schon viel aus.

  • Die Ratsuche beim Fachschaftsrat finde ich richtig gut. Falls du den Studiengang echt an der Uni und FH belegen kannst, solltest du vielleicht auch mal schauen, ob sich die Inhalte beider Studiengänge unterscheiden und was dir eben eher zusagt.